Ein Fuchs mit Jungtieren auf einer grünen Wiese. (Foto: IMAGO, Blickwinkel)

Tierschützer appellieren an Waldbesucher

So schützen Sie Wildtiere und ihren Nachwuchs im Pfälzerwald

STAND
AUTOR/IN
Sarah Korz
SWR-Reporterin Sarah Korz (Foto: SWR)

Jetzt im Frühling bekommen viele Tiere im Pfälzerwald Nachwuchs. Diese Jahreszeit lockt auch viele Menschen in die Natur. Tierschützer appellieren: Nehmt Rücksicht auf Wildtiere!

Im Frühling ist viel los im Pfälzerwald. Zu dieser Jahreszeit kommen viele Jungtiere zur Welt. Füchse, Rehe, Feldhasen und Wildschweine haben zum Teil schon Nachwuchs bekommen. Viele Vögel, wie Gänse und Schwäne, bauen gerade ihre Nester und beginnen zu brüten.

Doch die blühende Jahreszeit mit warmen Temperaturen lockt auch viele Menschen in den Wald, unter anderem zum Wandern. Damit Wildtiere ihren Nachwuchs aufziehen können, brauchen sie Ruhe. Deshalb appelliert die Tierschutzorganisation Vier Pfoten an Waldbesucher, Rücksicht auf Wildtiere zu nehmen.

Hunde in der Natur anleinen

Spaziergänger und Wanderer sollten im Pfälzerwald immer auf den Wegen bleiben und nicht abseits davon laufen, betonen die Tierschützer. Außerdem sollten Hundebesitzer ihre Tiere in den nächsten Monaten im Wald oder auf Wiesen nicht von der Leine lassen.

"Wird ein Muttertier von einem Hund gehetzt, kann das dramatische Folgen haben."

Wenn ein Muttertier, zum Beispiel ein Reh, von einem Hund gehetzt werde und davonkomme, verbrenne es wertvolle Energie. Ein geschwächtes Muttertier bedeute im schlimmsten Fall den Tod der Jungtiere, erklären die Tierschützer von Vier Pfoten. Außerdem gibt es Vögel, wie Rebhühner, die ihre Nester auf dem Boden zwischen Gräsern und Sträucher bauen. "Kommt ein Hund zu nahe, flüchtet der Vogel und das Gelege bleibt schutzlos zurück. Die Eier sind dann leichte Beute für Fressfeinde."

Jungtiere nicht anfassen oder mitnehmen

In Maßweiler in der Südwestpfalz betreibt die Tierschutzorganisation Vier Pfoten eine Auffangstation für Wildtiere. Es kommt immer wieder vor, dass dort Jungtiere abgegeben werden, die Menschen etwa beim Wandern im Wald gefunden haben. Die Tierschützer raten aber: Wer im Wald oder am Wegesrand ein vermeintlich verwaistes oder verletztes Jungtier entdeckt, sollte es nicht gleich anfassen oder mitnehmen.

Häufig sei das Muttertier nicht weit weg und solange ein Mensch in der Nähe sei, werde die Mutter Abstand halten. Deshalb sollten Spaziergänger oder Wanderer einsame Jungtiere zunächst aus der Ferne beobachten. Komme die Mutter nicht zurück oder das Jungtier sei eindeutig verletzt, sollte man Experten rufen. Zum Beispiel Wildtierstationen, Tierschützer, Förster, Jäger oder die Polizei.

Ein weibliches Wildschwein und mehrere Frischlinge stehen im Wald. (Foto: IMAGO, Martin Wagner)
Viele Wildtiere bekommen jetzt Nachwuchs, auch Wildschweine. Wenn die sich bedroht fühlen, können sie zur Gefahr für Menschen werden. Martin Wagner

Vorsicht vor Wildschweinen im Pfälzerwald

Grundsätzliche sollten Wald- und Wiesenbesucher Abstand von Wildtieren halten. Besonders Wildschweine mit Frischlingen können sich von Menschen bedroht fühlen und aggressiv werden. Wildschweine beschützen ihre Frischlinge energisch vor Bedrohungen, ganz egal, ob Mensch oder Hund. Deshalb rät die Tierschutzorganisation Vier Pfoten: "Wer Wildschweine mit Nachwuchs sieht, sollte einen großen Bogen um die Tiere machen."

Gefährliche Begegnung? Was Sie tun sollten, wenn Sie auf Wildschweine treffen

Wildschweine futtern sich derzeit Reserven für den Winter an. Ihre Suche führt sie dabei oft an den Waldrand. Wer gerne im Wald spazieren oder joggen geht, läuft Gefahr, ihnen zu begegnen.

Neuer Leitfaden So sollten Sie mit Wildtieren umgehen

Geschichten über wilde Tiere in der Stadt kennt fast jeder: Von Füchsen im Garten bis hin zu Spatzen, die ins Haus fliegen. Es gibt aber auch Schadensfälle. So verhalten Sie sich richtig.

Maßweiler

Tiger Sahib musste am Zahn operiert werden Maßweiler: Kommt ein Tiger zum Arzt…

Einem ausgewachsenen Tiger ins Maul greifen? Das musste am Samstag ein Zahnarzt in der Wildtier-Auffangstation Tierart in Maßweiler. Der Tiger hatte schlechte Zähne.

Maßweiler

Deutschlandweit einzigartig Neues Zuhause für Luchswaisen in Maßweiler eröffnet

In der Wildtierstation in Maßweiler in der Südwestpfalz gibt es ab sofort eine Auffangsstelle für Luchswaisen. Es ist die erste dieser Art in Deutschland.

Am Morgen SWR4 Rheinland-Pfalz