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Der klamme 1. FC Kaiserslautern will weiterhin nur einen Bruchteil der ursprünglichen Miete für das Fritz-Walter-Stadion zahlen. Ob die Stadt dem FCK-Antrag zustimmt, ist aber offen.

Der FCK will als Fußball-Drittligist auch weiterhin nur 425.000 statt 3,2 Millionen Euro pro Jahr an die städtische Stadiongesellschaft zahlen. Über einen entsprechenden Antrag des Vereins soll am kommenden Montag der Stadtrat Kaiserslautern in einer Sondersitzung beraten. Allerdings bahnt sich an, dass eine definitive Entscheidung wohl frühestens in der nächsten regulären Stadtratssitzung am 3. Februar fällt.

Stadtratsfraktionen kritisieren fehlende Informationen

Eine SWR-Umfrage unter allen Stadtratsfraktionen hat ergeben, dass eine klare Mehrheit sich noch nicht festlegen will, weil es noch zu viele offene Fragen gebe. CDU, FWG und Grüne bezeichnen in einer gemeinsamen Presseerklärung die Informationslage im Vorfeld als "absolut unbefriedigend". Daher sei man momentan "in keinem Punkt entscheidungsfähig".

Viele Fragezeichen wirft bei den Städträten unter anderem die überraschende Forderung von Oberbürgermeister Klaus Weichel (SPD) auf. Demnach soll die Stadiongesellschaft im Gegenzug zu einer Mietminderung Aktien des FCK erhalten. Zwar bewerten CDU, FWG und Grüne diesen Vorschlag als "prüfenswert". Die Machbarkeit und die Auswirkungen des Vorschlags seien aber unklar.

Rathaus Kaiserslautern (Foto: SWR, (Archivbild))
Im Kaiserslauterer Rathaus wird (wieder einmal) über den Mietnachlass für den FCK entschieden. (Archivbild)

Die SPD-Räte haben sich zum FCK-Antrag noch keine endgültige Meinung gebildet. Die Fraktion will sich am kommenden Montag im Vorfeld der Sondersitzung erstmals damit befassen. Oberbürgermeister Weichel kritisiert, dass der FCK bisher keine belastbaren Zahlen eines Wirtschaftsprüfers vorgelegt habe, die belegen würden, dass eine derart hohe Mietminderung notwendig sei, damit der Verein überleben könne. FCK-Beiratsvorsitzender Markus Merk hat angekündigt, zeitnah mit Weichel über die Problematik sprechen zu wollen.

AfD für FCK-Mietminderung - Linke dagegen

Nur eine Fraktion - nämlich die AfD - hat schon jetzt ihre Zustimmung zum FCK-Antrag signalisiert. Eine "utopisch hohe Pacht" hätte aus Sicht der Fraktion dessen eventuelle Insolvenz zur Folge und damit nicht nur den dauerhaften Wegfall der Stadionmiete, sondern auch "sämtlicher direkter und indirekter Einnahmen der Stadt Kaiserslautern, die durch den FCK und dessen Anziehungskraft generiert werden".

Umgekehrt hat nur die Linken-Fraktion ihre eindeutige Ablehnung erklärt. Begründung: Für eine der am höchsten verschuldeten Städte Deutschlands sei die deutliche Mietminderung finanziell nicht tragbar und den Bürgerinnen und Bürgern auch nicht zu vermitteln. "Während im Bereich Kultur und bei kleinen Sportvereinen gespart wird, soll ein Profiverein zu Lasten der Stadt begünstigt werden", so die Linken.

Die Fraktion "Die Partei" hält von einem möglichen Geschäft Aktien gegen Mietnachlass nichts. Wer sich "Aktien eines finanziell maroden Vereins als Gegenleistung für ein Geldgeschenk an diesen andrehen lässt", hätte in der Schule besser aufpassen sollen, heißt es in einer Stellungnahme. Der Vorschlag sei bestenfalls eine Verlagerung des finanziellen Desaster in die Zukunft.

Verringerte Pacht für Fritz-Walter-Stadion Aktien für Miet-Nachlass? FCK reagiert irritiert auf Weichel-Vorstoß

Der 1. FC Kaiserslautern hat mit Unverständnis auf den Vorstoß von Oberbürgermeister Weichel (SPD) reagiert. Der hatte angeregt, der Klub solle der Stadt Aktien als Gegenleistung für eine Verlängerung der Pacht-Reduzierung zukommen lassen.  mehr...

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