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Mit einem ökumenischen Gottesdienst hat Kaiserslautern am Sonntag der Menschen gedacht, die an oder mit Covid-19 gestorben sind. Die Stadt zählt seit Beginn der Pandemie 87 Tote.

Wegen strenger Corona-Hygieneregeln fanden nur etwa 25 Gottesdienstbesucherinnen und -besucher in der Stiftskirche Kaiserslautern Platz. Auch Angehörige von Verstorbenen waren eingeladen.

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Pflegekräfte erzählen von ihren Erfahrungen

Eine Krankenschwester aus dem Westpfalzklinikum berichtete, wie belastend die Versorgung der Patienten in Schutzkleidung war. Wie schmerzhaft es war, dass Angehörige und Patienten keinen Kontakt haben konnten. Für sie als Pflegekräfte sei klar gewesen, dass es nun ihre Aufgabe war, niemanden allein zu lassen.

Der Leiter des Pflegeheims Kessler-Handorn, Tilman Leptihn, erzählte, wie das Corona-Virus das Haus überrollte. Drei Wohnbereiche waren betroffen. 26 Bewohnerinnen und Bewohner starben. "Sie sind uns von dem Virus förmlich aus den Händen gerissen worden", sagte Leptihn beim Gedenkgottesdienst in der Kaiserslauterer Stiftskirche. Die Betroffenheit und das Mitgefühl gegenüber den Angehörigen sei sehr groß.

Corona-Pandemie ist nicht die Strafe Gottes

Pfarrer Andreas Keller betonte, dass die Corona-Pandemie keine Strafe Gottes sei, wie von manchen verbreitet werde. Das sei nicht der Glaube der katholischen Kirche. Er rief dazu auf, Betroffenen beizustehen und nicht zu urteilen oder Schuldzuweisungen zu machen.

Im Rahmen eines Corona-Gedenkgottesdienstes wurden 87 Kerzen vor der Stiftskirche aufgestellt - sie stehen für die 87 Todesopfer in Kaiserslautern seit Beginn der Pandemie. (Foto: SWR)
Die 87 Kerzen vor der Stiftskirche symbolisieren die 87 Todesopfer in Kaiserslautern, seit Beginn der Pandemie vor einem Jahr.

Oberbürgermeister Weichel spricht über eigene Verunsicherung

Kaiserslauterns Oberbürgermeister Klaus Weichel (SPD) mahnte, die derzeitige dritte Welle der Corona-Infektionen werde die beiden ersten wahrscheinlich noch in ihrer Wucht übertreffen. Das liege an den Corona-Varianten, die auch in Kaiserslautern schon nachgewiesen worden seien.

In Bezug auf Corona-Impfstoffe sagte Weichel: "Für einen, der Verantwortung trägt für die Menschen in dieser Stadt, ist es sehr schwer mit Klarheit und mit Stringenz voranzugehen, wo Nachrichten, die ich eine Stunde vorher für wahr halte, eine Stunde später schon keinen Bestand mehr haben." Er hoffe sehr, dass bis Mitte oder Ende dieses Jahres diese schlimme Zeit überstanden sei, so Weichel.

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