Schwimmbad (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Philipp Schulze)

Hallenbadsaison 2022

Hallenbäder in der Westpfalz trotz Energiekrise geöffnet

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Nadine Lindacher
Bild von Nadine Lindacher, Redakteurin im SWR Studio Kaiserslautern (Foto: SWR)

Die Energiekrise betrifft auch die Hallen- und Erlebnisbäder in der Westpfalz. Energie sparen ja, aber die Bäder wollen auch ihrem sozialen Auftrag nachkommen.

Schwimmbäder sind für Kommunen immer ein Zuschuss-Geschäft, sagt Kati Miersch von den Stadtwerken in Pirmasens. Die Stadtwerke beitreiben das PLUB in Pirmasens. Das soll wie alle anderen Hallenbäder in der Westpfalz vorerst geöffnet bleiben. Ob das allerdings möglich sein wird, hängt von der Entwicklung der Energiepreise und von den Vorgaben der Politik ab.

Pirmasens: Daseinsvorsorge für die Bürger

Das PLUB in Pirmasens besitzt zwar ein eigenes Blockheizkraftwerk, das ist aktuell wegen der hohen Gaspreise aber nicht in Betrieb, erklärt Kati Miersch. Das Schwimmbad nutzt momentan die Fernwärme vom örtlichen Heizkraftwerk zum Betrieb des Bades. Es gibt bisher noch keine Veränderungen für die Badegäste, die Temperatur in der Wasserbecken wurde noch nicht gesenkt, sagt Miersch.

Energie zu sparen sei zwar wichtig, allerdings hätten Schwimmbäder auch einen sozialen Auftrag zu erfüllen und Daseinsvorsorge zu leisten. Ein Schwimmbad gehöre zu den Dingen, die zum Wohlbefinden in der Region beitragen. Das könne man den Menschen nicht einfach wegnehmen. Besonders nicht nach der langen Zeit der Corona-Pandemie, in der die Hallenbäder über lange Zeit geschlossen bleiben mussten.

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Die Energiekrise betrifft vor allem auch Hallen- und Erlebnisbäder in der Pfalz. Denn die sind besonders energie- und kostenintensiv. Da stellt sich die Frage: Bleiben Schwimmbecken und Saunen im kommenden Winter geöffnet?

Kusel: Lange Wartelisten für Schwimmkurse

Das Vitalbad Pfälzer Bergland in Kusel hat die Wassertemperatur bislang auch nicht gesenkt, erklärt Jessica Bennoit von der Verbandsgemeinde, die das Bad betreibt. Im Sommer habe es einen Testlauf gegeben, bei dem probeweise die Wassertemperatur um zwei Grad gesenkt wurde. Das sei zum einen bei den Besuchern nicht gut angekommen, zum anderen hätte es dadurch Probleme im Blockheizkraftwerk gegeben.

Eine Schließung des Bades komme auch kaum infrage. Die Energie, die aufgebracht werden müsste, um auch ein leeres Bad vor Schäden zu schützen, rechtfertige eine Schließung nicht. Außerdem liefen Verträge zum Beispiel mit Reinigungsfirmen weiter, die auch bei einem geschlossenen Bad weitergezahlt werden müssten.

Die Eröffnung des Außenbereichs im Vitalbad Pfälzer Bergland in Kusel ist für den 28. Mai geplant. (Foto: Verbandsgemeinde Kusel-Altenglan)
Das Vitalbad Pfälzer Bergland will eine Schließung des Bades wegen der Energiekrise vermeiden. Verbandsgemeinde Kusel-Altenglan

Auch das Vitalbad in Kusel ist sich seiner sozialen Verantwortung bewusst. Es gibt laut Bennoit aktuell sehr viele Anfragen für Schwimmkurse für Kinder. Die Wartezeit beträgt mehr als ein Jahr. Weil die Schwimmbäder während der Corona-Pandemie lange geschlossen bleiben mussten, hatten viele Kinder nicht die Möglichkeit, das Schwimmen zu erlernen. Das soll jetzt nachgeholt werden.

