Ehemalige Polizisten haben hier, in der Nähe des Tatortes bei Ulmet im Kreis Kusel, eine Gedänkstätte für ihre getöteten, ehemaligen Kollegen errichtet. (Foto: SWR)

Ort der Trauer und Anteilnahme

Gedenkstätte für erschossene Polizisten im Kreis Kusel

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Zwei junge Polizisten werden im Kreis Kusel kaltblütig erschossen. Die Tat schockiert bis heute. Um der Trauer und Anteilnahme einen Ort zu geben, hat ein ehemaliger Polizist eine Gedenkstätte in der Nähe des Tatortes errichtet.

Auf einem Parkplatz, unweit des Tatortes bei Ulmet im Kreis Kusel, stehen ein Gedenkstein, ein Holzkreuz und eine Andachtstafel. Außerdem viele Blumen und Kerzen. Immer wieder kommen Menschen vorbei und halten kurz inne, um der beiden jungen Polizisten zu gedenken, die auf so grausame Art ihr Leben verloren haben.

Gedenkstätte für getötete Polizisten wird gut angenommen

"Es ist auch bei uns eine tiefe Betroffenheit, dass so etwas passiert, in unserem Gebiet, das ist einfach schrecklich", sagte eine Passantin, die die neue Gedenkstätte besuchte. "Ich finde gut, dass diese Gedenkstätte hier errichtet wurde." Ein anderer Besucher fügte hinzu:

"Der Platz hier ist angemessen. Das ist schön gemacht, gefällt uns sehr gut."

"Zwei von euch" - an der Gedenkstelle für die beiden getöteten Polizisten im Kreis Kusel steht diese Gedenktafel. (Foto: SWR)
"Zwei von euch" - an der Gedenkstelle für die beiden getöteten Polizisten im Kreis Kusel steht diese Gedenktafel.

Werner Schenkel aus Rammelsbach im Kreis Kusel ist pensionierter Polizist. Er selbst war 35 Jahre lang bei der Polizei in Kusel. Ihn hat die schreckliche Tat vom 31. Januar dieses Jahres ebenfalls sehr mitgenommen. Damit Freunde, Familie und Bekannte der Getöteten ihre Kerzen und Blumen nicht mehr am Straßenrand ablegen müssen, hatte er die Idee, die Gedenkstätte in der Nähe des Tatortes zu errichten.

Nicht nur Geld gesammelt, sondern auch selbst Hand angelegt. Der ehemalige Polizist Werner Schenkel hat dafür gesorgt, dass die Gedenkstätte für die beiden getöteten Polizisten im Kreis Kusel errichtet werden kann. (Foto: SWR)
Nicht nur Geld gesammelt, sondern auch selbst Hand angelegt. Der ehemalige Polizist Werner Schenkel hat dafür gesorgt, dass die Gedenkstätte für die beiden getöteten Polizisten im Kreis Kusel errichtet werden kann.

Material für Gedenkstätte durch Spenden finanziert

"Die Natur hat an dieser Stelle Besitz ergriffen, hat alles überwuchert. Es wurde einfach unansehnlich." Aus diesem Grund habe er gemeinsam mit anderen freiwilligen Helfern eine kleine Stelle gepflastert, an der die Gedenkstätte errichtet wurde. Das Geld für Material hatte Werner Schenkel bei seinen ehemaligen, ebenfalls pensionierten Kollegen gesammelt. Mehr als 2.000 Euro seien zusammengekommen.

"In der Polizeidienststelle Kusel wird in einem Raum auch noch ein Gedenk-Ort errichtet, wo die Öffentlichkeit keinen Zugang hat, damit die Kollegen dort den Verstorbenen gedenken können." Dass die neue Gedenkstätte so gut angenommen wird, freut Werner Schenkel. Der bevorstehende Prozess gegen den mutmaßlichen Polizistenmörder macht ihm allerdings zu schwer zu schaffen.

"Es wird alles wieder aufgewühlt, das merke ich selbst an mir."

Die Erwartungshaltung sei groß, dass "das entsprechende Urteil gefällt" werde. "Allein schon dadurch, dass es jemand war von der Dienststelle, in der man selber so lange Dienst verrichtet hat."

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