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Werden die Corona-Maßnahmen weiter gelockert? Wenn ja, wie weit? Das entscheiden die Länderchefinnen und –chefs mit der Kanzlerin am Mittwoch. Auch Hoteliers und Gastronomen in Kaiserslautern hoffen, dass sie endlich eine Perspektive bekommen.

Nachdem am Montag Blumenläden, Tierparks und Friseure unter Hygieneregeln in Kaiserslautern wieder öffnen durften, können Hotels weiterhin nur Geschäftsreisende aufnehmen. Sie für ein Hotel ohne Restaurant zu gewinnen, ist nicht einfach, sagt Patrizia Boßert, Chefin des Hotels Heymann. Ihr Frühstücksraum ist an diesem Morgen leer. Und das hat für sie einen plausiblen Grund: "Weil Geschäftsreisende einfach keine Lust mehr haben auf Nudelsalat aus dem Supermarkt. Sie wollen wieder in Restaurants gehen können. Und Hotels, die einen eigenen Restaurantbereich haben, sind da derzeit natürlich im Vorteil."

Frau steht in einem Hotel vor einer Vitrine mit Gläsern und  Tassen  (Foto: SWR)
Patricia Boßert leitet das Hotel Heymann in Kaiserslautern. Geschäftsreisende bleiben aber derzeit aus, weil das Hotel kein eigenes Restaurant hat.

Nicht nur finanzielle Folgen für Hotelerie in Kaiserslautern

Die Geschäftsfrau hofft, dass die Politik bei ihren Entscheidungen über weitere Corona-Lockerungen die Situation der Hoteliers und Gastronomen mehr im Blick hat. Es gäbe nicht nur die finanzielle Seite zu bedenken, sondern auch psychische Folgen oder Nachwuchsprobleme.

 "Den Umgang am Gast lernen, das kann man nicht auf dem Papier."

Patrizia Boßert, Kreisvorsitzende DEHOGA Kaiserslautern

Gastronomen-Ehepaar ist sich bei Lockerungen uneinig

Besser läuft es bei Stephanie und Christian Bebensee, die eine Rösterei mit Kaffeehaus in Kaiserslautern betreiben. Zwar stehen die Kunden derzeit Schlange, um bei ihnen Kaffeebohnen, Kaffee oder Kuchen zu kaufen. Das bringe immerhin Umsatz, wenn auch deutlich weniger als früher. Stephanie Bebensee vermisst aber vor allem die Gespräche mit den Kunden: "Man fiebert jetzt schon drauf hin und wünscht sich das herbei. Man hat ja zwar Geduld gelernt, aber irgendwann ist auch mal gut."

Das Ehepaar Bebensee steht in seinem Kaffeehaus. (Foto: SWR)
Stephanie und Christian Bebensee von der Kaffeerösterei in Kaiserslautern vermissen den Plausch mit den Kundinnen und Kunden, haben aber auch Angst vor steigenden Infektionszahlen bei Corona-Lockerungen.

Ihr Mann Christian Bebensee befürchtet, dass sich bei schnellen Öffnungen die Mutationen weiter ausbreiten und die Kranken- und Todeszahlen sich erhöhen könnten. Er sieht einer möglichen Öffnung der Gastronomie in Rheinland-Pfalz deshalb kritisch entgegen: "Die Zahlen steigen jetzt schon wieder im Lockdown. Und was passiert, wenn wir weiter lockern? Also das neue Geheimrezept, das können wir noch nicht sehen. Und deshalb wäre uns auch nicht wohl wenn es heißen würde, ihr könnt euer Café in zwei Wochen wieder öffnen."

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