Schwarzmarkt blüht

Karten für Spiele des FCK - horrende Preise im Internet

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Es ist der Fluch der guten Tat: Der 1. FC Kaiserslautern spielt in der dritten Liga um den Aufstieg. Die Karten für die restlichen Spiele werden im Internet gehandelt - zu hohen Preisen.

Screenshot Ebay von FCK-Tickets (Foto: SWR)
Auf der Internet-Plattform Ebay werden Tickets für die Spiele des FCK zu stark überhöhten Preisen angeboten.

90 Euro für eine Karte. Nein - nicht für ein Konzert der Rolling Stones, sondern für ein Spiel der dritten Fußball-Liga. Wer auf die Internet-Plattform Ebay geht, findet dort ein solches Angebot für das letzte Saisonspiel des 1. FC Kaiserslautern bei Viktoria Köln. Und nicht nur das: Der Verkäufer bietet gleich drei Karten an - 270 Euro sind damit die Verhandlungsbasis.

Schwarzmarkt Folge des sportlichen Erfolgs des FCK

"Eigentlich können wir froh sein, dass wir uns mit dem Thema beschäftigen müssen", sagt der Leiter des Ticketing beim 1. FC Kaiserslautern, Marcus Böse mit einem Augenzwinkern. Was er meint: Noch vor einem Jahr spielte der FCK gegen den Abstieg aus der dritten Liga - die Nachfrage nach Karten war gering, das Problem Schwarzmarkt stellte sich nicht. Dass es jetzt wieder aufgetaucht ist, sei also ein Zeichen für den sportlichen Erfolg. "Aber das Problem selbst ist natürlich schlimm für unsere Fans", ergänzt Böse.

FCK-Fans gegen Saarbrücken in der Westkurve Fritz-Walter-Stadion (Foto: IMAGO, Jan Huebner)
Der FCK kann im Saisonendspurt auf die Unterstützung seiner Fans zählen Jan Huebner

Rund um den Betzenberg ist die Aufstiegs-Euphorie ausgebrochen: Die Heimspiele gegen Saarbrücken und die Amateure von Borussia Dortmund waren oder sind ausverkauft, Tausende FCK-Fans begleiten die Mannschaft zu den Auswärtsspielen. Auch dort ist es für die Fans schwer, im Vorverkauf an Karten zu kommen. Schließlich hat nicht jeder Verein in der dritten Liga eine Arena wie der FCK - die Stadien sind oft sehr viel kleiner, die Zahl der Karten für Auswärtsfans begrenzt.

Zu viele FCK-Fans, zu wenig Karten

"Wir möchten gerne, dass jeder, der es verdient, auch eine Karte bekommt", sagt FCK-Pressesprecher Stefan Roßkopf. "Leider ist die Zahl derer, die es verdient haben, größer als die Zahl der Karten, die zur Verfügung stehen." Der FCK gibt die Auswärtskarten vor allem an Fanclubs, Dauerkarteninhaber und Mitglieder ab - in den freien Verkauf gehen so gut wie keine. Außerdem gibt es Begrenzungen: Zum Auswärtsspiel in Wiesbaden konnte jeder zum Beispiel maximal vier Karten kaufen, beim Spiel in Köln waren es nur zwei.

Was zu Auswüchsen geführt hat, wie Stefan Roßkopf erzählt. Einige FCK-Fans seien extra nach Köln gefahren, um sich dort bei der Viktoria mit Karten einzudecken. Als das dann auch nicht geklappt hatte, riefen sie beim FCK an und beschwerten sich - und wollten als Kompensation für die lange Fahrt eben die Karten vom FCK. "Sowas können wir natürlich nicht tun", sagt Roßkopf.

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Kritiker sehen gerade im begrenzten Verkauf allerdings das Einfallstor für "Schwarzmarkthändler": Diese würden vier Karten kaufen, höchstens eine selbst nutzen und den Rest dann im Internet anbieten. FCK-Ticketing-Leiter Marcus Böse verteidigt aber die Praxis. "Wenn wir 1.000 Karten zur Verfügung haben und an jeden Käufer vier abgeben, haben wir nur 250 Vorgänge bei uns im Ticketing." Das spare Geld, Arbeit und Zeit, denn diese Karten müssten ja auch verschickt werden.

Zu wenig Mitarbeitende im Ticketing des FCK

Und damit spricht er ein grundsätzliches Problem an. "Wir sind ein Drittligist und dementsprechend personell aufgestellt", fasst es FCK-Pressesprecher Stefan Roßkopf zusammen. Soll heißen: Im Ticketing arbeiten gerade einmal drei Mitarbeitende. Diese müssen sich um Tages-, Auswärts- und VIP-Karten kümmern sowie die zahlreichen Anrufe entgegen nehmen und die Mails beantworten. "Wenn sie vor knapp 50.000 Zuschauern spielen, ist das fast nicht zu schaffen", sagt Roßkopf.

Und dann noch diejenigen verfolgen, die im Internet die Karten zu überhöhten Preisen anbieten? "Wir würden gerne, aber das schaffen wir personell nicht. Eigentlich bräuchten wir einen Mitarbeitenden, der sich nur darum kümmert", sagt Marcus Böse. Ab und zu ruft er selbst einen der Anbieter im Internet an. Meistens sind das keine professionellen Schwarzmarkthändler, sondern einfache Fans, hat er festgestellt. "Denen erklärt man dann, dass das gegenüber anderen Fans nicht okay ist, was sie tun. Und dann nehmen sie die Angebote oft direkt runter."

Zweite Liga könnte dem FCK-Ticketing mehr Personal bringen

"Schwarzmarkt hat es immer gegeben und wird es immer wieder geben", sagt Marcus Böse. Er hofft, dass der FCK den Aufstieg in die zweite Liga schafft - nicht nur aus sportlichen Gründen. Denn dann könne man das Ticketing personell aufstocken und solchen Fällen wieder verstärkt nachgehen.

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