Jäger stehen mit fliegender Drohne bei Meisenheim. (Foto: SWR)

Hightech-Kampf gegen Schweinepest Mit Drohnen auf Wildschwein-Jagd bei Meisenheim

Halali aus der Luft: Bei Meisenheim wird getestet, ob Drohnen die Wildschwein-Jagd effizienter machen können. Grund ist die drohende Schweinepest. Nicht alle Jäger sind begeistert.

Jannik Wagner macht bei sieben Grad an diesem Montagmorgen seine Drohne mit Wärmebildkamera startklar. Sein Auftrag lautet, Wildschweine am Ortsrand von Meisenheim aufzusprüren. Sie halten sich dort oft in den großen Maisfeldern auf, weil sie die Maiskörner gerne fressen und sich vor Jägern verstecken können. Doch sie haben die Rechnung ohne den 26-jährigen Jagd-Unternehmer gemacht.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
19:30 Uhr
Sender
SWR Fernsehen RP

Wagner steuert die Drohne mit mehreren Knöpfen und Hebeln geschickt über die Maisfelder und sucht auf seinem Bildschirm nach den Tieren. Wagner: "Durch das Zoomen erkennt man direkt, welches Tier es ist. Die Sau ist natürlich größer als der Hase, eine Rotte ist ein Riesenpunkt. Wir haben einen Digitalzoom von 180-fach, das heißt, wir können quasi eine Sau anzoomen und der die Zähne zählen."

Drohne registriert die Körperwärme der Wildschweine

In 150 Metern Höhe und einem Umkreis von zwei Kilometern kann die Drohne die Tiere anhand ihrer Körperwärme erkennen. Sobald ein Wildschwein oder eine ganze Rotte erscheint, rücken die Jäger mit ihren Hunden aus, um das Schwarzwild zu erlegen. Doch dieses Mal ist die Ausbeute trotz Hightech-Einsatzes mit zwei Drohnen gleich null.

Mit Drohnen wollen die Jäger bei Meisenheim die Wildschweine aufspüren. (Foto: SWR)
Jannik Wagner steuert die Drohne vom Boden aus.

Dementsprechend sind nicht alle Jäger, die extra am frühen Morgen aufgestanden sind, von der modernen Jagdmethode begeistert. Da kommt auch die Frage auf, ob es die Zukunft der Jagd sein sollte, das Wild mit Drohnen zu erlegen. Momentan lokalisieren die Drohnen das Wild zwar, aber schießen müssen die Jäger schon noch selbst. Einige Jäger sehen aber auch die Vorteile der Drohne. Jäger und Jagdhunde würden entlastet, wenn eine Drohne die Wildschweine lokalisere, denn es sei sehr aufwändig, die Schweine zu treiben, bis man sie schießen könne.

Jäger in Sorge wegen anrückender Schweinepest

Das Land will weiter an modernen Möglichkeiten forschen, wie man die vielen Wildschweine schnell reduzieren könnte. Denn die Afrikanische Schweinepest ist für Menschen zwar ungefährlich, für Schweine aber fast immer tödlich. Die Krankheit hat unter anderem in Polen, Tschechien und Ungarn schon zehntausende Schweinen das Leben gekostet. Und das droht jetzt auch in Deutschland.

Ulf Hohmann von der Forschungsanstalt für Waldökologie des Landes Rheinland-Pfalz in Trippstadt erklärt, warum der Faktor Mensch ganz entscheidend ist für die Verbreitung der Schweinepest: "Der Virus ist sehr haltbar, selbst in gepökeltem Schinken kann der sich über Wochen halten", etwa in Lebensmitteln, die aus dem Autofenster an der Autobahn geworfen werden. Hohmann: "Wir zweifeln nicht daran, dass die Schweinepest kommt. " Die Frage sei nur, wann.

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