Maria Schutz hat Kolumbarium

Urnen-Begräbnisstätte in Kirche in Kaiserslautern

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Alternative Begräbnisse werden immer beliebter. In der Kirche Maria Schutz in Kaiserslautern ist ein Kolumbarium eröffnet worden - eine Urnen-Begräbnisstätte. Das ist etwas Neuartiges in der Region.

Kolumbarium Maria Schutz (Foto: SWR)
Das Kolumbarium ist in Nischen an den Außenwänden der Kirche untergebracht.

Denn zum ersten Mal wird im Bistum Speyer ein solches Kolumbarium in einer Kirche eröffnet, die noch für Gottesdienste genutzt wird. Bisher gibt es sie nur auf Friedhöfen oder in Kirchen, die dann nur noch als Begräbnisstätte dienen.

In Kaiserslautern geht man den Weg ganz bewusst, sagt der Dekan von Maria Schutz, Steffen Kühn.

"Wir wollen zeigen, dass das Leben zum Tod dazu gehört."

Früher sei es üblich gewesen, dass Friedhöfe um die Dorfkirche herum gebaut wurden. "So konnten die Menschen nach dem Gottesdienst ihre verstorbenen Angehörigen besuchen", sagt Kühn. Ein solcher Friedhof könne rund um Maria Schutz nicht gebaut werden - deshalb das Kolumbarium im Kircheninneren. "Wir holen damit die Verstorbenen in die Gemeinde zurück."

Der Speyerer Weihbischof Otto Georgens erinnerte während des Gottesdienstes zur Einweihung daran, dass während der katholischen Eucharestiefeier auch der Toten gedacht habe. Mit dem Kolumbarium habe die Gemeinde Maria Schutz jetzt den passenden Rahmen dafür.

Kolumbarium Maria Schutz (Foto: SWR)
Dekan Steffen Kühn zeigt die Urnengräber in seiner Kirche.

Alternative Bestattungen immer beliebter

Die Gemeinde wollte zudem der Tatsache Rechnung tragen, dass sich in den vergangenen Jahren die Bestattungskultur verändert hat. Alternative Bestattungsformen werden immer beliebter. Dazu gehören Beerdigungen in Friedwäldern - aber auch in Kolumbarien.

Insgesamt gibt es in Maria Schutz in Kaiserslautern Platz für über 1.600 Urnen. Sie werden in Wände eingelassen. An jedem Grab ist Platz für eine Vase, in die die Angehörigen Blumen stellen können. Außerdem gibt es einen Andachtsraum, in dem Kerzen angezündet und Bilder der Verstorbenen aufgestellt werden können.

Grabstätte in Maria Schutz in Kaiserslautern kostet maximal 4.500 Euro

Die Kirche ist täglich geöffnet. Wer die verstorbenen Angehörigen im Kolumbarium besuchen möchte, dem kann es passieren, dass gerade im Kirchenraum ein Gottesdienst abgehalten wird - zum Beispiel eine Hochzeit oder eine Taufe. Das gehöre zum Konzept dazu, sagt Dekan Steffen Kühn. Im Kolumbarium sind auch Ruhebänke aufgestellt, auf denen die Besucher den Gottesdiensten folgen können.

Insgesamt habe die Einrichtung des Kolumbariums rund 1,6 Millionen Euro gekostet. Die Pfarrei hat einen Eigenanteil beigesteuert und einen Kredit aufgenommen, außerdem gab es einen Zuschuss des Bistums Speyer. Eine Grabstätte kostet zwischen 2.900 und 4.500 Euro. Schon am Samstag soll nach Aussage von Steffen Kühn die erste Beisetzung im neuen Kolumbarium stattfinden.

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SWR