Schwache Umsätze in der Weihnachtszeit

Einzelhandel in der Westpfalz: Weniger Kunden wegen 2G

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Eigentlich ist das Weihnachtsgeschäft das umsatzstärkste des Jahres für den Einzelhandel. In der Westpfalz macht aber Corona den Händlern einen Strich durch die Rechnung.

Die Innenstadt von Kaiserslautern zur Adventszeit. (Foto: View)
So voll wie hier ist die Innenstadt von Kaiserslautern in der Vorweihnachtszeit nur selten.

Eine SWR-Umfrage ergab: Die Einzelhändler in der Westpfalz kämpfen mit niedrigen Kundenzahlen während des Weihnachtsgeschäfts. Grund ist die geltende Corona-Verordnung in Rheinland-Pfalz: Danach dürfen nur Kunden in die Geschäfte, die geimpft oder genesen sind - die sogenannte 2G-Regelung.

Nach Angaben des Zweibrücker Händlerzusammenschlusses "Gemeinsam Handel" sei die Scheu der Konsumenten bereits am ersten Adventswochenende zu spüren gewesen. Der verkaufsoffene Sonntag sei schlechter gelaufen als erwartet.

Kontakte wegen Corona vermeiden - Innenstädte leer

Erich Weiß vom Einzelhandelsverband in Pirmasens befürchtet, dass auch das dritte Adventswochenende nicht mehr Menschen in die Geschäfte locken wird.

"Wir sind ja alle froh, dass es keinen Shutdown gegeben hat, aber diese Regelung drückt auf die Stimmung."

Zwar seien viele Kundinnen und Kunden in Pirmasens geimpft. Aber die Aufforderung der Politik, Kontakte zu vermeiden, führe dazu, dass die Innenstädte leerer sind. Die Bevölkerung in Pirmasens ist die Älteste in der Westpfalz. "Nur verständlich, dass viele da trotz Impfung vorsichtig sind", sagt Weiß.

Menschen schlendern an Geschäften vorbei. (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Oliver Dietze)
In Pirmasens gehen zurzeit nicht viele Menschen in der Innenstadt einkaufen. (Archivbild)

Trotz des Umsatzrückganges ist Weiß aber auch zuversichtlich: "Dein Plus von heute ist dein Feind von morgen", laute ein alter Handelsspruch. Viel Plus habe es schon im vergangenen Corona-Winter wegen des Lockdowns nicht gegeben. Deshalb könne es nur besser werden.

Die Umsatzzahlen seien in allen Bereichen des Einzelhandels schlecht, sagt der Geschäftsführer der rheinland-pfälzischen Einzelhandelsverbandes Thomas Scherer. In einigen Branchen habe es bis zu 40 Prozent weniger Umsatz gegeben, seit die 2G-Regel von der Landesregierung eingeführt wurde.

90 Prozent der Kunden in Kaiserslautern haben kein Problem mit Kontrollen

Einzelhändler Matthias Pallmann aus Kaiserslautern sagt, die Kontrollen des 2G-Status bei Kunden laufe im Großteil der Fälle entspannt ab. Über 90 Prozent der Menschen hätten Verständnis dafür und fühlten sich durch die Kontrollen sicherer beim Einkaufen.

Die rheinland-pfälzische Landesverordnung sehe nur Stichproben vor. Trotzdem sei die Kontrolle für die Händler mit mehr Aufwand verbunden, sagt Pallmann. Manche Einzelhändler würden an frequenzstarken Tagen wie Freitag oder Samstag sogar flächendeckend kontrollieren, ob die Kunden geimpft oder genesen sind.

In den Style-Outlets in Zweibrücken übernimmt die Kontrollen eine Sicherheitsfirma. Hier ist nur ein Eingang zu den Geschäften geöffnet.

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SWR