Die Semperoper in Dresden und die lauteste Oper in Kaiserslautern: das Fritz-Walter-Stadion auf dem Betzenberg. (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Robert Michael / SWR)

Es ist nicht alles nur Rivalität

5 Dinge, die Kaiserslautern und Dresden gemeinsam haben

STAND

Die Relegation zwischen dem 1. FC Kaiserslautern und Dynamo Dresden ist zum Hochrisikospiel erklärt worden. So groß ist die Sorge vor Ausschreitungen. Dabei haben Dresden und Kaiserslautern mehr gemeinsam, als man so denkt.

Kaiser Friedrich

In Dresden hat es nicht ganz gereicht, um in den Stadtnamen übernommen zu werden, aber gleich zwei "Kaiser Friedrich" hat es über die Jahrhunderte an der Elbe gegeben. Friedrich der Kleine und Friedrich der Sanftmütige hießen die zwei Herrscher. Das sind doch eigentlich gute Vorzeichen für zwei Fußballfeste ohne Krawalle. Hauptsache, am Ende freut sich der Kaiser Friedrich Barbarossa, der Friedrich aus Kaiserslautern, dem die Stadt ihren Beinamen "Barbarossastadt" verdankt.

Denkmal von Kaiser Friedrich Barbarossa in Thüringen. (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance / dpa | Jan-Peter Kasper)
Wir wagen mal die Prognose: Wenn Friedrich Barbarossa am Dienstagabend immer noch so grimmig schaut, dann hat es wohl nicht geklappt mit dem Aufstieg für den FCK. picture alliance / dpa | Jan-Peter Kasper

Finanzielle Probleme

Wissen Sie, welcher Bundesligaverein bislang der einzige ist, dem die Lizenz verwehrt wurde? Richtig geraten: Dynamo Dresden in der Saison 1994/95. Zehn Millionen Mark Verbindlichkeiten lasteten damals auf den Dresdnern. Im Sommer wurde Dynamo-Präsident Otto verhaftet, Dresden stürzte nach Lizenzentzug und Zwangsabstieg in die damals drittklassige Regionalliga ab. Und der FCK? Der kam dank Corona einigermaßen unbeschadet durch ein Insolvenzverfahren. Wobei, so viel Realismus muss sein: Ein Zwangsabstieg in die 3. Liga, wie damals bei Dynamo Dresden, wäre zu dem Zeitpunkt auch keine Strafe mehr gewesen.

Soeren Oliver Voigt (Foto: IMAGO, IMAGO / Eibner)
Soeren Oliver Voigt führte den FCK als Geschäftsführer mit ruhiger Hand durch das Insolvenzverfahren und hatte damit maßgeblichen Anteil daran, dass der Verein den überwiegenden Teil seiner Schulden loswerden konnte. Im November 2021 verließ Voigt die Roten Teufel. IMAGO / Eibner

Olaf Marschall

Der Sachse, der zum Fußballgott beim 1. FC Kaiserslautern wurde. Olaf Marschall begann seine Karriere als Bundesliga-Stürmer 1993 bei Dynamo Dresden, nachdem er zuvor drei Jahre in Österreich aktiv war. Nach 32 Spielen und elf Toren ging es zum 1. FC Kaiserslautern, wo er vier Jahre später mit dem FCK als Aufsteiger Deutscher Meister und endgültig zum Fußballgott wurde. Aber das kultige Nasenpflaster gab es nur im FCK-Trikot.

Olaf Marschall im Trikot des 1. FC Kaiserslautern (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance / Arne Dedert/dpa | Arne Dedert)
Olaf Marschall beim Torjubel im Spiel gegen den VfL Wolfsburg am 2. Mai 1998 über das zwischenzeitliche 3:0. Ein Tor von Jürgen Rische und etwa 35 Minuten später war der FCK als erster Aufsteiger Deutscher Meister. Jubelt heimlich mit: das Nasenpflaster. picture alliance / Arne Dedert/dpa | Arne Dedert

Rote Jäger

Die "Roten Jäger" war die Fußballmannschaft, in der Fritz Walter zeitweise während des Zweiten Weltkriegs auf Torejagd ging. Trainer der Militärmannschaft, zumindest manchmal: Sepp Herberger. Die gemeinsame Fußballgeschichte von Herberger und Walter ist bekannt und endete 1954 im größten sportlichen Erfolg der deutschen Nachkriegsgeschichte. Im Mittelfeld der "Roten Jäger" spielte damals ein gewisser Werner Humpert, dessen Heimatverein die Sportfreunde Dresden waren. Mit wie vielen Vorlagen Humpert seinen Stürmer-Kameraden Fritz Walter wohl gefüttert hat?

Sepp Herberger und Fritz Walter mit dem WM-Pokal nach dem Sieg gegen Ungarn 1954 in Bern. (Foto: IMAGO, IMAGO / Ferdi Hartung)
Sepp Herberger (li.) und Fritz Walter (mi.) sind zwei der Gesichter des WM-Siegs von 1954. Werner Humpert sucht man auf den Bildern vergeblich. Über seine weitere Laufbahn als Fußballer ist wenig bekannt. IMAGO / Ferdi Hartung

Expertise für Nähmaschinen

Der Begriff "Pfaff" dürfte allen Pfälzern hinlänglich ein Begriff sein. Die Nähmaschinen aus Kaiserslautern waren im späten 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts weltweit ein Exportschlager. Noch heute werden unter dem Namen Pfaff in der Pfalz Industrienähmaschinen hergestellt. Konkurrenz bekam Pfaff ausgerechnet aus Dresden: Die Naumann-Nähmaschine, von der Ende des 19. Jahrhunderts bereits rund 80.000 Stück pro Jahr produziert wurden, stieg innerhalb kürzester Zeit zur meistproduzierten Nähmaschine in Deutschland auf. Das bessere Ende hatte hingegen Pfaff: Das Dresdner Unternehmen "Seidel & Naumann" wurde 1992 aufgelöst.

Ein Arbeiter im Pfaff-Werk Kaiserslautern an einer Reihe von Nähemaschinen (Foto: picture-alliance / Reportdienste, dpa/picture-alliance/Ronald Wittek)
Gibt es noch heute: Nähmaschinen von Pfaff aus Kaiserslautern. Gibt es nicht mehr: Nähmaschinen von Naumann aus Dresden. dpa/picture-alliance/Ronald Wittek
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