Knoblauchkröte sitzt im Wasser (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Projekt der MAGUNA-Stiftung und der TU Kaiserslautern

Nichts für Vampire: Die Knoblauchkröte ist zurück im Westen der Pfalz

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AUTOR/IN
Michelle Habermehl
Bild von Michelle Habermehl, Redakteurin im SWR Studio Kaiserslautern (Foto: SWR)

In Deutschland gibt es mehr als 70.000 bedrohte Tierarten. Dazu gehört auch die Knoblauchkröte. Ein Projekt in Kaiserslautern soll die Kröte jedoch wieder zurück in die Pfalz bringen.

Die Knoblauchkröte gehörte früher einfach dazu, mittlerweile ist sie aber in vielen Teilen von Deutschland verschwunden. Die MAGUNA-Stiftung hat jetzt gemeinsam mit der Technischen Universität Kaiserslautern ein Freilandterrarium gebaut, um die seltene Knoblauchkröte nachzuzüchten. Seit 2004 wurde die stark bedrohte Amphibienart im Raum Kaiserslautern nicht mehr gesehen.

"Die nächsten Vorkommen sind in der Rheinebene. Das ist einfach viel zu weit weg, als dass es nochmal zu einer eigenständigen Besiedlung kommen kann."

Knoblauchkröte bald wieder im Raum Kaiserslautern

In den nächsten zwei Wochen werden die ersten Knoblauchkröten in ihr neues Zuhause an der TU Kaiserslautern einziehen. Diese stammen aus einer Zuchtlinie, mit der die Stiftung, die von Gunter und Martina Pfaff aus Kaiserslautern ins Leben gerufen wurde, bereits 2018 begonnen hatte. Ein Teil der Tiere wurde bereits in der Westpfälzer Moorniederung angesiedelt. Nun soll ein weiterer Teil ins Freiland-Terrarium gesetzt werden.

Freiland-Terrarium für Knoblauchkröten an der TU Kaiserslautern (Foto: SWR)
In den kommenden zwei Wochen sollen die ersten Knoblauchkröten in dem neu gebauten Freiland-Terrarium an der TU Kaiserslautern einziehen.

"Die nächsten Vorkommen sind in der Rheinebene. Das ist einfach viel zu weit weg, als dass es nochmal zu einer eigenständigen Besiedlung kommen kann.", sagt Christoph Bernd, Feldbiologe und Vorstand in der MAGUNA-Stiftung. Deshalb sei das Projekt ein wichtiger Beitrag, um die Population im Westen der Pfalz zu stärken.

Knoblauchkröte soll nicht alleine bleiben in der Pfalz

Christoph Bernd sagt, bei der Knoblauchkröte alleine soll es nicht bleiben. Die Stiftung möchte mit dem Projekt an der TU Kaiserslautern dafür sorgen, dass auch weitere bedrohte Amphibien, die mit der Kröte verwandt seien, wieder angesiedelt werden könnten.

TU Kaiserslautern forscht zur Knoblauchkröte

Dazu gibt es Unterstützung von der TU Kaiserslautern, denn die stellt nicht nur das Gelände für die Erhaltungsnachzucht. Sie begleitet das Projekt auch mit Forschung und Lehre. Dazu arbeiten die Studentinnen und Studenten im Freilandterrarium und im Labor mit.

Ein wichtiger Teil der Forschung: Proben im Labor untersuchen: "In Umweltproben können wir dann ganz spezifisch nach DNA-Signaturen suchen, welche von der Knoblauchkröte stammen. Wir können dann hoffentlich auch Rückschlüsse darüber ziehen, wie erfolgreich das Auswildern und Neuansiedeln der Knoblauchkröte im Landstuhler Bruch ist", sagt der Leiter der Abteilung für Ökologie Thorsten Stoeck. Wenn alles gut geht, sollen die ersten Kröten aus dem Freilandterrarium im nächsten Jahr dort ausgesetzt werden.

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