Ein Kreuz auf einem Wörterbuch mit dem Wort Missbrauch. (Symbolfoto) (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Christian Ohde)

Neben Pirmasens auch Walffischbach-Burgalen und Landstuhl betroffen

Kirche gibt weitere Missbrauchsfälle in der Westpfalz zu

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Auch im Mädchenheim Maria Rosenberg in Waldfischbach-Burgalben und im Kinderheim St. Nikolaus in Landstuhl sollen Kinder von Kirchenvertretern sexuell missbraucht worden sein. Bereits am Wochenende waren Missbrauchsfälle im Nardinihaus Pirmasens bekannt geworden.

Die Fälle liegen teils Jahrzehnte zurück. Im Mädchenheim Maria Rosenberg soll nach Angaben des Bistums Speyer ein Kind in den 60er-Jahren sexuell missbraucht worden sein. Ein weiteres sei dort wohl misshandelt worden. Die Opfer hätten sich 2010 und 2014 an die Missbrauchsbeauftragten der Kirche gewandt.

Letzter bekannter Fall von 2009

Im Kinderheim St. Nikolaus in Landstuhl seien insgesamt elf Fälle bekannt, in denen mehrere Kinder sexuell missbraucht oder misshandelt wurden. Die meisten dieser Fälle hätten sich zwischen den 40er und 70er Jahren zugetragen. Einen Missbrauchsfall habe es allerdings auch im Jahr 2009 gegeben. Das Bistum hat nach eigenen Angaben in allen Fällen, in denen Beschuldigte bekannt waren, Strafanzeige gestellt.

Priester und Nonnen vergehen sich an Kindern

Im Nardinihaus in Pirmasens geht es um vier Übergriffe auf Kinder und Jugendliche im Alter zwischen acht und 15 Jahren. Diese haben sich nach Angaben des Bistums Speyer in den 1950er, 60er und 70er Jahren zugetragen. In den Missbrauchsfällen wurden fünf Nonnen und Ordensschwestern sowie ein Priester und ein weiterer Mitarbeiter beschuldigt.

Priester bis 2010 in Pirmasens tätig

Der Priester war laut Bistum bis zu seinem Ruhestand im Jahr 2010 in Pirmasens als Seelsorger tätig. Die Opfer sollen sich zwischen 2014 und 2019 an die Missbrauchsbeauftragten des Bistums gewandt haben. Das Bistum hält die Vorwürfe nach eigenen Angaben für glaubwürdig und verurteilt die Missbrauchsfälle. Alle Beschuldigten seien zum Zeitpunkt der Anzeige aber bereits verstorben gewesen. Das Bistum habe den vier Opfern zwischen 2.000€ und 10.000€ als Entschädigung gezahlt.

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