Ruhiger Verlauf

1.200 Menschen bei Corona-Spaziergang in Kaiserslautern

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Rund 1.200 Menschen sind am Abend durch Kaiserslautern spaziert und haben gegen die Corona-Maßnahmen protestiert. Sowohl hier als auch in anderen Städten der Westpfalz blieb es ruhig.

Mit Kerzen und Lichterketten waren die Menschen vom Kaiserslauterer Stiftsplatz durch die Altstadt spaziert. Dabei blieb es nach Angaben der Polizei friedlich. Unter den Spaziergängern seien viele Familien gewesen. Am Montagabend gab es in vielen Kommunen in Rheinland-Pfalz diese Protest-Spaziergänge. Auch die anderen Spaziergänge in der Westpfalz seien friedlich verlaufen. In Kusel nahmen 80 Menschen teil, in Waldmohr 60, in Pirmasens 280, in Zweibrücken 50, in Dahn 80 und in Kirchheimbolanden 200.

Positive Bilanz der Polizei Kaiserslautern

Die Polizei zog insgesamt eine positive Bilanz - es habe so gut wie keine Vorkommnisse gegeben. Man habe sich bereits vorher darauf eingestellt, dass mehr Menschen zu dem Spaziergang kommen als in der vergangenen Woche.

"Seit ich auf der Welt bin, habe ich immer Sport gemacht", sagte einer der Spaziergänger mit Blick auf die geltenden Corona-Maßnahmen. "Ich vertraue auf mein Immunsystem und deshalb sehe ich das nicht ein. Das muss der Staat akzeptieren, dass es die Entscheidung eines jeden einzelnen ist." Dass es so wenige Intensivbetten in den Krankenhäusern gebe, habe der Staat zu verantworten, weil er so viel abgebaut habe.

Mahnwache gegen Spaziergang in Kaiserslautern

Die zuständige Behörde hat den Spaziergang als Versammlung eingestuft. Wo Verstöße gegen die aktuellen Corona-Maßnahmen festgestellt wurden, haben die Einsatzkräfte die Daten der jeweiligen Personen aufgenommen. Die Gewerkschaft ver.di, die Linke und Fridays for Future hatten sich mit knapp 40 Menschen zu einer Gegenkundgebung zusammengefunden, so die Polizei.

Spaziergang Impfen Kaiserslautern Gegner Corona-Maßnahmen (Foto: SWR)
In Kaiserslautern gingen auch an diesem Montag wieder viele Kritiker der Corona-Maßnahmen auf die Straße.

Die Gruppe "Freie Pfälzer" hatte nach SWR-Informationen zu den Spaziergängen in der Westpfalz aufgerufen. Wer hinter der Gruppierung steckt, ist unklar. Allerdings befürchten Experten, dass auch Mitglieder der rechten Szene unter den Organisatoren sind. Der Verfassungsschutz überprüft nach SWR-Informationen zurzeit die Aktivitäten der noch relativ jungen Gruppe.

Schon eine Woche zuvor hatten mehrere hundert Menschen in der Westpfalz an diesen Spaziergängen teilgenommen. Damals waren es in Kaiserslautern rund 500, in Pirmasens 250. Auch damals stellte die Polizei nur wenige Verstöße gegen die Corona-Regeln fest.

Kaiserslautern prüft Verbot der Corona-Spaziergänge

In einigen Städten in Rheinland-Pfalz waren die Spaziergänge verboten worden. Auch die Stadt Kaiserslautern will dagegen vorgehen. Eine Sprecherin sagte, man arbeite an einer Allgemeinverfügung, um unangemeldete Corona-Proteste zu unterbinden. Dafür brauche es aber einen Vorlauf, sodass die Stadt gegen den Spaziergang am Montag nichts tun konnte. Im Donnersbergkreis sind vorerst keine Verbote geplant. Landrat Rainer Guth (parteilos) teilte mit, er sehe nach den Erfahrungen der vergangenen Spaziergänge keinen Anlass dafür.

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