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Im Prozess um Menschenraub hat das Landgericht Kaiserslautern die drei Angeklagten zu Haftstrafen zwischen vier und sechseinhalb Jahren verurteilt. Das Gericht begründete das mit der Schwere der Tat.

Der vorsitzende Richter sagte in seiner Urteilsbegründung, die drei Angeklagten hätten die Tat langfristig und akribisch geplant. Sie hätten damit das Leben des entführten Handwerkers und seiner Familie zur Hölle gemacht. Positiv angerechnet hat das Gericht den drei Männern, dass sie die Tat gestanden und sich entschuldigt hätten.

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Die Staatsanwaltschaft hatte für die drei Angeklagten Haftstrafen zwischen gut sechs und sieben Jahren gefordert. Die Verteidiger der Männer forderten in ihren Plädoyers geringere Haftstrafen als die Anklage. Eigentlich sollte das Urteil bereits Anfang Dezember gesprochen werden. Weil ein Beteiligter am Verfahren in Corona-Quarantäne musste, verkündeten die Richter das Urteil erst heute. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Geständnisse abgelegt

Bereits am ersten Prozesstag wegen Menschenraubes vor dem Landgericht Kaiserslautern hatten die drei Angeklagten die Tat weitgehend gestanden. Sie sollen einen Handwerker entführt und misshandelt haben. Einer der drei Angeklagten gestanden, dass die Täter ihr Opfer in ein abgelegenes Waldstück gelockt haben, um ihn dort zu überwältigen und zu erpressen. Dazu hatten sie den Heizungsbauer mit einer Pistole und zwei Sturmgewehren bedroht. Sie drohten auch damit, seine Frau und Tochter zu töten.

Die drei Angeklagten machten am ersten Prozesstag einen gesitteten und harmlosen Eindruck. Alle gaben an, dass sie einen festen Job hatten - einer hat sogar zehn Jahre in Ungarn bei der Polizei gearbeitet. Ein anderer hat einen dreijährigen Sohn und war kurz davor, seine Ausbildung zum Anlagenmechaniker abzuschließen.

Geldnot als Grund für die Entführung

Zwei Angeklagte gaben aber auch an, dass sie in ständiger Geldnot waren - der eine, weil sein Azubi-Gehalt nicht reichte, der andere, weil er einen Sportwagen fuhr, den er sich eigentlich nicht leisten konnte.

In einem Wald im Kreis Kaiserslautern überwältigt

In einem Waldstück bei Mehlingen im Kreis Kaiserslautern sollen die mutmaßlichen Täter ihr Opfer überwältigt haben. Der Handwerker sei mit Kabelbindern gefesselt worden, außerdem sei er getreten, geschlagen und in einen weißen Transporter gezerrt worden.

Morddrohungen an Frau und Kind des Opfers

Nachdem die Angeklagten ihn bedroht hatten, rief der Handwerker seine Frau an. Er gaukelte ihr vor, dass ein Freund vorbei komme, der in Schwierigkeiten sei - sie solle ihm alles Geld geben, das im Haus sei. Sie übergab daraufhin 18.000 Euro an einen der Männer.

Außerdem musste der Handwerker seinen Entführern laut Anklage zusichern, weitere 750.000 Euro zu überweisen, sonst würden die Männer seine Frau und sein Kind töten. Ein Angeklagter sagte aus, sie seien davon ausgegangen, dass der Handwerker "Dreck am Stecken" habe - zum Beispiel Steuern hinterziehen würde. Deshalb würde er nicht zur Polizei gehen.

Schließlich sollen die Täter dem Entführten eine Tüte über den Kopf gestülpt haben und ihn mitten im Wald laufen gelassen haben. Sein Handy hätten sie vorher noch zerstört. Der Mann ging zur Polizei und erstattete Anzeige.

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