Essensausgabe Tafel (Foto: picture-alliance / Reportdienste, dpa/dpa-Zentralbild | Martin Schutt)

Umgang mit neuen Bestimmungen

Wegen 2G: Tafel-Kunden in der Westpfalz müssen draußen warten

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Eine erneute Schließung wollen alle unbedingt vermeiden. Deswegen haben die Tafeln in der Westpfalz ihre Essensausgabe umgestellt und können so die strengeren Corona-Vorgaben erfüllen.

Wer bei der Tafel in Kaiserslautern seine Lebensmittel-Ration für die nächsten zwei Wochen abholen will, bekommt diese durchs Fenster gereicht. "Unsere Innenräume haben wir schon länger dicht gemacht", berichtet der Vorsitzende Peter Lenk. Dementsprechend müssten die Mitarbeiter auch nicht überprüfen, ob die Besucher die 2G-Regel erfüllen. "Das erleichtert es uns sehr", betont Lenk. Denn schon beim Maske-Tragen seien einige Tafel-Kunden uneinsichtig. Nach dem Impfnachweis zu fragen, könne aus seiner Sicht da schnell fatal werden.

Essensausgabe durchs Fenster in Landstuhl hat sich bewährt

Etwas anders das Bild bei der Tafel in Landstuhl: "Gefühlt sind viele unserer Kunden geimpft", sagt Michael Nickolaus, Geschäftsführer des zuständigen DRK-Kreisverbands. Dennoch sei man auch hier vor zwei Wochen wieder darauf umgestiegen, die Lebensmittel draußen auszugeben. "Aus reiner Vorsicht", sagt Nickolaus. Das Ausgabesystem habe sich schon zu Beginn der Pandemie bewährt und die Tafel in Landstuhl sei deswegen eine der wenigen im Land gewesen, die ihre Kunden durchgehend habe vorsorgen können.

Mitarbeiter der Tafel in Kusel wissen, was Leuten schmeckt

"Tadellos" laufe die Lebensmittel-Ausgabe im Freien auch bei der Tafel in Kusel, lobt Sprecher Manfred Hohl. Für die Mitarbeiter sei es zwar aufwändiger, dafür vorab Pakete zu packen. "Wir kennen die Leute aber und wissen, was sie mögen und was nicht". Ein richtiges System hat außerdem die Tafel in Kirchheimbolanden entwickelt. Hier wurden Spendengelder in vier zusätzliche Fenster investiert. "Die Menschen laufen dann draußen von Station zu Station und holen sich ihre Lebensmittel ab", so DRK-Sprecher Frederic Grange. Das funktioniere gut und zügig.

Kunden der Tafel müssen bei Wind und Wetter Schlange stehen

Ungemütlich wird es für die Tafel-Kunden in der Westpfalz mit den jetzt sinkenden Temperaturen. "Wenn es knackig kalt wird, regnet oder schneit, wird das Ganze eine Herausforderung", bekennt DRK-Geschäftsführer Grange in Kirchheimbolanden. Und auch die Tafel in Pirmasens bedauert, dass die bedürftigen Menschen im Winter draußen Schlange stehen müssen. Ein Sprecher betonte aber: "Wir haben keine andere Wahl".

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