Lockerungen im Jugendbereich

Westpfälzische Sportvereine begrüßen angepasste Corona-Regeln und üben Kritik

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Bei Sportvereinen aus der Westpfalz herrscht Erleichterung. Das Land hat entschieden, dass die Corona-Regeln im Jugendbereich wieder gelockert werden. Es gibt aber auch Kritik.

Egal ob geimpft oder nicht: Bis Ende November dürfen auch ungeimpfte Jugendliche im Alter von 12 bis 17 Jahren gemeinsam mit geimpften und genesenen Spielern trainieren und an Fußballspielen teilnehmen. Das hat das Land Rheinland-Pfalz entschieden, weil es zuvor heftige Kritik von Sportvereinen gegeben hatte. Sie hatten kritisiert, dass die Jugendlichen noch nicht viel Zeit hatten, sich impfen zu lassen, weil erst seit dem 19. August eine entsprechende Impfempfehlung der Stiko für diese Altersgruppe vorliegt.

Sportvereine: Jugendliche dürfen nicht die Leidtragenden sein

"Es ist gut und wichtig, dass das Land die Regeln für die Jugendlichen wieder gelockert hat", sagt Reiner Engbarth, der Vorsitzende des SV Morlautern. Es dürfe nicht sein, dass die Jugendlichen unter den neuen Corona-Regeln wieder die Leidtragenden seien.

Von Gudrun Heß-Schmidt, der Vorsitzenden des SV Alsenborn, heißt es: "Für die Kinder und Jugendlichen ist es immens wichtig, dass sie endlich wieder auch im Verein Sport treiben können. Wenn man das jetzt wieder herunterfahren würde, wäre das nicht gut. Man muss die Jugend jetzt weiter mitnehmen und den Jugendlichen zeigen, dass man sich für sie einsetzt. Ich finde, dass die Regelung mit den 25 ungeimpften Sportlern dauerhaft bestehen sollte, sagt Heß-Schmidt.

Sportvereine wollen dauerhafte 3G-Regel

Ein Wunsch, den auch Tobias Forster vom Sportverein Mölschbach hat. "Ich würde mir wünschen, dass wir als Sportverein weiterhin das 3G-Modell benutzen dürfen. Da haben wir uns gerade dran gewöhnt und jetzt wird es wieder über den Haufen geworfen. Die 3G-Regel hat doch gut geklappt", so Forster.

Ein kleiner Junge schießt im Fußball-Camp für Hochwasser-Betroffene einen Ball weg (Foto: SWR)

Sportvereine sorgen sich um die Zukunft

Die Erwachsenen müssen sich aber schon jetzt an die Regeln der neuen Corona-Bekämpfungsverordnung halten. In Corona-Warnstufe eins sei das auch kein Problem, findet Reiner Engbarth vom SV Morlautern. Er geht aber davon aus, dass es in den Warnstufen zwei und drei zu großen Problemen kommen wird: "Wie soll das denn funktionieren? Angenommen wir sind in Warnstufe drei. Dann dürfen nur noch fünf ungeimpfte Sportler auf dem Platz stehen. Die hat man ganz schnell zusammen", sagt Engbarth. Er geht davon aus, dass dann viele Spiele ausfallen werden.

"Ich kann mir gut vorstellen, dass da noch völliges Chaos entsteht. Viele Spiele könnten ausfallen, die dann ja nachgeholt werden müssten. Wann und wie soll das geschehen?"

Land hofft auf Impfbereitschaft der Eltern und Jugendlichen

Der rheinland-pfälzische Gesundheitsminister Clemens Hoch (SPD) hofft indessen, dass sich bis Ende November, wenn die Lockerungen im Jugendbereich wieder aufgehoben werden, viele weitere Jugendliche und Erwachsene impfen lassen. "Eins sollten wir nicht vergessen: Die Lage ist auch weiterhin ernst und angespannt. Wir befinden uns immer noch in einer Pandemie. Deshalb kann ich nur appellieren sich auch weiterhin zu schützen und darüber hinaus die Impfangebote anzunehmen. Je mehr Erwachsene geimpft sind, desto sicherer können auch unserer Kinder Sportangebote wieder wahrnehmen."

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In regelmäßigen Abständen veröffentlicht das Paul-Ehrlich-Institut einen Sicherheitsbericht zu den Corona-Impfstoffen, in denen sie alle gemeldeten Nebenwirkungen und Komplikationen der Impfstoffe auflisten.  mehr...

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