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Feuerwehrleute aus dem Kreis Kaiserslautern waren am Donnerstag nach Bitburg gefahren, um bei der Hochwasserkatastrophe im Norden des Landes zu helfen. Aufgrund der unübersichtlichen Lage wurden sie aber in der Nacht unverrichteter Dinge wieder nach Hause geschickt.

Martin Walter ist Brandmeister bei der Stadtverwaltung Worms. Er hatte seinem Ärger am Morgen in einem Facebook-Post Luft gemacht. 86 Einsatzkräfte und 20 Fahrzeuge aus dem gesamten Landkreis Kaiserslautern seien aus Bitburg wieder zurückgeschickt worden.

"Das macht mich, uns alle, wütend, zornig, aber vor allem sehr traurig."

Gegen 20 Uhr seien die Feuerwehrleute auf dem Flugplatz in Bitburg eingetroffen. Dort sei der sogenannte Bereitstellungsraum. In dem hätten sie stundenlang gewartet, ehe die technische Einsatzleitung dann nach Mitternacht mitgeteilt habe, die Gruppe aus dem Kreis Kaiserslautern sei übersehen worden und sie sollte nach Hause fahren. Mit solche einem Verhalten demotiviere man die Leute, schreibt Brandmeister Walter in seinem Post.

Der Kreisbeigeordnete des Eifelkreises Bitburg-Prüm, Rudolf Rinnen (Freie Wähler), bestätigte gegenüber dem SWR, dass die Geschichte genau so passiert sei. Das sei eine riesengroße Organisationspanne, die ihm sehr leid tue, sagte Rinnen. Ein Meldebogen sei nicht richtig verarbeitet worden.

"Da gibt es nichts schönzureden, das ist eine katastrophale Panne, die nicht passieren darf."

Gleichzeitig warb Rinnen aber auch um Verständnis, da die Lage sehr unübersichtlich gewesen sei. Alle Helfer seien am Limit. Zudem habe es Informationsdefizite gegeben, weil zeitweise weder Mobilfunknetze, noch Telefonleitungen richtig funktioniert hätten. Oberste Priorität hätte zunächst gehabt, Menschen in Gefahr zu finden und zu retten. Dennoch, so Rinnen, das hätte nicht passieren dürfen. Zumal sie die Helfer dringend benötigt hätten. Er wolle den Vorfall aufarbeiten und nehme ihn auf seine Kappe.

Beigeordneter des Eifelkreise Bitburg-Prüm will mit Betroffenen aus Kreis Kaiserslautern reden

Rudolf Rinnen sagte weiter, es dürfe jetzt nicht passieren, dass Einsatzkräfte aufgrund dieses Vorfalls nun nicht mehr in den Eifelkreis Bitburg-Prüm kommen wollten. Denn dort werde derzeit jede Hilfe gebraucht.

Landrat des Kreises Kaiserslautern hat Verständnis für Panne

Inzwischen hat Rinnen auch mit dem Landrat des Kreises Kaiserslautern, Ralf Leßmeister (CDU), gesprochen. Der sagte nach dem Telefonat: "Gerade in Naturkatastrophen solcher Dimension passieren Fehler. Fehler sind menschlich und selbstverständlich habe ich dem Kollegen im Eifelkreis Bitburg-Prüm auch weiterhin unsere Unterstützung zugesagt."

"Kein Mensch ist unfehlbar, schon gar nicht in einer solchen Lage!"

Auch der Brand- und Katastrophenschutzinspekteur des Landkreises Kaiserslautern, Michael Herfurt, war enttäuscht, dass seine Leute unverrichteter Dinge wieder abfahren mussten. Allerdings konnte auch er verstehen, dass angesichts der Lage solch eine Panne passieren kann. Er fordert aber Aufklärung zu einem späteren Zeitpunkt, um herauszufinden, wie es dazu kommen konnte. "Es wäre jetzt ein noch schwerer Fehler, der Einsatzleitung und den Leuten vor Ort, in dieser schwierigen Krisenlage, noch mehr Zeit zu rauben, wenn wir ihnen jetzt Vorwürfe machen und auf eine sofortige Erklärung pochen."

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