Die spektakulären Felsformationen im Dahner Felsenland gehören zu den touristischen Höhepunkten der Pfalz. (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance / Zoonar | LIANEM)

Region laut Studie ein "schlafender Riese"

Die Pfalz hat in Sachen Tourismus noch viel Luft nach oben

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Christoph Heck
Bild von Christoph Heck, Redakteur im SWR Studio Kaiserslautern (Foto: SWR)

Die IHK Pfalz hat in einer Studie untersuchen lassen, wie wichtig der Tourismus als Wirtschaftsfaktor für die Region ist. Ergebnis: 2,2 Milliarden Euro Umsatz im letzten Jahr vor Corona. Doch da geht noch mehr, sagen Experten.

Der Landgasthof Bremerhof in Kaiserslautern liegt idyllisch zwischen dem Pfälzerwald und einigen Wiesen und ist ein beliebtes Ziel für Touristen. Genau an diesem Ort präsentiert Lars Bengsch am Dienstag seine Studie zum Tourismus in der Pfalz. "Die Pfalz ist ein schlafender Riese", so Bengsch. Es gebe so viel Potenzial durch die Verbindung von Kultur, Kulinarik und Natur. "Aber da muss man gemeinschaftlich auftreten und nicht im Klein-Klein agieren", macht Bengsch deutlich, wo es noch hakt in der Pfalz.

2,2 Milliarden Euro Umsatz durch Tourismus in der Pfalz

In der Studie wurden die Landkreise Germersheim, Kaiserslautern, Kusel, Südwestpfalz, der Donnersbergkreis und die Städte Kaiserslautern, Pirmasens, Speyer und Zweibrücken untersucht. Jeweils für das Jahr 2019, das letzte Tourismus-Jahr ohne Corona. In diesem Jahr hat der Tourismus in der Pfalz mehr als 2,2 Milliarden Euro Umsatz generiert. 60 Millionen Tagesgäste waren für einen Ausflug in die Pfalz gekommen. Außerdem wurden rund sieben Millionen Übernachtungen gezählt.

Tagestouristen wurden bislang statistisch nicht erfasst

"Tagesausflüge sind der große Trend beim Tourismus in der Pfalz", berichtet Tourismusexperte Bengsch. "Wer beispielsweise im Pfälzerwald zum Wandern unterwegs ist, zum Shoppen nach Zweibrücken fährt oder sich im Pfalztheater in Kaiserslautern eine Vorstellung ansieht, dann aber nicht übernachtet, der macht einen Tagesausflug", erklärt er. Bislang seien diese Tagestouristen gar nicht erfasst worden.

"Da brauchen wir in Brandenburg nicht für Kaiserslautern werben"

Für Hans-Günther Clev sind jedoch genau diese Zahlen enorm wichtig. Der Geschäftsführer des Vereins "Zukunftsregion Westpfalz" kann anhand der Studie nun seine Werbemaßnahmen besser planen: "Wenn Sie einen Anteil von 98 Prozent Tagestouristen in Kaiserslautern haben, dann brauchen sie nicht in Brandenburg zu werben." Stattdessen könne die Stadt stärker für ihre kulturellen Höhepunkte werben und aus den Tagestouristen dann doch noch Übernachtungsgäste machen.

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Kaiserslautern und Speyer haben die meisten Tagesgäste

Die Studie, die von der IHK, der Zukunftsregion und dem Verein Pfalz.Touristik in Auftrag gegeben wurde, belegt das mit konkreten Zahlen: Im Vergleich kamen die meisten Tagestouristen der untersuchten Regionen nach Kaiserslautern (5,8 Millionen). Die Stadt Speyer kam mit 5,2 Millionen Tagesausflüglern auf den zweiten Platz. Bei den Übernachtungen war jedoch der Landkreis Südwestpfalz mit 700.000 Gästen Spitze. Erst dahinter: Speyer und der Landkreis Kaiserslautern mit je 400.000 Übernachtungsgästen.

Bengsch: "Wenn es ums Geld geht, hört die Kooperation auf"

Tourismusexperte Bengsch empfiehlt der Pfalz nun vor allem, stärker zusammenzuarbeiten. "Pfälzer sind sie alle, diese Identität ist da", so Bengsch. "Aber wenn es darum geht, Geld auszugeben, dann hört es auf mit der Kooperation. Da versucht jeder die eigene kleine Verbandsgemeinde nach vorne zu stellen und das wird am Markt dann kaum wahrgenommen."

Experte stellt Studie zum Tourismus in der Pfalz vor. (Foto: SWR)
Lars Bengsch von der Tourismusberatung dwif-Consulting stellt die Ergebnisse der Studie im Bremerhof in Kaiserslautern vor. Er bezeichnet die Pfalz in Sachen Tourismus als "schlafenden Riesen".

"Schlafender Riese" soll geweckt werden

Hans-Günther Clev von der "Zukunftsregion Westpfalz" will jetzt dabei helfen, den "schlafenden Riesen" Pfalz zu wecken. Die Studie sei ein Fundament, um mehr daraus zu machen. "Ich habe allen Städten und Kreisen die Studie an die Hand gegeben mit der Botschaft, dass sie jetzt etwas haben, mit dem sie arbeiten können. Wenn wir daraus nichts machen, dann war das Ganze umsonst."

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