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Der Autobauer Opel hat sich nach eigenen Angaben zum Ziel gesetzt, am Standort Kaiserslautern "die besten, effizientesten und umweltfreundlichsten Batteriezellen" herzustellen. Nicht nur für Ministerpräsidentin Dreyer ein bedeutsamer Tag.

Ziel sei es, Batterien mit einer hohen Zuverlässigkeit für "hohe Fahrzeugreichweiten" herzustellen. Das gab Opel-Geschäftsführer Michael Lohscheller am Freitag bekannt. Der Bau der neuen Fertigungsanlage werde 2023 beginnen, 2024 gehe der erste Abschnitt in Betrieb. Lohscheller zufolge könnten nach Fertigstellung des neuen Werks jährlich bis zu einer halben Million Batterien für E-Autos in Kaiserslautern gebaut werden. Ab 2024 will der Autobauer alle Fahrzeugmodelle auch mit Elektroantrieb anbieten.

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18:00 Uhr
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SWR Fernsehen RP

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU), Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD), Wirtschaftsminister Volker Wissing (FDP) und Opel-Chef Lohscheller waren am Freitag nach Kaiserslautern gekommen, um die ersten Pläne für die Batteriezellenfabrik vorzustellen.

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"Hier in Kaiserslautern entsteht ein echtes Jahrhundertprojekt", so Lohscheller. Durch die Investitionen von zwei Milliarden Euro entstünden rund 2.000 neue Arbeitsplätze allein in Kaiserslautern. Dabei sollen vor allem hochqualifizierte Industriearbeitsplätze entstehen. Aus Arbeitnehmersicht sei die Ansiedlung daher "wie ein Sechser im Lotto für das Land, für die Region für die Stadt aber auch insbesondere für den Opel-Standort Kaiserslautern und seine Beschäftigten", sagte Thorsten Zangerle, Betriebsratsvorsitzender in Kaiserslautern. "Heute ist mal ein schöner Tag", so Zangerle. Er forderte jedoch eine Qualifizierungsoffensive vor dem Aufbau der neuen Fabrik.

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Auch Ministerpräsidentin Malu Dreyer sprach von einer "Sternstunde" und einem "außerordentlich bedeutsamen Tag" für das Land Rheinland-Pfalz als Industriestandort. Wirtschaftsminister Volker Wissing (FDP) hob ebenfalls die Bedeutung für das Land hervor. "Dass Rheinland-Pfalz nun ein besonderer Standort in der Batteriefertigung wird, ist großartig".

Altmaier: "Industriepolitische Entscheidung ersten Ranges"

"Das ist eine industriepolitische Entscheidung ersten Ranges", sagte Bundeswirtschaftsminister Altmaier. Er hofft auf eine Renaissance der Batterieproduktion in Deutschland. "Es besteht die Perspektive, dass in wenigen Jahren die Produktion von Batteriezellen, die wir in Deutschland und Europa schon seit langer Zeit verloren glaubten, an diesen Standort zurückkehrt", so der CDU-Politiker.

Kaiserslauterns Oberbürgermeister Klaus Weichel (SPD) betonte die Wichtigkeit der Pläne für die Stadt und betrieb Werbung in eigener Sache: "Die Forschungsexpertise hier am Standort ist enorm."

Der Präsident des Arbeitgeberverbandes Pfalzmetall, Johannes Heger, reagierte in einem Statement ebenfalls positiv auf die Investitionsentscheidung: "Heute ist ein guter Tag für unseren Wirtschaftsstandort. Elektromobilität ist ein wichtiger Baustein für die CO2-neutrale Mobilität der Zukunft. Die Entscheidung für eine Batteriezellenproduktion in Kaiserslautern zeigt, dass diese Transformation der Automobilindustrie in vollem Gang ist. In der Region sichert das Wertschöpfung, Wachstum und Beschäftigung."

Breite finanzielle Förderung

Die wichtigsten Details zu dem geplanten Batteriewerk in Kaiserslautern waren bereits seit Dezember bekannt. So soll es neben dem Werk in Kaiserslautern eine zweite Fabrik in Frankreich geben. Insgesamt wollen der französische Batteriehersteller Saft und die Opel Konzernmutter PSA sechs Milliarden Euro in die beiden Fabriken investieren.

Die Fabrik wird von Frankreich, Deutschland und der EU mit insgesamt 1,3 Milliarden Euro gefördert. Daher war auch Bundeswirtschaftsminister Altmaier nach Kaiserslautern gereist. Der erklärte, dass sich der Bund "mit einem beachtlichen dreistelligen Millionen Betrag beteiligen" werde. "Ich hoffe, dass wir den Betrag in den kommenden Wochen konkretisieren können."

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