Eine Sirene zur Warnung vor Gefahren ist auf einem Hausdach installiert. (Foto: IMAGO, IMAGO / Jan Huebner)

10 Sirenen können vor Gefahren warnen

Wie Kaiserslautern für Katastrophen vorbereitet ist

STAND

Die Corona-Pandemie, Naturkatastrophen, wie die Flut im Ahrtal, oder der Ukraine-Krieg: Ereignisse, die viele Menschen umtreiben. Auch den Stadtrat von Kaiserslautern.

Am Montagabend hat sich der Stadtrat mit der Frage beschäftigt, wie Kaiserslautern auf mögliche Krisen oder Katastrophen vorbereitet ist. Auf Antrag der Fraktionen von FDP und SPD war das Thema auf die Tagesordnung genommen worden.

Regelmäßige Übungen seien wichtig, um für den Notfall vorbereitet zu sein, sagte Thomas Höhne, der Leiter des Feuerwehr- und Katastrophenschutzes in Kaiserslautern. In der Vergangenheit habe es zum Beispiel gemeinsame Großübungen mit den Amerikanern oder dem Westpfalz-Klinikum gegeben.

Krisen in Kaiserslautern besser planen?

Aus Sicht von FDP und SPD müsse sich Kaiserslautern aber noch besser für mögliche Notlagen in der Zukunft aufstellen. Das könne zum Beispiel eine neu geschaffenen Stelle bei der Stadt möglich machen. Diese könnte beispielsweise Methoden erarbeiten, wie sich Kaiserslautern auf einen großflächigen und länger andauernden Stromausfall vorbereiten könnte. Momentan gebe es laut Katastrophenschutz-Leiter Höhne für eine solche Situation noch keine Pläne.

Finanziell dürfte eine solche Stelle aber so schnell nicht umsetzbar sein. Denn die Kommunalaufsicht ADD hat den Doppelhaushalt 2022/23 von Kaiserslautern überraschend abgelehnt. Deshalb darf die Stadt nur Geld für laufende Projekte ausgeben. Neue Projekte liegen erst mal auf Eis.

Video herunterladen (3,6 MB | MP4)

Kaiserslautern hat zu wenig Sirenen

Im Stadtrat sollte auch geklärt werden, wie die Menschen in Kaiserslautern im Katastrophenfall gewarnt werden. Nach Angaben von Thomas Höhne, dem Leiter des Feuerwehr- und Katastrophenschutzes, gibt es im gesamten Stadtgebiet von Kaiserslautern momentan zehn Sirenen. Diese Anzahl reiche aber nicht aus, um im Notfall alle Menschen zu warnen. Dafür brauche es ein flächendeckendes Netz mit 52 Sirenen. Die Sirenen entsprechend aufzustocken, würde die Stadt laut Höhne etwa 1,2 Millionen Euro. Diese Investition sei aber noch nicht konkret geplant. Denn es ist viel Geld, das Kaiserslautern aktuell nicht hat.

Gefahrenwarnung über Radio und Smartphone

Vor knapp 30 Jahren hat es nach Angaben des Feuerwehr- und Katastrophenschutzes in Kaiserslautern noch 90 Sirenen gegeben, diese seien aber nach und nach abgebaut worden. Sirenen seien aber nur eine Möglichkeit, um die Bevölkerung im Notfall vor Gefahren zu warnen. Eine weitere Möglichkeit seien Durchsagen übers Radio, das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe empfiehlt dafür ein Batterie- oder Kurbelradio. Auch über Lautsprecher von Feuerwehrautos oder Warn-Apps fürs Smartphone. Diese würden aber nur wenige Menschen nutzen.

Feuerwehr braucht in der Stadt weitere Wachen

Geht es um Gefahren und Katastrophen, spielt die Feuerwehr eine wichtige Rolle. In Kaiserslautern kann die Feuerwehr aber nicht immer in der vorgeschrieben Zeit am Einsatzort sein. Ein langjähriges Thema, das auch am Montagabend wieder im Stadtrat aufkam. Das Land schreibt vor, dass Feuerwehren eigentlich innerhalb von acht Minuten an einem Einsatzort sein müssen. In Kaiserslautern wurde die sogenannte Einsatzgrundzeit sogar auf zehn Minuten angehoben. Doch selbst in dieser Zeit kann die Kaiserslauterer Feuerwehr nicht alle Einsatzorte in der Stadt und in den Stadtteilen erreichen. Ein Gutachten hatte ergeben, dass es dafür zusätzliche Feuerwachen braucht.

Zum Gebäude an der Feuerwache in Kaiserslautern sollen deshalb in Zukunft noch zwei weitere Wachen hinzukommen - jeweils im Osten und Westen der Stadt. Dadurch könne das Stadtgebiet laut Gutachten künftig nahezu komplett abgedeckt werden. Auch weiter entfernte Stadtteile wie Dansenberg. In Mölschbach setze man allerdings weiterhin auf die tatkräftige Unterstützung der Freiwilligen Feuerwehr. Denn der Stadtteil liege zu weit entfernt. Trotz zusätzlicher Feuerwachen können die Feuerwehr aus Kaiserslautern den Ort nicht innerhalb von zehn Minuten Einsatzgrundzeit erreichen.

Kaiserslautern

Großprojekte in Kaiserslautern auf Eis Haushalt abgelehnt: Stadtrat schickt Weichel nach Mainz

Oberbürgermeister Klaus Weichel (SPD) soll über den nicht genehmigten Haushalt der Stadt mit Innenminister Roger Lewentz sprechen. Das hat der Stadtrat am Abend einstimmig beschlossen.

Am Mittag SWR4 Rheinland-Pfalz

Kaiserslautern

Für den Notfall vorsorgen So wollen vier Gründer aus Kaiserslautern den Katastrophenschutz voranbringen

Ob Flut im Ahrtal oder Krieg in der Ukraine - das sind nur zwei Beispiele für Katastrophensituationen. Ein Start-Up aus Kaiserslautern hat jetzt Notfallboxen entwickelt, damit die Bevölkerung sich vorbereiten kann.

STAND
AUTOR/IN
SWR