Ein schwarz-weißer Armbrustpfeil im Zebramuster (Foto: Polizeidirektion Pirmasens)

Suche nach unbekannten Wilderern

Wildschwein in Bottenbach offenbar mit Armbrust angeschossen

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Einen solchen Fall hat die Polizei Pirmasens noch nicht erlebt. Ein noch unbekannter Schütze hat bei Bottenbach ein Wildschwein mit einem speziellen Pfeil verletzt. In den USA werden damit Grizzly Bären erlegt.

Nun hat es offenbar einen weiteren Fall von Wilderei in Bottenbach gegeben. Wie die Polizei mitteilte, hatte ein Zeuge die Überreste eines ausgenommenen Wildschweins an einem Waldweg zwischen Vinningen und Bottenbach entdeckt. Wer das Tier erlegt und dort zurückgelassen hat, ist noch unklar.

Erst gestern hatte die Polizei von einem Wildschwein berichtet, auf das offenabr mit einer Armbrust geschossen worden war. Einem Jagdpächter war der abgebrochene Karbon-Pfeil mit einer fast sechs Zentimeter langen Spitze beim Zerlegen des Wildschweins aufgefallen, das er Ende Juni geschossen hatte. Laut Polizei steckte er in der Schulter der toten Sau und hatte Widerhaken. Lebensnotwendige Organe hatte der Schütze zwar nicht getroffen, die Beamten bitten dennoch um Hinweise.

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Jagd mit Armbrust in Deutschland verboten

Dem Aussehen nach stammt der Pfeil mit schwarz-weißem Zebramuster laut Polizei wohl von einer Armbrust. Die Jagd damit sei in Deutschland allerdings verboten, sagt Waffenhändler Jochen Langguth aus Kaiserslautern auf SWR-Anfrage. Ihm zufolge handelt es sich um eine amerikanische Jagd-Spitze, mit der in den USA Grizzly Bären getötet werden. "Das Geschoss hat eine enorme Durchschlagskraft", betont der Waffenhändler.

Armbrust für jeden ab 18 Jahren erhältlich

In Deutschland kommen allerdings alle ab 18 Jahren ganz einfach an Pfeil und Armbrust. "Die gelten nicht als Waffe, sondern als Sportgerät", erklärt Waffen-Experte Jochen Langguth. Selbstverständlich gebe es für den Gebrauch aber klare Regeln. Öffentlich herumtragen dürfe der Besitzer die Armbrust beispielsweise nicht und auch das Abschießen sei nur auf einer abgegrenzten Fläche erlaubt. Im Bottenbacher Fall tippt der Waffenhändler daher auf einen Anfänger: "Wahrscheinlich hat derjenige im Wald einfach mal drauf los geschossen".

Armbrust (Foto: SWR, dpa/picture-alliance - Manfred Bail)
Es gibt viele verschiedene Armbrust-Modelle. Da sie nicht als Waffe sondern als Sportgerät gelten, kann man sie ab 18 Jahren legal kaufen. (Symbolbild) dpa/picture-alliance - Manfred Bail

Wunde des Wildschweins war bereits verwachsen

Und das sei eben strafbar, betont die Pirmasenser Kriminalpolizei. Sie hat Ermittlungen aufgenommen und sucht Zeugen, die etwas über den möglichen Schützen sagen können. Fest steht, dass der Vorfall schon längere Zeit zurückliegen muss. So war die Wunde in der Schulter des Wildschweins bereits verwachsen. Die Suche nach dem mutmaßlichen Wilderer dürfte sich aber nicht nur deswegen schwierig gestalten.

Reichsbürger haben großes Interesse an Armbrüsten

"Wir Waffenhändler können kaum mehr einschätzen, wie viele Armbrustschützen es gibt", sagt Waffenhändler Langguth. Weil Armbrüste für jeden frei käuflich seien, gingen viele über das Internet weg. Sorge bereitet dem Fachhändler in diesem Zusammenhang die Reichsbürgerszene. Gerade in diesen Kreisen stoße die Armbrust auf großes Interesse.

Die Polizei ermittelt nun in beiden Fällen, ein Zusammenhang der beiden Taten sei aber eher unwahrscheinlich, sagte ein Sprecher.

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