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Zum 13. Mal treffen sich zurzeit im Schweinstal in Kaiserslautern Künstler zum traditionellen Bildhauersymposium. Dem Termin konnte auch Corona nichts anhaben. Besucher können den Kunstwerken beim Entstehen zuschauen.

Bildhauersymposium 5 (Foto: SWR)
Schon zum 13. Mal findet das Bildhauersymposium im Natursteinwerk Picard im Schweinstal bei Kaiserslautern statt. Bild in Detailansicht öffnen
Der Steinbruch Picard ist auch für Besucher geöffnet, die sich anschauen wollen, wie die Kunstwerke entstehen. Bild in Detailansicht öffnen
Die Künstler geben alles für ihre Skulpturen. Bild in Detailansicht öffnen
Wer mit Stein arbeitet, braucht manchmal auch schweres Gerät. Bild in Detailansicht öffnen
Auch Alltagsgegenstände können Kunst sein. Zum Beispiel eine Küchenzeile aus Stein ... Bild in Detailansicht öffnen
... oder eine Badewanne. Bild in Detailansicht öffnen

Fünf internationale Künstler sind im Schweinstal bei Kaiserslautern zurzeit dabei, ihre Skulpturen zu erschaffen. Einer davon ist Christian Hess aus Süd-Deutschland. Er bearbeitet einen rund 15 Tonnen schweren Steinklotz aus 200 Millionen Jahre altem Sandstein - mit Hammer und Meißel, aber auch mal mit der Flex.

"Kunst ist auch Arbeit"

Sein Kunstwerk wird ein "Konferenzraum für fünf". Eine fünfeckige Steele mit einem Loch auf jeder Seite, in das man seinen Kopf rein stecken kann. "Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit", erzählt Hess. "Das ist richtig Knochenarbeit in vier Wochen. Man nimmt schon ein paar Kilo zu oder ab. Zu eher von der Muskelmasse, ab eher am Bauch."

Mit jedem Hammerschlag fliegen kleine Stücke des alten Gesteins durch die Luft – wenn die Sonne darauf scheint, glitzern die Quarze im Stein wie kleine Edelsteine. Ein paar Meter weiter auf einer Lichtung mitten im Wald steht die Österreicherin Erika Inger, sie arbeitet mit gleich zwei Steinklötzen: "Ich arbeite immer mit Stein, ich fühle mich einfach zu ihm hingezogen. Aber ich habe auch Respekt. Es ist wichtig, dass man was Feines draus macht."

Steinzeit-Höhle soll zum Spielen einladen

Beim italienischen Künstler Florian Maria Müller ist es laut. 60 Tonnen Stein sollen zu einer Steinzeit-Höhle modelliert werden - da geht ohne Presslufthammer nichts. Die Arbeitskleidung, die Schutzbrille und Atemmaske des 28-Jährigen sind komplett eingestaubt. Sein Kunstwerk soll später begehbar sein: "Ich will, dass die Kinder rein kommen oder einfach nur rein gucken, Spaß haben - das macht mich schon glücklich."

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Besucher dürfen zuschauen

In diesem Jahr entstehen beim Bildhauer-Symposium, das durch Spenden finanziert wird, fünf Skulpturen. Die Kunstwerke werden, sobald sie fertig sind, an verschiedenen Orten in der Westpfalz aufgestellt. Vorher dürfen Besucher den Entstehungsprozess der Kunstwerke hautnah erleben, sagt Organisator Jürgen Picard. "Stein ist insofern Leben, dass er durch die Vielfalt der Farben ausstrahlt und was Besonderes ist."

"Diese Skulpturen werden sicher ein Menschenleben überleben und sind im Prinzip für die Ewigkeit."

Jürgen Picard, Inhaber des Steinbruchs Picard bei Kaiserslautern
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