picture alliancedpa | Bernd Wüstneck (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Während vierter Corona-Welle weniger Blutspenden in der Pfalz

"Echtes Versorgungsproblem steht kurz bevor"

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Die Zahl der Blutspenden ist seit Beginn der Corona-Pandemie schon öfter eingebrochen. Jetzt wieder, während der vierten Corona-Welle. Das DRK in Kaiserslautern und die Blutspendezentrale Saar-Pfalz sprechen von einer ernsten Lage.

Schon vor der Corona-Pandemie waren Blutkonserven immer wieder knapp. Durch Covid-19 hat sich das teilweise noch verstärkt. Vor allem dann, wenn es viele Neuinfektionen gibt, spenden die Menschen weniger Blut, beobachtet die Blutspendezentrale Saar-Pfalz. Sie ist beispielsweise für das Blutspenden am Westpfalz-Klinikum in Kaiserslautern zuständig.

Auch jetzt, während der vierten Corona-Welle, gibt es wieder weniger Blutspenden. Das teilt ein Sprecher des DRK-Blutspendedienstes West mit. In Kaiserslautern, Zweibrücken, Kusel und Kirchheimbolanden sei die Zahl der Blutspenden in den vergangenen Wochen zwischen 10 und 15 Prozent zurückgegangen.

Blutspendezentrale Saar-Pfalz: Die Lage ist ernst

Matthias Mudra, Geschäftsführer der Blutspendezentrale Saar-Pfalz, spricht von einer ernsten Lage. Im vergangenen November und aktuell im Dezember habe es nur halb so viele Blutspenden gegeben wie sonst zu dieser Zeit. Sollte die Zahl weiter zurückgehen, könne es ein echtes Versorgungsproblem geben. Man stehe schon kurz davor, betonte Mudra.

"Wir stehen kurz vor einem echten Versorgungsproblem."

Am Nardini Klinikum in Landstuhl und Zweibrücken hat es nach Angaben eines Sprechers bislang keine Versorgungsengpässe mit Blutkonserven gegeben. Auch das Städtische Krankenhaus in Pirmasens hat noch keine Probleme. Gleiches gilt für das Westpfalz-Klinikum mit seinen Standorten in Kaiserslautern, Kirchheimbolanden, Rockenhausen und Kusel.

Weniger Operationen verhindern Versorgungsproblem noch

Dass die Krankenhäuser in der Westpfalz momentan noch keine Engpässe an Blutkonserven haben, liege daran, dass wegen der Corona-Pandemie weniger operiert werde, erklärt Matthias Mudra von der Blutspendezentrale Saar-Pfalz. Durch die geringe Nachfrage nach Blutkonserven sei die Lage noch beherrschbar. Allerdings werde das meiste Blut auch gar nicht für Operationen benötigt. Ein Großteil gehe zum Beispiel an krebs- oder herzkranke Menschen.

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Dabei sei eine Blutspende sicher und man müsse keine Angst vor einer Infektion haben. In allen Einrichtungen des Roten Kreuzes und auch bei der Blutspendezentrale in Kaiserslautern gilt die 3G-Regel. Blut spenden dürfen also nur diejenigen, die nachweislich geimpft, genesen oder negativ getestet sind. Außerdem gilt Maskenpflicht. Beim DRK sogar FFP2-Maskenpflicht und es müssen vorab Termine gemacht werden.

So läuft die Blutspende nach Infektion mit Corona und Impfung

Wer eine Infektion mit Corona überstanden hat, kann nach Angaben von DRK und Blutspendezentrale vier Wochen nach der Genesung wieder Blut spenden. Wer frisch geimpft wurde, darf quasi sofort spenden. Solange man sich fit fühlt und keine Impfreaktion hat.

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Bei allen Blutspenden des DRK-Blutspendedienstes West gilt ab heute die sogenannte 3-G-Regel. Einer Mitteilung zufolge erhalten nur Menschen Zutritt, die geimpft, genesen oder getestet sind. Außerdem bestehe die Pflicht zum Tagen einer FFP2-Maske. Um Wartezeiten und größere Menschenansammlungen zu vermeiden, bittet das DRK Bürgerinnen und Bürger die Blut spenden wollen, vorab im Internet einen Termin zu reservieren. Nach einer Corona-Impfung sei es bereits am folgenden Tag möglich, Blut zu spenden, so das DRK. Voraussetzung sei, dass keine Impfreaktionen auftreten.  mehr...

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