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In der Westpfalz gibt es einen weiteren bestätigten Coronavirus-Fall. Dabei handelt es sich um einen 32-Jährigen. Er stammt aus dem direkten Umfeld des Mannes, der vor Kurzem im Westpfalz-Klinikum positiv auf das Coronavirus getestet wurde.

Wie das rheinland-pfälzische Gesundheitsministerium am Samstag mitteilte, wird der Mann nun zunächst ebenfalls im Westpfalz-Klinikum Kaiserslautern versorgt. Beiden Erkrankten gehe es gut.

Das Gesundheitsamt ermittele zurzeit die primären Kontaktpersonen des aktuell neu positiv Getesteten. Von anderen Gesundheitsämtern im Land gebe es aktuell keine Meldung über einen neuen Coronavirus-Krankheitsfall.

27 Personen in Quarantäne

Nach Angaben des Gesundheitsamtes Kaiserslautern hatten 27 Menschen in den vergangenen Tagen mit den beiden Erkrankten Kontakt. Sie befinden sich zurzeit in häuslicher Quarantäne. 17 von ihnen wurden bereits negativ auf das Virus getestet, die weiteren Ergebnisse stehen noch aus.

Bei den 17 Personen, die bereits seit zwei Tagen in Quarantäne sind, ist die Krankheit bisher nicht nachgewiesen worden. Aber: "Die Personen befinden sich weiterhin in häuslicher Quarantäne, die vorsorglich vom zuständigen Gesundheitsamt Kaiserslautern angeordnet wurde", so das Gesundheitsministerium.

Nach Angaben des Kreises Kaiserslautern sind 15 der 17 Betroffenen Kollegen des mit dem Coronavirus infizierten 32-jährigen Mitarbeiters der Technischen Universität (TU) Kaiserslautern. Die restlichen zwei seien Mitbewohner aus einer Kaiserslauterer Wohngemeinschaft des Infizierten. Einer von ihnen sei Student der TU, der andere Lehrer an der Berufsbildenden Schule in Landstuhl. Bis auf eine Person, die aus Pirmasens kommt, kommen alle anderen aus Kaiserslautern.

32-Jähriger womöglich im Iran infiziert

Am Donnerstag war in der Westpfalz der erste Coronavirus-Fall am Westpfalz-Klinikum in Kaiserslautern nachgewiesen worden. Der Erkrankte - ein Mann mit iranischer Abstammung - war Mitte Februar von einem Iran-Besuch zurückgekehrt.

Nach Angaben von Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) hatte er dort Kontakt zu einer "symptomatisch auffälligen Person" gehabt. Derzeit befindet sich der 32-Jährige auf einer Isolierstation des Westpfalz-Klinikums. Sein Gesundheitszustand habe sich gebessert.

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Hygienetipps an Schulen verschickt

Unterdessen hat das rheinland-pfälzische Bildungsministerium Handlungsempfehlungen und Hygienetipps an alle Schulen verschickt. Darin heißt es, Eltern sollten Kinder mit Fieber, Husten oder Schnupfen nicht in die Schule schicken.

Schulen sollen zudem Hinweise zur Hygiene gut sichtbar im Eingangsbereich anbringen. Empfohlen wird beispielsweise regelmäßiges Händewaschen und auch kleine Wunden mit einem Pflaster zu verkleben. Schulfeste und Klassenfahrten laut Bildungsministerium bisher nicht abgesagt werden. Klassen, die ins Ausland wollen, sollten aber die Reise und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes prüfen.

Auch in Luxemburg erster Fall bestätigt

Das neuartige Coronavirus ist unterdessen auch in Luxemburg angekommen. Das bestätigte die luxemburgische Gesundheitsministerin Paulette Lenert bei einer Pressekonferenz am Samstagabend. Es handelt sich demnach um einen 40 Jahre alten Mann mit eindeutigen Symptomen. Er sei allerdings nicht schwer erkrankt, teilte die Gesundheitsministerin mit. Der Mann habe sich zuvor in Italien aufgehalten und werde isoliert im Zentralkrankenhaus in Luxemburg behandelt. Die Behörden untersuchten derzeit, mit wem der Erkrankte in Kontakt war. Die Regierung hat einen Krisenstab eingerichtet. Zu Panik gebe es keinen Anlass, sagte Lenert.

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