Helikopter über Kiew - sind russische Truppen schon in der ukrainischen Hauptstadt? (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa/Ukrainian Police Department Press Service via AP | Uncredited)

Ukraine-Russland-Krieg

Krieg: Ukrainer aus dem Westen der Pfalz sorgt sich um Verwandte

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Janina Schreiber
Bild von Janina Schreiber, Redakteurin im SWR Studio Kaiserslautern (Foto: Annkatrin Gentges)

In der Nacht hat das russische Militär mit Bodentruppen und Bombardements die Ukraine angegriffen. Ein Ukrainer aus der Westpfalz sorgt sich um Verwandte und Kollegen.

An diesem Morgen steht ein Ukrainer aus dem Westen der Pfalz in engem Kontakt mit den Verwandten in Kiew. Mehrmals habe er telefoniert mit ihnen und über Messenger-Dienste nachgefragt, wie die Lage in der ukrainischen Hauptstadt ist, wo seine Verwandten derzeit wohnen. Zum Schutz seiner Verwandten möchte der Ukrainer anonym bleiben. "Es könnte sein, dass schon morgen die russischen Truppen in Kiew ankommen, meine Familie soll keine Probleme bekommen", sagt er.

Dann berichtet er von der Panik, die derzeit vor allem im Osten der Ukraine herrsche. Nach den Bombardements gäbe es tote Zivilisten, so die Informationen seiner Verwandten. Ukrainische Angaben sprechen von mehr als 40 getöteten ukrainischen Soldaten und etwa zehn Zivilisten.

Panik in der Ukraine, Menschen seien mit Autos auf der Flucht

Einige Viertel, die in der Nähe der militärischen Stützpunkte liegen, seien zerbombt, die Flughäfen seien bei den Luftbeschüssen beschädigt worden. "Es ist wohl gerade sehr schwierig, aus der Ukraine rauszukommen", erklärt er. Frühere Freunde, die aus der Region um Donezk kommen und in der ostukrainischen Stadt Pokrowsk wohnen, seien mit dem Auto auf der Flucht.

"Viele Menschen versuchen das jetzt. Sie erzählen von vielen Staus auf den Straßen und langen Schlangen an den Tankstellen. Es ist kein Weiterkommen in Aussicht", sagt der Ukrainer. Dabei bleibe die Frage offen, wohin die Flucht. Viele seiner ukrainischen Kontakte fühlten sich "eingekesselt", weil die Invasion von allen Seiten der Ukraine kommt. Sowohl aus der Luft, als auch mit Panzern über die Grenze insbesondere im Osten und Norden würde die Ukraine angegriffen, aber auch im Süden und Westen. Die Menschen, die flüchten wollten, würden jetzt nicht wissen, wo sie ohne Gefahr entlang und durch fahren könnten.​

Ukrainer aus der Westpfalz sucht nach Unterkünften für Landsleute

"Ich mache mir große Sorgen um meine Familie, meine Kollegen, meine Freunde", sagt der Ukrainer. Er erwartet, dass sich nach dem Legen der ersten Panik, irgendwann wieder die Möglichkeit ergibt, für Menschen aus der Ukraine zu flüchten. Dann möchte er vorbereitet sein. Deshalb sei er derzeit schon auf der Suche nach Unterkünften für Landsleute. "Es kann allerdings sein, dass die eingezogen werden und kämpfen müssen", sagt er. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat in einer Rede alle Bürgerinnen und Bürger des Landes, die mit Waffen umgehen können, aufgefordert, sich zu melden.

Putin will den ganzen Ostblock zurück.

Der Ukrainer aus dem Westen der Pfalz habe in den vergangenen Tagen immer weniger Hoffnung, dass internationale Organisationen wie die UNO (United Nations Organisation) den Krieg stoppen können. Letztlich mache dieser Angriff Russlands nur deutlich, dass Putin wahr macht, was er in der Fernseh-Ansprache verkündete. "Putin will den ganzen Ostblock zurück", sagt der Ukrainer. Und damit gehe der Krieg ganz Europa an. Die Ukraine sei nur der Anfang.

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