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In Pirmasens hat sich im ersten Quartal des Jahres die Zahl der Privatinsolvenzen im Vergleich zum Vorjahr fast verdoppelt. Grund dafür soll eine Gesetzesänderung sein.

15 Privatinsolvenzen je 10.000 Einwohner - das ist nach Angaben des Statistischen Landesamtes die Bilanz der Stadt Pirmasens im ersten Jahresquartal 2021. Pirmasens ist damit landesweit klar Spitzenreiter. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Zahl der Privatinsolvenzen verdoppelt.

Sprunghafter Anstieg der Privatinsolvenzen in Pirmasens wegen Gesetzesänderung

Das Statistische Landesamt führt den starken Anstieg der Privatinsolvenzen auf eine Gesetzesänderung zurück. Seit diesem Jahr dauert es nur noch drei statt wie bisher sechs Jahre, bis Schuldner im Rahmen einer Privatinsolvenz von ihren Restschulden befreit sind. Deshalb hätten viele Betroffene die Eröffnung des Verfahrens bis 2021 hinausgezögert.

Privatinsolvenzen auch in Kaiserslautern und im Donnersbergkreis gestiegen

Auch in der Stadt Kaiserslautern und dem Donnersbergkreis gab es fast doppelt so viele Privatinsolvenzen wie im Vorjahreszeitraum – hier waren jeweils etwa sechs von 10.000 Einwohnern betroffen. In den anderen Kommunen in der Westpfalz gab es den Angaben nach keine sprunghaften Anstiege.

Insolvenzen von westpfälzischen Unternehmen auf Vorjahres-Niveau.

Unternehmen aus der Westpfalz haben im ersten Quartal dieses Jahres in etwa so oft Insolvenz angemeldet, wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes haben sich in der Westpfalz zwischen Januar und Ende März 28 Unternehmen zahlungsunfähig gemeldet. Im ersten Quartal 2020 waren es 27. Die meisten Unternehmen, die in Schieflage geraten sind, haben ihren Sitz in Stadt und Kreis Kaiserslautern. Am stärksten betroffen – in Relation zur Unternehmensdichte der Kommune – ist die Stadt Zweibrücken.

Entwicklung in der Westpfalz gegensätzlich zum landesweiten Trend

Landesweit ist die Zahl der Unternehmensinsolvenzen hingegen um etwa 23 Prozent auf 138 gesunken. Das Landesamt begründet den Rückgang im ersten Quartal 2021 damit, dass Unternehmen wegen der Corona-Pandemie unter bestimmten Voraussetzungen bis Ende April nicht verpflichtet waren eine drohende Zahlungsunfähigkeit anzumelden. Trotz des Rückgangs der Gesamtzahl der Unternehmensinsolvenzen stieg die Zahl der betroffenen Arbeitsplätze um mehr als 75 Prozent - auf rund 3.300. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes liegt das daran, dass vereinzelt auch größere Unternehmen von Insolvenzen betroffen waren.

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