Ramstein: Außenwarmbecken geschlossen

Das Azur Freizeitbad in Ramstein produziert bereits seit Jahren durch ein eigenes Heizkraftwerk Strom, sagt Heiko Lehnhard, der Betriebsleiter des Bades. Um weiter Energie zu sparen, wurde im Bad das Außenwarmbecken geschlossen.

"Es sei niemandem zu erklären, dass wir alle Energie sparen sollen und das Azur dann ein beheiztes Außenbecken im Winter anbietet."

Die Wassertemperatur im Hallenbad sei allerdings nicht reduziert worden. Gerade für ältere Menschen und Kinder sei es wichtig, dass sie nicht frieren. Auch im Azur werden Schwimmkurse für Kinder angeboten. Außerdem sei ein Bad ein wichtiger sozialer Treffpunkt speziell auch für ältere Menschen. Neben der Geselligkeit spielt auch die Bewegung für die Gesellschaft eine wichtige Rolle, erklärt Lehnhard weiter.

Ein Kind bei einem Schwimmkurs im Becken. (Foto: picture-alliance / Reportdienste, dpa Bildfunk, Picture Alliance/Picture Alliance)
Ein Kind bei einem Schwimmkurs im Becken Picture Alliance/Picture Alliance

Dahn: Bestehende Energieverträge laufen zum Jahresende aus

Auch das Badeparadies Felsland Dahn hat das Hallenbad geöffnet, die Temperaturen sind gleich geblieben. Ob das Bad allerdings den ganzen Winter über offen bleiben kann, hängt von der Entwicklung der Energiepreise ab, sagt Betriebsleiter Klaus Hüther. Zum Jahreswechsel liefen die bestehenden Energieverträge aus. Wie es im neuen Jahr weitergeht, ist ungewiss, zeigt sich Hüther besorgt.

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Kirchheimbolanden: Entscheidung von Woche zu Woche

Das Kibo-Bad im Donnersbergkreis hat, um Energie zu sparen, die Wassertemperaturen der Becken um zwei bis drei Grad gesenkt. Auch die Raumtemperatur wurde von 31 Grad auf 26 Grad verringert. Der Werkleiter des Bades, Daniel Fleckenstein, erklärt, dass es aktuell keine Pläne zur Schließung des Bades über den Winter gebe. Die Lage könne sich aber von Woche zu Woche ändern und werde genau beobachtet.

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Das Hallenbad in Waldfischbach-Burgalben soll nach umfangreichen Sanierungsmaßnahmen Anfang November wieder öffnen, sagt Verbandsbürgermeister Lothar Weber. Das Bad war rund zwei Jahre lang geschlossen. Es müssten noch kleinere Arbeiten fertiggestellt werden, bevor Ende Oktober eine Endabnahme durch den TÜV durchgeführt werden könne.

Ob die Temperaturen in den Becken gesenkt werden, um Energie zu sparen, sei bislang noch unklar. Auf jeden Fall sollen laut Weber schnellstmöglich wieder Schwimmkurse für Kinder angeboten werden.

Schwimmende Kinder in einem Becken des Monte Mare in Kaiserslautern (Foto: SWR, SWR)
In den Schwimmkursen im Monte Mare in Kaiserslautern sollen die Kinder Schwimmen lernen, deren Kurse wegen der Corona-Pandemie ausgefallen sind. SWR

Kaiserslautern: Monte Mare hofft auf Unterstützung

Das Monte Mare in Kaiserslautern hat ebenfalls geöffnet. Als "energieintensives Unternehmen" hofft Jörg Zimmer, Pressesprecher der Monte Mare Gruppe, auf finanzielle Unterstützung durch die Bundesregierung. Das Bad versucht eigenen Angaben nach den "gewohnten Aufenthaltskomfort für die Besucherinnen und Besucher zu erhalten". Angaben zu konkreten Energieeinsparungen macht Monte Mare nicht.

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