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Der 1. FC Kaiserslautern steht kurz vor der Regionalliga. Aber wo wird er seine Heimspiele bestreiten? Die Suche nach Ersatz für die einstige Festung Betzenberg beginnt.

Dass das Fritz-Walter-Stadion einmal nicht mehr die Heimspielstätte der Roten Teufel sein könnte, hätte sich vor wenigen Jahren niemand vorstellen können. Doch der stetige sportliche Abstieg und die immer größer werdenden finanziellen Sorgen, machen dieses Horrorszenario wohl bald bittere Realität.

Das größte Problem ist und bleibt das Stadion. SWR-Reporter Jan Jaworski fasst die Problematik zusammen.

SV Alsenborn würde FCK gerne aufnehmen

Wer nimmt die Roten Teufel im Falle eines Auszugs aus dem Fritz-Walter-Stadion auf? Der SV Alsenborn würde gerne. Der Verein mit dem einst Fritz Walter als Trainer beinahe den Aufstieg in die Bundesliga geschafft hätte, würde sein „Stadion an der Kinderlehre“ gerne zu Verfügung stellen. Immerhin hatte es in Hochzeiten eine Kapazität von etwa 13.000 Zuschauern.

Gudrun Heß-Schmidt, SV Alsenborn (Foto: SWR)
Gudrun Heß-Schmidt, die 1. Vorsitzende des SV Alsenborn.

Doch so einfach geht das nicht, sagt Gudrun Heß-Schmidt, die 1. Vorsitzende des SV Alsenborn. „Wir haben das Stadion sehr stark zurückgebaut und verkleinert, so dass es überhaupt nur noch ein Fassungsvermögen von etwas mehr als 1.000 Zuschauern hat.“ Außerdem müsste die Infrastruktur am Stadion erst einmal für die Regionalliga tauglich gemacht werden. Kosten, die wohl weder der SVA noch der FCK tragen können.

Vom Fritz-Walter-Stadion in die Südwestpfalz?

Naheliegend wäre für den FCK auch ein Umzug ins knapp 30 Kilometer entfernte Pirmasens. In dem modernen Stadion auf der Husterhöhe gibt es Platz für 10.000 Zuschauer. Der FK Pirmasens trägt dort seine Heimspiele in der Regionalliga aus. Man würde sich also das Stadion mit der direkten Konkurrenz teilen. Außerdem werden dort immer mal wieder Junioren-Länderspiele ausgetragen. Aber was sagt die Betreiberin, die Stadtentwicklung Pirmasens GmbH, dazu?

SWR (Foto: SWR, SWR)
Das Stadion im Sportpark Husterhöhe in Pirmasens. SWR

Von dort heißt es, dass man Gesprächen mit dem FCK „jederzeit offen gegenüber“ stehe. Voraussetzung sei aber, dass dem FK Pirmasens „keinerlei Nachteile entstehen dürfen, sollte es zu einer dauerhaften Vermietung des Stadions an Dritte kommen“. Die Stadtentwicklung Pirmasens werde bei einer FCK-Anfrage zunächst mit dem FKP darüber sprechen. Eine solche gebe es bislang aber nicht.

FCK könnte im Saarland unterkommen

Wie sieht es bei einem anderen Regionalligisten in der näheren Umgebung aus, beim FC 08 Homburg? Das Waldstadion in der saarpfälzischen Stadt ist zwar schon etwas in die Jahre gekommen, bietet aber immerhin Platz für mehr als 16.000 Zuschauern. Nicht nur deshalb könnte Homburg der Favorit als mögliche Ersatzspielstätte für den FCK sein.

SR (Foto: SR)
Hier im Waldstadion trägt bislang nur der FC Homburg seine Regionalliga-Spiele aus. SR

Auch die Tatsache, dass die Roten Teufel und der FC Homburg mit der Firma Dr. Theiss Naturwaren denselben Trikotsponsoren haben, spricht für das Waldstadion. Außerdem ist Geschäftsführer der Firma, Guiseppe Nardi, Teil der sogenannten regionalen Investoren beim FCK. Aber: Betreiberin ist die Stadt Homburg. Sie äußerte sich nicht zu einer möglichen Verpachtung des Waldstadions an den FCK. Stadtsprecherin Linda Barth teilte auf Anfrage mit: „Damit beschäftigen wir uns, wenn es eine offizielle Anfrage des Vereins geben sollte.“

Frühere Hüttenstadt Neunkirchen gesprächsbereit

Sollte es mit Homburg nicht klappen, könnten die Roten Teufel vielleicht ein paar Kilometer tiefer im Saarland, in Neunkirchen, fündig werden. Das altehrwürdige Ellenfeldstadion hat zwar seine besten Zeiten hinter sich, bietet aber mit einer Kapazität von knapp 20.000 Zuschauern genug Platz für ein mögliches Regionalliga-Spiel des FCK. Neben dem Traditionsclub Borussia Neunkirchen, der aktuell in der sechsten Liga verweilt, haben bis vor Kurzem auch die Footballer der Saarland Hurricanes das Stadion genutzt.

SR (Foto: SR)
Ellenfeldstadion in Neunkirchen. SR

Die Betreiberin, die Kreisstadt Neunkirchen, zeigte sich grundsätzlich bereit für Gespräche. Aber hier müsste vorab geklärt werden, „ob und unter welchen Bedingungen dies bewerkstelligt werden könnte.“ Eine Anfrage des FCK gibt es auch hier nicht.

Rote Teufel zurück ins Südweststadion in Ludwigshafen?

Vielleicht fällt die Entscheidung ja auch auf ein Stadion, das vor allem die älteren FCK-Fans noch kennen dürften: das Südweststadion in Ludwigshafen. Dort trug der FCK schön öfter seine Heimspiele aus, weil das Fritz-Walte-Stadion entweder noch zu klein war oder gerade ausgebaut wurde. Unvergessen bleibt die Partie gegen den FC Bayern im Jahr 1972 vor 60.000 Zuschauern. Bis heute das FCK-Heimspiel mit den meisten Zuschauern.

 (Foto: SWR, Archivmaterial)
Mit zusätzlichen Tribünen passten in das Südweststadion in Ludwigshafen einst sogar mehr als 80.000 Zuschauer. Archivmaterial

Doch heute bietet das Südweststadion wegen einer begrenzten Zulassung nur noch Platz für etwa 6.500 Zuschauer. Außerdem ist es schon sehr in die Jahre gekommen. Die Stadt Ludwigshafen sucht nach einem finanzstarken Mieter, der das Stadion aufwertet. Der FCK wäre da wohl der falsche Ansprechpartner. Auch die Stadt sagt, dass sie derzeit nicht plane, die Roten Teufel aufzunehmen. Eine Anfrage liege ohnehin nicht vor.

Die Auswahl an möglichen Ersatzstadien im Südwesten ist groß für den 1. FC Kaiserslautern. Der vereinseigene Sportpark Fröhnerhof, der als Trainingsgelände und Spielstätte für den FCK-Nachwuchs dient, fällt wegen der fehlenden Infrastruktur allerdings wohl als Stadion-Ersatz weg. Doch bis der "Betze" wirklich vom Betzenberg wegzieht, kann noch viel passieren. Immerhin läuft die Saison in der dritten Liga noch. Der Klassenerhalt ist noch möglich. Die Roten Teufel haben ihren Verbleib im Fritz-Walter-Stadion noch selbst in der Hand - bzw. auf dem Fuß.

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