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Wir verbringen wegen Corona und dem Lockdown momentan viel mehr Zeit Zuhause. Deshalb hat auch die Menge an Müll zugenommen, sagt die Stadtbildpflege Kaiserslautern.

Rund 200 Tonnen mehr Müll waren es im vergangenen Jahr in Kaiserslautern. Vor allem der Privatmüll sei gestiegen, dafür habe es aber etwas weniger Gewerbemüll gegeben, sagt Mario Eberhahn. Er ist Disponent bei der Kaiserslauterer Stadtbildpflege. Besonders im ersten Corona-Lockdown im vergangenen Frühjahr, seien die Mülltonnen voller gewesen, weil damals die Wertstoffhöfe geschlossen hatten. Jährliche Schwankungen beim Müll seien aber üblich.

Kaiserslauterer Stadtbildpflege muss mehr Papiermüll abholen

Beim Sperrmüll hat sich im vergangenen Jahr laut Stadtbildpflege kaum etwas verändert. Das liege zum Beispiel daran, dass die Möbelhäuser teilweise geschlossen waren und die Menschen wenig neue Möbel gekauft hätten. Besonders verändert habe sich in letzter Zeit aber der Papiermüll, sagt Dieter Höbel. Er ist seit 40 Jahren bei der Kaiserslauterer Stadtbildpflege und sitzt auch mal am Steuer der Mülllastwagen. „Früher gab es mehr Werbung und Kataloge, das ist stark zurückgegangen. Dafür sind die Kartonagen deutlich gewachsen."

Auf der Ladefläche eines Müllautos der Stadtbildpflege Kaiserslautern liegt ein ganzer Pappkarton. (Foto: SWR)
Kartons, die nicht zerkleinert werden, sind problematisch für die Lauterer Stadtbildpflege.

Pappkartons nehmen Platz weg

Die Massen an Papiermüll entstehen unter anderem durch Online-Shopping. Durch die Pappkartons hat sich nach Angaben der Stadtbildpflege Kaiserslautern auch das Gesamtvolumen an Müll erhöht. Kartons nehmen in den Autos nämlich viel Platz weg. Das Gewicht habe sich hingegen nicht verändert, weil Kartonagen leichter seien, erklärt Müllentsorger Dieter Höbel. "Früher haben wir so um die zehn Tonnen geladen, heute zwischen sieben und acht. Entsprechend bekommen wir auch weniger Geld für den Müll." Außerdem müssen die Müllautos wegen der Kartons öfter fahren, weil die oft nicht richtig entsorgt werden.

Ganze Pappkartons in Mülltonnen machen Probleme

„Die Kartonagen verstopfen die Tonnen, weil die Leute sie nicht zerkleinern", erzählt Disponent Mario Eberhahn. Es werden oft ganze Pappkisten entsorgt. Würden diese nur etwas zerkleinert, würden sie bei der Abholung auch besser aus der Tonne fallen. Pappkartons, die nicht zerkleinert werden, können für die Müllabfuhr auch zur Gefahr werden.

Schwarze Mülltonnen sind überladen mit Papiermüll, teilweise wurden die Kartons nicht zerkleinert.  (Foto: SWR)
In Kaiserslautern werden Kartons oft nicht richtig entsorgt.

Beigestellte Kartonagen müssen von den Müllladern per Hand ins Fahrzeug geworfen werden. Die Mitarbeiter der Lauterer Stadtbildpflege könnten sich dadurch schwer verletzen, sagt Müllentsorger Dieter Höbel. "Die Fahrzeuge haben eine Automatikschüttung und wenn die Mitarbeiter an die Schalter dafür kommen, geht die Schüttung automatisch hoch." Diese könne dann im schlimmsten Fall in den Unterleib der Mitarbeiter schlagen und das sei teilweise lebensgefährlich.

Lauterer Stadtbildpflege wünscht sich zerkleinerte Kartons

Das Problem mit dem Papiermüll lässt sich nach Angaben der Stadtbildpflege Kaiserslautern ganz einfach beheben. Pappkartons sollten einfach immer zerkleinert werden. Dann passe auch mehr Müll in die Papiertonne und es müsse nichts mehr daneben gestellt werden.

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