In den ländlichen Gebieten der Westpfalz geht der Glasfaserausbau weiterhin nur langsam voran.

An einigen Orten kommt es zu Verzögerungen

Schnelles Internet im Westen der Pfalz: Das ist der Sachstand

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Sebastian Stollhof
Sebastian Stollhof

Der Breitbandausbau geht in der Westpfalz weiter nur langsam voran. Immerhin zeigen mehr und mehr private Anbieter Interesse, in der Region Glasfaserleitungen zu verlegen.

Donnersbergkreis

Bis Ende des Jahres 2022 wollte der Donnersbergkreis rund 2.000 Adressen ans Glasfasernetz anschließen. Dabei handelt es sich um die Haushalte, deren Internetversorgung bislang weniger als 30 Megabit pro Sekunde beträgt. Rund um den höchsten Berg der Pfalz wird es voraussichtlich aber ein Jahr länger dauern, bis die Arbeiten abgeschlossen sind.

Weil private Firmen ausbauen, spart der Donnersbergkreis Geld

Nach Angaben der Kreisverwaltung liegt das unter anderem an einem erhöhten Abstimmungsbedarf zwischen dem Unternehmen, das den geförderten Ausbau für den Donnersbergkreis vornimmt, und privaten Anbietern, die ebenfalls die Region mit schnellem Internet versorgen. "Hierbei geht es primär darum, Doppelstrukturen und unnötige Baumaßnahmen zu vermeiden und den Bürgerinnen und Bürgern möglichst wenig Strapazen und Einschränkungen zuzumuten", heißt es von Seiten der Kreisverwaltung.

Durch den privaten Ausbau würden auch manche Adressen aus dem von Bund und Land geförderten Gebiet herausfallen, weil dieser Bereich somit als entsprechend versorgt gilt. Das wiederum führe auch zu Einsparungen für den Kreis und die betroffenen Verbandsgemeinden, so die Kreisverwaltung. Ein weiterer Grund für die Verzögerungen hänge auch mit den Folgen der Corona-Pandemie zusammen. So habe es beispielsweise sehr lange Lieferzeiten gegeben.

Mit der Versorgung der so genannten "weißen Flecken", also den Haushalten, deren Internetversorgung bislang weniger als 30 Megabit pro Sekunde beträgt, soll der Breitbandausbau im Donnersbergkreis nicht abgeschlossen sein. Nun denkt der Kreis auch darüber nach, was mit den "grauen Flecken" ist - den Gebieten, die bislang eine Internetversorgung von weniger als 100 Megabit pro Sekunde haben. Hier werde derzeit zusammen mit den Verbandsgemeinden sondiert, ob und falls ja, welche Adressen nach dem Ausbau von privaten Anbietern noch übrig bleiben. So laufen beispielsweise in der Stadt Kirchheimbolanden oder in verschiedenen Verbandsgemeinden Glasfaserprojekte von Firmen.

Landkreis Kaiserslautern

Im Landkreis Kaiserslautern erfolgt derzeit im Zuge des „Weiße-Flecken-Programms“ der Breitbandausbau durch drei Telekommunikationsunternehmen, wie ein Sprecher der Kreisverwaltung mitteilt. Parallel zum geförderten Ausbau seien auch hier private Anbieter aktiv.

Ähnlich wie im Donnersbergkreis kommt es auch im Landkreis Kaiserslautern zu Verschiebungen. So klagten die Unternehmen nach Angaben des Sprechers über "extreme Verzögerungen bei der Materialbeschaffung. Hinzu kam, dass eine der beauftragten Tiefbaufirmen im vergangenen Jahr Insolvenz anmelden musste." Auch seien noch Haushalte hinzugekommen, die bislang nicht Teil des Förderprojekts waren.

"Gigabitausbau" wird im Landkreis Kaiserslautern folgen

Ende April hatten Landrat Ralf Leßmeister (CDU) und die Bürgermeister der Verbandsgemeinden einen Vertrag zum Projekt "Gigabitausbau" unterschrieben. Demnach sollen nach den rund 4.000 Adressen im "Weiße-Flecken-Programm" dann auch die "grauen Flecken" im Landkreis besser versorgt werden. Hierfür soll zunächst ermittelt werden, wie der Ausbaustand ist und wo sich gegebenenfalls private Unternehmen um den Glasfaserausbau kümmern.

"Insgesamt fördert der Bund die Planungsleistungen für den späteren Gigabitausbau mit 200.000 Euro", berichtet der Sprecher. Auch im Landkreis Kaiserslautern würden mancherorts Unternehmen eigenständig einen Breitbandausbau vornehmen. Hier sollen dann Synergien geschaffen werden.

Landkreis Kusel

Im Landkreis Kusel läuft derzeit ebenfalls die Versorgung der Haushalte, die bislang weniger als 30 Megabit pro Sekunde haben. Im Anschluss soll es mit dem Ausbau von den Gebieten weitergehen, die bislang eine Internetversorgung von weniger als 100 Megabit pro Sekunde haben. Ein Markterkundungsverfahren fand dazu bereits statt. Wie ein Sprecher berichtet, mussten dafür die Telekommunikationsunternehmen mitteilen, welche Bandbreiten sie derzeit im Landkreis Kusel zur Verfügung stellen und wo sie einen Ausbau des Glasfasers vorhaben. Derzeit würden die Daten aufbereitet, dann soll ein Förderantrag beim Bund gestellt werden.

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Ende des Jahres soll es im Kreis Kusel keine "weißen Flecken" mehr geben

Auch im Landkreis Kusel gibt es Verzögerung beim Ausbau. Durch einen Änderungsantrag bei Bund und Land hätten allerdings manche "weiße Flecken" dafür mit höheren Bandbreiten angeschlossen werden können. Bis Ende des Jahres sollen nun die Haushalte, deren Internetversorgung bislang weniger als 30 Megabit pro Sekunde beträgt, versorgt sein. Generell sei es das Ziel, den Landkreis Kusel bis zum Jahr 2028 flächendeckend mit Glasfaser anzubinden.

"Die letzten Jahre haben gezeigt, wie wichtig eine stabile beziehungsweise schnelle Internetversorgung auch im ländlichen Raum ist", so der Sprecher. Auch im Kreis Kusel gebe es Unternehmen, die eigenwirtschaftlich den Breitbandausbau vorantreiben.

Landkreis Südwestpfalz

Auch im Landkreis Südwestpfalz kommt es zu Verzögerungen beim Ausbau. Einerseits seien "die Zeiten beim Bearbeiten der Bewilligung für die Fördermittel" derzeit lang, andererseits die "Tiefbauressourcen knapp", begründet es ein Sprecher. Unter anderem stehe nun der Glasfaseranschluss an 18 Grundschulen bevor, für 398 "weiße Flecken" laufe die Ausschreibungsphase. Hierbei handele es sich vorwiegend um Adressen in den Verbandsgemeinden Pirmasens-Land und Rodalben.

Sehr weiträumiger Ausbau in der Südwestpfalz

Betroffen seien beispielsweise viele landwirtschaftliche Betriebe, Höfe, Vereinsheime oder Waldgaststätten, teilt der Sprecher des Kreises mit. Da dies alles sehr weiträumig verteilt sei, bedeute ein solcher Ausbau auch eine große Herausforderung.

Grundsätzlich solle dann die weitergehende Versorgung von eigenwirtschaftlich tätigen Unternehmen vorgenommen werden. In einigen Gemeinden sei das auch schon der Fall. Wenn die verbliebenen "weißen Flecken" angeschlossen werden, will der Kreis aber auch über einen restlichen geförderten Ausbaubedarf entscheiden.

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