STAND

Der FCK bestreitet, dass er im Fall eines erneuten Abstiegs keine Stadionmiete mehr zahlen will. Nach SWR-Informationen wurde darüber im Stadtrat von Kaiserslautern diskutiert.

Demnach ging es bei der Sitzung des Rates am Montag darum, dass der FCK angeblich von der Stadt fordert, in der Regionalliga keine Miete mehr für das Stadion zahlen zu müssen. Außerdem soll der FCK einen Zuschuss zu den Betriebskosten für das Stadion in Höhe von 1,5 Millionen Euro von der Stadt fordern.

Dem widerspricht FCK-Geschäftsführer Soeren Oliver Voigt gegenüber dem SWR. Der FCK sei nicht mit den genannten Forderungen auf die Stadt zugegangen. Man sei in Gesprächen mit der städtischen Stadiongesellschaft über dieses sensible Thema. Es gehe darum zu klären, unter welchen Bedingungen auch im Fall eines Abstiegs im Fritz-Walter-Stadion gespielt werden könne. Je vertraulicher diese Gespräche abliefen, desto besser. "Es gilt nun, gemeinsam die Parameter zu erarbeiten, die für alle verträglich sind. Wir sprechen gerne mit allen, die dazu beitragen wollen, dass der FCK auch im Falle eines Abstiegs auf dem Betzenberg spielen kann. Ziel ist es natürlich, den Standort zu erhalten, auch wenn das bereits in der 3. Liga wirtschaftlich schwierig ist", so Voigt.

FCK in akuter Abstiegsgefahr

Unbestritten ist die dramatische, sportliche Lage der Roten Teufel. Der FCK ist akut vom Abstieg bedroht. Bei noch zehn ausstehenden Spielen hat der Klub sechs Punkte Rückstand auf das rettende Ufer.

Die Verantwortlichen beim FCK müssen somit auch für das Worst-Case-Szenario planen: den Abstieg in die Regionalliga. Dieser hätte erneut drastische finanzielle Einbußen zur Folge. Das Fritz-Walter-Stadion mit seinen knapp 50.000 Plätzen und seinen hohen Betriebskosten ist schon jetzt kaum noch zu finanzieren für den FCK.

Regionalliga-Spiele auf dem Betzenberg schwierig

Geschäftsführer Soeren Oliver Voigt hatte bereits vor kurzem im SWR Sport Podcast "Nur der FCK" angedeutet, dass Regionalligaspiele auf dem Betzenberg unrealistisch sind: "Jeder kennt die Probleme, die der Klub mit dem Stadion hat, seitdem er nicht mehr in der Bundesliga spielt. So schön und atmosphärisch der Betzenberg auch ist, es ist schwierig, dieses Szenario bei einem Abstieg aufrecht zu erhalten."

Stadt verweist auf laufende Gespräche mit dem FCK

Die Stadt Kaiserslautern teilte auf SWR-Anfrage mit, dass erste dahingehende Gespräche bereits im Gange seien: "Grundsätzlich gilt der zwischen der Fritz-Walter-Stadion Kaiserslautern GmbH und dem 1. FC Kaiserslautern vereinbarte und aktuell gültige Pacht- und Betreibervertrag für alle Spielklassen, also auch im Falle eines Abstiegs". Eine mögliche erneute Reduzierung der Pacht für das Stadion müsste nach Angaben der Stadt wie in der Vergangenheit auch von den zuständigen Gremien der Stadt und der Stadiongesellschaft beschlossen werden.

Fritz-Walter-Stadion kostet Stadt Kaiserslautern viel Geld

Eigentlich müsste der FCK für das Fritz-Walter-Stadion 3,2 Millionen Euro Miete pro Jahr an die Eigentümerin des Stadions, die städtische Stadiongesellschaft, zahlen. Die ursprüngliche Vereinbarung wurde noch zu Bundesligazeiten getroffen. Doch die Stadt stimmte in der Vergangenheit - nach den Abstiegen des FCK in die 2. und 3. Liga - immer wieder einer Reduzierung der Pacht zu.

Zurzeit zahlen die Roten Teufel 625.000 Euro Pacht pro Saison in der 3. Liga für das Stadion. Darauf hatten sich Verein und Stadt im vergangenen Jahr nach zähem Ringen geeinigt. Das bedeutet, dass die Stadt die Differenz zur eigentlich fälligen Stadionmiete von 3,2 Millionen aus eigener Tasche stemmen muss, um einen Kredit für das Stadion bedienen zu können. Zusammen mit dem jetzt angeblich vom FCK geforderten Zuschuss zu den Betriebskosten, müsste die Stadt Kaiserslautern künftig 4,7 Millionen Euro dafür bezahlen, dass auf dem Betzenberg weiter Fußball gespielt werden kann.

ADD blickt kritisch nach Kaiserslautern

Die Reduzierung der Stadionpacht ruft auch immer wieder die Kommunalaufsicht ADD auf den Plan. Sie hat ein besonders kritisches Auge auf die Finanzen der hoch verschuldeten Stadt Kaiserslautern. Vor der Zustimmung des Stadtrates im vergangenen Jahr hatte Oberbürgermeister Klaus Weichel (SPD) deshalb erneut das Gespräch mit der ADD gesucht. Im Anschluss gab die Behörde grünes Licht für die Reduzierung der Stadionmiete.

Knackpunkt Freiwillige Leistungen

Im Kern der Diskussion mit der ADD stehen immer wieder die sogenannten freiwilligen Leistungen - also die Gelder, über die eine Stadt frei verfügen kann. Damit werden beispielsweise Sportvereine und kulturelle Einrichtungen bezuschusst, oder die Kosten für die städtischen Schwimmbäder bestritten.

Sollte der FCK nun im Falle eines Abstiegs tatsächlich die Zahlungen für das Fritz-Walter-Stadion ganz einstellen, könnte die ADD darauf bestehen, dass die Stadt auf das Geld im Topf der freiwillige Leistungen zurückgreift, um die Finanzlücke beim Stadion zu schließen und die fehlenden Zahlungen des FCK auszugleichen. Schon in der Vergangenheit stand das immer wieder zur Debatte.

Es droht hitzige Debatte über den FCK

Das hätte dramatische Folgen für Sport, Kultur und Freizeit in der Stadt. Sollte Kaiserslautern den Großteil seiner freiwilligen Leistungen für den FCK aufwenden müssen, müssten andere Einrichtungen wie zum Beispiel das Pfalztheater auf Geld verzichten. Es droht damit eine erneute Diskussion in der Stadt, über Sinn und Nutzen der städtischen Unterstützung für den strauchelnden Fußballverein.

Kaiserslautern

Fußball | 3. Liga Mario Basler zum FCK: "Diese Mannschaft ist zum Scheitern verurteilt"

Der 1. FC Kaiserslautern steht am Abgrund, den Roten Teufeln droht der erstmalige Absturz in die viertklassige Regionalliga. Ex-Profi Mario Basler hat in der Sendung SWR Sport in Rheinland-Pfalz deutliche Kritik an seinem Ex-Klub geäußert.  mehr...

Kaiserslautern

Fußball | 3. Liga Am Abgrund: Der 1. FC Kaiserslautern taumelt der Regionalliga entgegen

Für den 1. FC Kaiserslautern wird die Lage in der 3. Liga immer bedrohlicher. In Magdeburg setzt es die zehnte Saison-Pleite, der Abstand zu den Nicht-Abstiegsplätzen wächst. Der Effekt des Trainerwechsels scheint bereits verpufft.  mehr...

STAND
AUTOR/IN