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Der Landrat des Kreises Kaiserslautern, Ralf Leßmeister (CDU), fordert das Gesundheitsministerium des Landes auf, künftig alle Mitglieder der US-Streitkräfte bei der Berechnung der Corona-Inzidenzwerte mitzuzählen. Unter anderem weil das bisher nicht gemacht wurde, galt für den Kreis Kaiserslautern Anfang Oktober zeitweise die Corona-Warnstufe Rot.

Das zuständige Landesuntersuchungsamt hatte nach den Problemen bereits mitgeteilt, in Zukunft die Militärangehörigen berücksichtigen zu wollen – allerdings nur die Militärangehörigen, die im Landkreis und der Stadt Kaiserslautern leben. Das sind nach Angaben des Kreises rund 24.500. Nicht berücksichtigt würden diejenigen, die auf der Airbase wohnen und die zivilen Angehörigen der Streitkräfte – insgesamt umfasst die Kaiserslautern Millitary Community nach SWR-Informationen gut 50.000 Menschen.

Zählweise verfälscht Inzidenzwert massiv

Für den Landrat ist die Vorgehensweise des Landesuntersuchsungsamtes deshalb nicht nachvollziehbar. Denn das Gesundheitsamt Kaiserslautern sei nach dem Infektionsschutzgesetz für alle Angehörigen der Streitkräfte zuständig, egal ob sie auf oder außerhalb eines Militärstützpunktes leben. Durch die aktuelle Zählweise werde der 7-Tage-Inzidenzwert massiv beeinflusst. Der Kreis Kaiserslautern könnte dadurch erneut fälschlicherweise in eine zu hohe Warnstufe rutschen - und diese sei mit erheblichen Einschränkungen für die Bevölkerung verbunden.

Treffen mit Amerikanern geplant

Außerdem ist für die kommende Woche ein Treffen zwischen Vertretern der Kreisverwaltung und der US-Militärgemeinde geplant. Dort sollen Abläufe festgelegt werden, wie die Amerikaner künftig ihre Coronafälle an das Gesundheitsamt melden sollen. Hintergrund ist, dass die Amerikaner in der Vergangenheit ihre Coronafälle zunächst gesammelt und erst zu einem späteren Zeitpunkt gemeldet hatten. Zudem seien die gemeldeten Daten unvollständig gewesen. Unter anderem deshalb war der Kreis Kaiserslautern kurzzeitig in die Corona-Warnstufe Rot gerutscht. Auch in Baumholder im Kreis Birkenfeld haben die dortigen Streitkräfte nur gesammelte und unvollständige Daten geliefert.

Air Base widerspricht Vorwürfen

Die Air Base in Ramstein widerspricht den Vorwürfen, sie habe ihre Coronafälle nicht korrekt an die Gesundheitsbehörden gemeldet. Das Gesundheitsamt des Stützpunktes meldet nach Angaben eines Sprechers täglich die aktuellen Corona-Infektionen an die deutschen Gesundheitsämter. Die jeweiligen Behörden stünden in engem Kontakt, um sicherzustellen, dass die Zahlen korrekt und rechtzeitig gemeldet werden.

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