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Vor 75 Jahren wurde das KZ Auschwitz befreit. An diesen Tag erinnerte auch eine Gedenkveranstaltung in Kaiserslautern. An einer Stelle, an der früher eine Synagoge stand.

Etwa 150 Menschen haben sich bei nasskaltem Januarregen auf dem Synagogenplatz in Kaiserslautern versammelt. Andächtig stehen sie zwischen den riesigen Mauerfragmenten, die früher den Nordeingang der Synagoge bildeten – bis die Nazis das Gebäude im Sommer 1938 komplett zerstörten. Kaiserslauterns Bürgermeisterin Beate Kimmel (SPD) betonte, dass die Gräueltaten des dritten Reichs sich nicht wiederholen dürften: "Es ist ganz wichtig, dass wir die Erinnerung auch in die Zukunft tragen. Wir müssen uns alle immer wieder gemeinsam abgrenzen und für ein respektvolles Miteinander eintreten."

Antisemitismus ist wieder präsenter in Deutschland

Als das Vernichtungslager Auschwitz vor 75 Jahren durch die Rote Armee befreit wurde, war Larissa Janzewitsch nicht mal ein Jahr alt. Die promovierte Physikerin, die 1996 aus der Ukraine nach Deutschland kam, ist die stellvertretende Vorsitzende der jüdischen Kultusgemeinde der Rheinpfalz. Dass in Deutschland Antisemitismus wieder offener zu Tage tritt, bereitet ihr Sorge: "Nicht wir müssen etwas tun, sondern die jungen, deutschen Leute."

"Wir müssen das beobachten und schauen, ob wir irgendwann, nicht zu spät, aus Deutschland fliehen sollten!"

Larissa Janzewitsch, stellvertretende Vorsitzende jüdische Kultusgemeinde Rheinpfalz

"Niemals die Würde des Menschen antasten"

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bezeichnete die aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen als "Böse Geister in neuem Gewand". Doch jeder Mensch, jeder Pfälzer, jeder Kaiserslauterer habe die Möglichkeit, diese zu vertreiben, so Bürgermeisterin Kimmel: "Wir alle können als erstes auf unsere Sprache achten, sie ist die Keimzelle für unsere Taten. Von daher ist es ganz wichtig, dass wir immer und immer wieder daran denken, dass uns Menschen gegenüberstehen, dass wir respektvoll miteinander umgehen müssen, dass wir in der Sache durchaus deutlich sein, aber niemals die Würde des Menschen antasten dürfen."

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