Ansturm auf PCR-Abstrichstelle

PCR-Tests nur noch mit Überweisung des Gesundheitsamtes

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Die Zahl der PCR-Tests steigt. So stark, dass Teststelle und Labor am Westpfalz-Klinikum in Kaiserslautern kaum noch nachkommen und nun nur noch für das Gesundheitsamt testen.

PCR-Testlabor am Westpfalz-Klinikum Kaiserslautern (Foto: SWR)
Im Labor am Westpfalz-Klinikum in Kaiserslautern werden rund 1.000 PCR-Tests täglich ausgewertet.

Im Labor des Westpfalz-Klinikums in Kaiserslautern laufen die Geräte seit Wochen rund um die Uhr. Die steigenden Corona-Infektionszahlen merken auch die Mitarbeitenden. Fast täglich nimmt die Zahl der kleinen Plastikröhrchen zu, in denen die Proben für den PCR-Test angeliefert werden. "Der Andrang und die Warteschlange ist in den letzten Tagen immer größer geworden", sagte der Geschäftsführer des Klinikums Peter Förster.

Weil es sowohl an der Teststelle im Klinikum als auch im Labor nun zu Engpässen kommt, bittet das Klinikum nun Ärztinnen und Ärzte PCR-Tests selbst zu machen und ihre Patientinnen und Patienten nicht mehr zum Klinikum zu schicken. Ab sofort können daher nur noch diejenige einen PCR-Test machen, die vom Gesundheitsamt Kaiserslautern überwiesen wurden.

Der Chefarzt des Instituts für Labormedizin am Westpfalz-Klinikum Eray Yagmur sagt, die Belegschaft des Labors arbeite bereits 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche.

Täglich 1.000 Tests am Westpfalz-Klinikum Kaiserslautern

Das Labor am Westpfalz-Klinikum testet so viel es kann - täglich rund 1.000 Tests. Das sind PCR-Proben von Klinik-Mitarbeitenden, Patienten und allen, die das Gesundheitsamt Kaiserslautern zum PCR-Test schickt.

"Wir könnten viel mehr testen, aber das System kommt an eine natürliche Grenze. Es gibt zu wenig Platz - außerdem braucht es für mehr Tests auch mehr Mitarbeiter."

Um die steigende Nachfrage nach Tests zu befriedigen, will das Klinikum nun weitere Geräte anschaffen.

Aufwendige Analyse der PCR-Tests

Einen PCR-Test auszuwerten, ist sehr komplex und aufwendig. Die Proben müssen erst gereinigt werden. Dann kommen unter anderem Hitze und chemische Stoffe zum Einsatz, damit am Ende nur noch der Bauplan des Virus übrig bleibt. Erst dann folgt die eigentliche PCR-Analyse.

Ein Gerät nicht größer als eine Mikrowelle untersucht die Proben. Und dann zeigt es an, ob in den Flüssigkeiten der Bauplan des Virus vorhanden ist - oder nicht. Ob man also positiv oder negativ ist. "Wir brauchen rund vier bis fünf Stunden, um alle diese Prozesse im Hintergrund ablaufen zu lassen", erklärt Eray Yagmur.

Ein weiterer Grund für Verzögerungen bei den Testergebnissen ist der Weg der Probe ins Labor, erklärt Yagmur. Ist der Weg länger oder werden die Proben vor Ort erst gesammelt und dann ins Labor geschickt, dauert es auch länger, bis die Probe vom Labor ausgewertet ist. Im Schnitt bekommt aber jeder das Ergebnis innerhalb von etwa 24 Stunden.

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