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Die großen US-Einrichtungen Ramstein, Landstuhl und Baumholder bleiben vom Truppenabzug der USA verschont. In der Region herrscht Erleichterung, aber auch Skepsis und Enttäuschung.

US-Verteidigungsminister Mark Esper hatte am Mittwoch angekündigt, dass 12.000 der insgesamt 35.000 amerikanischen Soldaten aus Deutschland abgezogen werden. Sie werden entweder auf Stützpunkte in Europa verteilt oder kehren in die USA zurück.

In Rheinland-Pfalz trifft es vor allem den US-Luftwaffenstützpunkt Spangdahlem, wo F16-Kampfjets stationiert sind. Die westpfälzischen Einrichtungen - allen voran die US-Airbase Ramstein, das Militärhospital in Landstuhl und die Garnison in Baumholder - sind nach Einschätzung des rheinland-pfälzischen Innenministers Roger Lewentz (SPD) nicht vom Abzug betroffen.

Hechler: "Abzug hat strategische Bedeutung"

Der Verbandsbürgermeister von Ramstein-Miesenbach, Ralf Hechler (CDU), sagte, er sei natürlich erleichtert. Aber: "Ich bin trotz allem ein bisschen enttäuscht, dass das transatlantische Verhältnis mit der heutigen Entscheidung stark ramponiert wurde." Die Ankündigung des Truppenabzugs habe lange nach Wahlkampfgetöse ausgesehen - jetzt wisse man, dass es eine strategische Entscheidung gewesen sei.

Durch Abzug mehr Flugbewegungen in Ramstein?

Der Abzug der Kampfjets aus Spangdahlem könnte sogar Auswirkungen auf Ramstein haben. Hechler verwies darauf, dass der Flugplatz in der Eifel immer ein sogenanntes Backup für die Airbase in Ramstein gewesen sei. Gut möglich, dass künftig auch Jets, die eigentlich in Spangdahlem landen sollten, Ramstein anfliegen. Möglicherweise könne das zu mehr Fluglärm führen.

"Die Zeichen, dass Ramstein verschont bleibt, waren relativ stark", sagte Hechler. Schließlich habe die US-Regierung in den vergangenen Jahren viel Geld in den Standort investiert. Außerdem sei der Flugplatz für die Amerikaner und die Nato strategisch zu bedeutend.

Degenhardt: "Abzug wäre seltsame Entscheidung gewesen"

Der Landstuhler Verbandsbürgermeister Peter Degenhardt (CDU) sagte, er habe eine solche Entscheidung erwartet. Auch er verwies auf die hohen Investitionen, die die USA in der Region getätigt hätten. "Ein Abzug wäre fiskalisch und militärisch eine sehr seltsame Entscheidung gewesen", sagte Degenhardt.

Prinzipiell sei es ein guter Tag für die Region, so Degenhardt weiter. "Wir haben ein passables Verhältnis zu den Amerikanern", betonte er. Er verwies auf "unstrittige Wirtschaftsfaktoren".

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