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Im Pfälzerwald bei Trippstadt haben die ausgewilderten Luchse auch in diesem Jahr für Nachwuchs gesorgt. Die Rede ist von drei Mini-Luchsen.

Die Stiftung Natur und Umwelt (SNU), die das Luchsprojekt betreut, geht nach eigenen Angaben davon aus, dass zwei Schweizer Luchsweibchen die Jungen zur Welt gebracht haben. Eine Luchsin ziehe zwei Junge auf. Wanderer hätten zudem noch ein Weibchen mit einem Jungtier beobachtet. Man könne davon ausgehen, dass es zurzeit noch mehr Nachwuchs bei anderen ausgewilderten Luchsinnen gibt.

Schweizerinnen Mala und Gaupa sorgen für Nachwuchs

Die Luchsin Mala wurde Anfang Februar im Pfälzerwald freigelassen. Ihr Wurf wurde mithilfe der GPS-Daten ihres Sendehalsbandes von Mitarbeitern der SNU in einer Nische in dichtem Ast- und Wurzelwerk im zentralen Pfälzerwald gefunden.

Der Nachwuchs der Luchsin Gaupa, die ebenfalls seit diesem Frühjahr im Pfälzerwald lebt, konnte dank der Meldung der Wanderer bestätigt werden. Anhand der Größe des Jungluchses vermutet die SNU, dass die Geburt schon früh im Jahr stattgefunden hat. Da bei Gaupas Sendehalsband empfangsbedingt Datenlücken vorliegen, konnte der Wurf nicht anhand der GPS-Daten gefunden und untersucht werden. Haarproben sollen Aufschluss über die genetische Herkunft des Jungtieres geben.

Die SNU geht davon aus, dass weitere Luchsweibchen im Pfälzerwald, deren Bewegungen nicht mehr mit Hilfe eines Sendehalsbandes dokumentiert werden, Nachwuchs haben.

Ein Jungtier der Luchsin Gaupa (Foto: SWR, stiftung natur und umwelt rheinland-pfalz / Michael Wilhelm)
Ein Jungtier der Luchsin Gaupa stiftung natur und umwelt rheinland-pfalz / Michael Wilhelm

EU-Luchs-Projekt

Seit knapp vier Jahren werden im Pfälzerwald im Rahmen eines EU-Projekts Luchse freigelassen. Sie sollen sich dort wieder dauerhaft ansiedeln.

Mithilfe des europäischen Förderprogramms LIFE-Natur führt die Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz mit ihren Projektpartnern Landesforsten Rheinland-Pfalz, SYCOPARC in Frankreich sowie dem WWF das Projekt zur Wiederansiedlung der Luchse durch. Das Vorkommen kann zum Schutz und Erhalt einer Art beitragen, die in Europa nur mehr in wenigen Rückzugsgebieten vorkommt und in Zentral- und Westeuropa als gefährdet einzustufen ist.

Das Projekt startete im Januar 2015. Die Umsetzung der Maßnahmen ist über einen Zeitraum von sechs Jahren vorgesehen. Die Wiederansiedlung der Luchse wird mit 50 Prozent durch das EU LIFE-Programm gefördert und hat ein Gesamtvolumen von 2,75 Millionen Euro. Neben der Stiftung und ihren Projektpartnern beteiligen sich das Land Rheinland-Pfalz an der Finanzierung des Vorhabens.

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