Kirchenbesucher (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance/dpa | Jonas Güttler)

Gemeinden müssen selbst kontrollieren

Probleme wegen 3G-Regeln in Kirchen in der Westpfalz

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Mit der neuen Corona-Verordnung müssen auch Gottesdienstbesucher nachweisen, dass sie geimpft, genesen oder negativ getestet sind. Einigen Kirchengemeinden der Westpfalz bereitet das Sorge.

Die protestantische Pfarrei Heiliger Martin in Kaiserslautern hat nach eigenen Angaben schon einen Aufruf gestartet, um Helfer für die Einlasskontrollen zu finden. Die Resonanz sei aber sehr gering ausgefallen, so eine Sprecherin. Sie befürchtet, dass es zu wenig Ehrenamtliche gibt, die bereit sind, den 3G-Status vor dem Gottesdienst abzufragen. Zumal Diskussionen vor der Kirchentür zu erwarten seien.

Unverschämte Antworten bei Abfragen in Zweibrücken

"Das birgt Konfliktpotential", sagt auch der katholische Pfarrer Wolfgang Emanuel in Zweibrücken. Schon bei der Kontaktdaten-Erfassung hätten die Ehrenamtlichen seiner Gemeinde teils unverschämte Antworten erhalten. Selbstverständlich werde sein Team den 3G-Status aber abfragen und sich die entsprechenden Nachweise zeigen lassen. Auch, wenn die Ehrenamtlich eigentlich schon jetzt am Limit seien.

Stiftskirche öffnet nur eine Tür 

Sorge äußert auch der Pfarrer der evangelischen Stiftskirchengemeinde in Kaiserslautern, Matthias Jung. Er sei gespannt, ob einige Menschen den Gottesdienst wegen der 3G-Regel jetzt meiden würden. Für die Kontrollen werde jedenfalls nur eine Tür der Lauterer Stiftskirche geöffnet. Jugendlichen, die sich noch nicht impfen lassen konnten oder wollten, wolle man entgegenkommen. Sie könnten auch einen Selbsttest mitbringen und den vor den Augen der Mitarbeiter durchführen.

Keine Probleme bei den 3G-Kontrollen erwartet dagegen die katholische Kirchengemeinde in Kusel. Hier habe man bei den Gottesdiensten schon länger geimpfte, genesene und eine geringe Anzahl an negativ getesteten Menschen rein gelassen. Größer dürfte der Aufwand nach Einschätzung von Pfarrer Nils Schubert aber an Weihnachten werden, wenn mehr Menschen in die Kirche kämen. Und auch bei Bestattungen müsse sich zeigen, wie leicht die Kontrollen zu handhaben seien.

Online-Anmeldung für Weihnachtsgottesdienst in Kirchheimbolanden

Eine Lösung für Weihnachten hat bereits die protestantische Kirchengemeinde in Kirchheimbolanden parat. "Wenn großer Andrang zu erwarten ist, müssen sich die Gottesdienstbesucher bei uns vorab online anmelden", berichtet Dekan Stefan Dominke. In dem Zuge werde dann gleich mit abgefragt, ob jemand geimpft oder genesen sei. Das mache die Kontrollen an der Kirchentür dann einfacher.

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