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Asylbewerber in Kusel wurden am Mittwoch darüber aufgeklärt, wie sie sich an Fastnacht verhalten sollten. Mehr als 150 Flüchtlinge waren zur Veranstaltung gekommen.

Der Polizei ging es bei der Infoveranstaltung nach eigenen Angaben vor allem darum, dass vielen Bewohnern der Erstaufnahmeeinrichtung in Kusel das Fastnachts-Brauchtum völlig fremd sei und man ihnen erklären musste, was auf sie zukomme.

Die Sprache der Polizei war an diesem Nachmittag einfach, die Botschaften klar. Damit auch alle verstehen konnten worum es geht, wurde alles nacheinander in acht Sprachen übersetzt. Ein wichtiger Punkt dabei war die Verkleidung, die bei Flüchtlingen für Verwirrung sorgen kann.

Viele Flüchtlinge haben schlechte Erfahrungen mit Uniformen

"Viele Flüchtlinge haben auf ihrem Weg hier hin schlechte Erfahrungen gesammelt, zum Beispiel mit Uniformierten anderer Länder. Und hier muss Vertrauen geweckt werden, dass bei Erkennen von Personen in Uniformen keine Ängste aufkommen, dass das keine Verfolgung ist, sondern nur Spaß", erklärt der Leiter der Polizei in Kusel, Christoph Maurer.

Verhaltensregeln für Flüchtlinge an Fastnacht

Außerdem gab es Tipps für das Verhalten in Notfällen und vor allem Verhaltensanweisungen: Nicht in der Öffentlichkeit pinkeln, keine Drogen, Alkohol nur in Maßen, Gewalt und vor allem sexuelle Gewalt sind Tabu. Parissa aus dem Iran findet die Veranstaltung sinnvoll, sagt sie: "Ich spreche da natürlich nicht über alle, aber manche müssen daran erinnert werden, dass sie sich benehmen müssen. Wenn ich mit einem kurzen Kleid unterwegs bin, heißt das nicht, dass es ok ist, mir einfach zu nahe zu kommen."

Bisher keine Probleme mit Flüchtlingen an Fastnacht

Polizeichef Maurer betonte, dass die Veranstaltung rein präventiv stattgefunden und sich in den letzten Jahren bewährt habe. Probleme habe es nie gegeben.

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