Ein Baum blockiert einen Waldweg in Hohenecken. Der Baum ist unter der großen Schneelast zusammengebrochen. (Foto: SWR)

Mehr als 20 Stunden ohne Strom

Aufräumen nach dem Schneechaos im Westen der Pfalz

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Erst starker Regen und stürmische Böen. Dann Schnee und Gewitter und später Stromausfall. Das Wetter am Freitagabend hat in vielen Orten der Westpfalz starke Schäden verursacht. Jetzt wird aufgeräumt.

In kürzester Zeit hatte der Schnee am Freitagabend für ein großes Chaos in der Westpfalz gesorgt. In 98 Gemeinden gab es deshalb zeitweise keinen Strom. Bei manchen dauerte der Stromausfall nur eine Minute, wie in Waldfischbach-Burgalben zum Beispiel. In Trippstadt bei Kaiserslautern mussten die Menschen nach Angaben der Pfalzwerke mehr als 21 Stunden auf Strom warten.

Grund seien ausschließlich Schäden an den Stromleitungen gewesen, die durch abgebrochene Äste oder umgestürzte Bäume verursacht wurden. In Teilen der Westpfalz war deshalb auch das gesamte Wochenende über das Internet gestört.

"Mir wird ganz anders, wenn ich die Schadensmeldungen sehe."

Viele Straßen noch immer gesperrt

Das größte Problem sind die Bäume, die unter der extremen Schneelast zusammengebrochen sind. Das sagen die Straßenmeistereien in der Westpfalz. Etliche Straßen seien deshalb nach wie vor gesperrt. Die Aufräumarbeiten würden auf Hochtouren laufen. Man hoffe, die Schäden bis Dienstag beseitigt zu haben.

Doch schon jetzt ist klar, manche Straßen werden wegen der Schäden länger gesperrt bleiben. Darunter zum Beispiel die L468 - zwischen Großbundenbach und Oberauerbach und die K59 zwischen B270 und Krickenbach. Das teilte der Landesbetrieb Mobilität in Kaiserslautern mit.

Ein Baum liegt auf einer Straße im Karlstal bei Trippstadt. (Foto: SWR)
In der Westpfalz sind nach dem starken Schneefall auch noch immer viele Straßen durch Bäume blockiert. Zum Beispiel die L500 im Karlstal bei Trippstadt.

Autofahrer umfahren Straßensperrungen

Nach dem starken Schneefall im Westen der Pfalz kritisiert die Polizei das Verhalten einiger Autofahrer. Manche hätten Straßensperren nicht nur ignoriert, sondern sogar zur Seite geräumt. "Sperrungen haben ihren Sinn" - schreibt das Polizeipräsidium Westpfalz in einer Pressemitteilung. Sperrungen seien "regelmäßig ignoriert" worden.

Am heftigsten auf der B270. Noch während dort Einsatzkräfte dabei waren, die Fahrbahn zu räumen, habe ein Fahrer die Absperrung zur Seite geschoben und sei wie selbstverständlich durchgefahren. Weitere Autofahrer seien ihm gefolgt und hätten die Räumarbeiten damit behindert.

 Probleme auch im Bahnverkehr

Nach Angaben der Deutsche Bahn waren auch viele Zugverbindungen ausgefallen. Entlang der Bahnstrecken waren ebenfalls Bäume unter der Last des Schnees zusammengebrochen und teilweise auf die Gleise gestürzt. Betroffen war unter anderem die Bahnstrecke zwischen Kaiserslautern und Pirmasens. Sie war tagelang gesperrt, ist inzwischen aber wieder freigegeben.

Ein Feld bei Hermersberg ist mit Schnee bedeckt. (Foto: SWR)
Ein Feld bei Hermersberg ist mit Schnee bedeckt: Viele Landwirte können noch nicht absehen, wie hoch die Schäden auf ihren Feldern sind.

