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Seit Mittwoch gelten in Deutschland bis zum Jahresende geringere Mehrwertsteuersätze. Das soll Gastronomen und Einzelhändlern in der Corona-Pandemie helfen. Aber nicht alle wollen die Senkung an die Kunden weitergeben.

Ein Beispiel: In einem Drogeriemarkt in Kaiserslautern kostete die Sonnencreme am Dienstag noch 9,99 Euro - am Mittwoch war sie für 9,74 Euro zu haben. Insgesamt sind es bei den Waren des täglichen Bedarfs eher Cent-Beträge, die der Kunde einsparen kann. Da macht es eher die Masse über das kommende halbe Jahr gesehen.

In den Geschäften sind die Preise aber nicht neu ausgewiesen. Vielen Einzelhändlern ist der Aufwand zu groß, die Preisschilder neu zu drucken. Dort wird der Betrag direkt an der Kasse abgezogen. Einige weisen das Gesparte auch noch einmal explizit auf dem Kassenbon aus.

Der Einzelhandelsverband Kaiserslautern befürwortet die heute eingeführte Mehrwertsteuersenkung. Er rät Händlern dazu, die Kostenersparnis an den Kunden weiterzugeben. Der Kaiserslauterer Vorsitzende des Verbandes, Matthias Pallmann sagte, wenn die Händler weniger an den Staat abgeben müssten, sollten das auch die Kunden merken. "Das finde ich eine Sache der Fairness."

Auch der Gastronomie soll die Mehrwertsteuersenkung helfen, die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise abzumildern. Restaurantbetreiber Felix Rupp aus Kaiserslautern zum Beispiel sagt, die Senkung helfe zumindest ein bisschen, um die Verluste auszugleichen: "Beim einzelnen Verbraucher sind das 7,8 Cent pro Kaffee. Das ist für den recht irrelevant. Aber wenn wir 100 Kaffees verkaufen und weniger an den Staat abgeben müssen, dann hilft es uns."

Mehrwertsteuersenkung wird nicht weiter gegeben

In den Geldbeuteln der Kunden wird also wahrscheinlich wenig ankommen, sagt Felix Rupp. "Wir geben das nicht direkt an den Kunden weiter. Ich sehe das als Förderung vom Staat für uns. Die letzten drei Monate haben wir auch sehr unter der Krise gelitten und Verluste gemacht."

Neue Speisekarten - nein Danke

Außerdem müsste der Kaiserslauterer Gastronom für die zeitlich begrenzte Senkung der Mehrwertsteuer neue Speisekarten drucken. Das ist kompliziert und viel Aufwand. Felix Rupp glaubt aber, dass die Kunden auch gar nicht erwarten, dass die Senkung an sie weitergegeben wird. "Ich glaube eher, dass die Kunden uns mit Verständnis entgegentreten."

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