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Keine Entscheidung bei der umstrittenen Stadionpacht des 1. FC Kaiserslautern: Der Stadtrat hat das Thema nach vierstündiger Diskussion in seiner Sondersitzung am Montagabend vertagt. Die Fronten zwischen Stadt und Verein sind verhärtet.

Oberbürgermeister Klaus Weichel (SPD) hatte im Vorfeld gefordert, dass die Stadt für ein erneutes finanzielles Entgegenkommen bei der Stadionpacht einen Wertausgleich erhält - in Form von Aktien an der Kapitalgesellschaft des FCK.

Verein: "Dann ist das Licht aus"

Der Fußball-Club winkte ab. "Das ist mit uns nicht vereinbar", sagte FCK-Aufsichtsratschef Rainer Keßler bei der Sitzung. Er fürchtet andernfalls Schwierigkeiten bei Investorenverhandlungen. Und auf diese ist der hoch verschuldete Verein angewiesen. "Wenn es uns nicht gelingt, Investoren zu finden, haben wir unser Eigenkapital im Sommer aufgebraucht. Das heißt, es gibt keine Lizenz. Dann ist das Licht aus", betonte Keßler. Potenzielle Geldgeber seien bereits abgesprungen, als Weichel seine Vorhaben im Dezember öffentlich und ohne Absprache mit dem Club vortrug.

Weil das Stadtoberhaupt allerdings weiter auf den Wertausgleich pocht, gibt es noch immer keine Einigung. Die Entscheidung soll nun am 3. Februar fallen.

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FCK in finanzieller Schieflage

Das Fritz-Walter-Stadion, für die Weltmeisterschaft 2006 ausgebaut, befindet sich seit dem Jahr 2003 im Besitz der Kommune. Aufgrund einer finanziellen Schieflage war der FCK zum Verkauf gezwungen und zahlt aufgrund des sportlichen Niedergangs seit Jahren weniger als die ursprünglich vereinbarte Pacht von jährlich 3,2 Millionen Euro. Aktuell beträgt die Miete in der 3. Liga 425.000 Euro, die Differenz von 2,8 Millionen Euro gleicht bisher die Stadt aus. Der Verein will diese Regelung über die laufende Saison hinaus aufrechterhalten.

Neuer Stadtteil "KaiserKarree" auf dem Betzenberg geplant

Unterdessen stellte die Stadt in der Sitzung ein erstes Nutzungskonzept für die freien Flächen rund um das Stadion vor. Demnach soll auf dem Betzenberg ein neuer Stadtteil entstehen - das "KaiserKarree". Dort sollen Hotels, Gastronomie, medizinische und soziale Einrichtungen sowie Wohneinheiten Platz finden.

Außerdem soll es in der Südtribüne Coworking Spaces geben, also für verschiedene Zeiträume anmietbare Büroräume. Damit wolle man die Gründerszene ansprechen. Die Stadt will das Areal vermarkten, auch zum Wohle des FCK.

KaiserKarree Büroräume am Fritz-Walter-Stadion auf dem Betzenberg (Foto: Pressestelle, Stadt Kaiserslautern)
Unmittelbar am Stadion könnten nach Plänen der Stadt Büroräume entstehen und vermietet werden. Pressestelle Stadt Kaiserslautern

Das Konzept schaffe finanzielle Möglichkeiten und Freiräume, "um den 1. FC Kaiserslautern bei der Konsolidierung des Vereins und seiner sportlichen Zukunft zu unterstützen", heißt es in einer entsprechenden Pressemitteilung der Stadt.

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