Landwirte können Schäden noch nicht absehen

In manchen Orten in der Westpfalz fielen mehr als 20 Zentimeter Schnee. Der sei extrem nass und schwer gewesen, sagte Landwirtschaftsmeister Jürgen Vogelgesang aus Martinshöhe. Er ist Kreisvorsitzender des Bauern- und Winzerverbandes Kaiserslautern. Der Raps sei in der Blüte schon sehr weit gewesen. Ob er durch die Last des Schnees gelitten habe, sei noch nicht abzusehen. Auch seien viele Landwirte aktuell noch von ihren Feldern abgeschnitten, weil auch hier Bäume und Äste die Wege und Zugänge versperrten.

Spaziergang im Wald: Forstämter warnen davor

Die enormen Schneemassen haben auch in den Wäldern in der Westpfalz für Zerstörung gesorgt. Die Waldwege seien wegen der umgestürzten Bäume und abgebrochenen Ästen kaum passierbar, erklären die Forstämter. Viele Bäume sind nach Angaben des Forstamtes Donnersbergkreis angeknackst und können jederzeit umfallen. Im Wald sei es aktuell also sehr gefährlich. Die Förster warnen deshalb im Wald spazieren zu gehen. Die Aufräumarbeiten sollen wohl noch die ganze Woche dauern.

Ein Baum blockiert einen Waldweg in Hohenecken. Der Baum ist unter der großen Schneelast zusammengebrochen. (Foto: SWR)
Viele Waldwege in der Westpfalz sind noch durch Bäume und Äste blockiert. Sie sind unter der Schneelast abgeknickt oder umgefallen.

Karlstalschlucht über Ostern gesperrt

Wie die Tourist-Info der Verbandsgemeinde Landstuhl mitteilte, ist die Karlstalschlucht bei Trippstadt bis auf weiteres gesperrt. Nach dem massiven Wintereinbruch würden umgestürzte Bäume die Karlstalschlucht auch über die Osterfeiertage unbegehbar machen. Ein Besuch der Karlstalschlucht selbst oder auch eine Wanderung durch die Karlstalschlucht sei daher nicht möglich! Die Tourist-Info weist eindringlich darauf hin, dass die Sperrungen dringend zu beachten seien.

In Kaiserslautern ist die Stadtbildpflege nach Angaben der Stadt noch immer dabei, die Stellen zu erfassen, an denen der Schnee Bäume umstürzen ließ. Gleichzeitig starteten Aufräumarbeiten, auch um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten. Die Feuerwehr räume zwar umgestürzte Bäume von der Fahrbahn, aber anschließend sei auf öffentlichen Flächen die Stadtbildpflege zuständig, diese zu beseitigen.

Zweibrücken rät von Waldspaziergängen über Ostern ab

Die Stadt Zweibrücken warnt nach dem Schneechaos ebenfalls vor Spaziergängen im Wald. Durch abgebrochene Äste oder komplett umgefallene Bäume könne es weiterhin zu Beeinträchtigungen kommen. Vor allem auf den Wegen im Heilbachtal, hinauf zum Naturfreundehaus Harzbornhaus. Auch sei der Weg 42 in Wattweiler wegen querliegender Bäume gesperrt.

Schäden auch im Japanischen Garten Kaiserslautern

Im Japanischen Garten in Kaiserslautern sind ebenfalls Bäume umgestürzt, weshalb der Garten am Samstag geschlossen blieb. Viele Bäume, darunter die blühenden Magnolien, sind durch den Schnee beschädigt worden. Die Aufräumarbeiten dauerten das gesamte Wochenende.

Posted by Japanischer Garten Kaiserslautern e.V. on Saturday, April 9, 2022

In der Gartenschau in Kaiserslautern waren rund 20 Bäume sind laut Parkleiterin Christine Schweigert umgefallen und entwurzelt worden. Die Blumen hätten das extreme Wetter aber ohne großen Schaden überstanden. Allerdings seien einige der Sandskulpturen, die momentan ausgestellt werden, durch den starken Regen und Schnee zerstört worden.

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