Polizeiauto mit Blaulicht (Foto: IMAGO / Ralph Peters)

Nach Hafturlaub nicht zurückgekehrt

Gesuchte Insassin der JVA Zweibrücken offenbar im Ausland

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Die von der Polizei gesuchte Gefängnisinsassin aus Zweibrücken hat sich offenbar ins außereuropäische Ausland abgesetzt. Die 55-jährige Dzamilla Saad war nach einem viertägigen Hafturlaub nicht in die Justizvollzugsanstalt zurückgekehrt.

"Es verdichten sich die Hinweise, dass die Frau Deutschland verlassen hat", teilte ein Sprecher der Polizei in Kaiserslautern am Sonntag mit. Aussagen zum konkreten Aufenthaltsort der wegen gemeinschaftlichen Mordes Verurteilten könne man bislang aber noch nicht machen, hieß es. Die Frau befindet sich jedoch wahrscheinlich außerhalb von Europa, wie das Polizeipräsidium Westpfalz dem SWR bestätigte.

Dass die französische Staatsbürgerin sich ins Ausland abgesetzt haben könnte, hatte die Polizei bereits im Fahndungsaufruf nicht ausgeschlossen. Die Französin wird von der Polizei wie folgt beschrieben: 1,68 Meter groß, schlank, blondgefärbte Haare und braune Augen.

Flüchtige Frau wegen Mordes verurteilt

Hinweise nimmt die Kripo Pirmasens unter 06331 520-0 entgegen. Die Flüchtige wurde nach Polizeiangaben wegen gemeinschaftlichen Mordes zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt und sitzt bereits seit 2006 im Gefängnis in Zweibrücken. Die reguläre Entlassung aus der Haft sei für Februar 2022 geplant gewesen.

Die 55-Jährige hätte am Donnerstagnachmittag nach vier Tagen Hafturlaub in die Vollzugsanstalt Zweibrücken zurückkehren sollen - kam jedoch nicht. Die Polizei leitete daraufhin am Freitag eine Fahndung nach ihr ein.

Nach Flucht gelten neue Regeln im Zweibrücker Gefängnis

Das Gefängnis in Zweibrücken zieht nach eigenen Angaben nun Konsequenzen. Häftlinge, die kurz vor der Entlassung stehen, sollen künftig keinen Reisepass mehr frühzeitig ausgestellt bekommen. Die Frau hatte bereits einen Pass erhalten. Im Rahmen des offenen Vollzugs hätte sie bei ihrer Schwester übernachten dürfen und sei in Zweibrücken einer beruflichen Tätigkeit nachgekommen. Zu Komplikationen sei es bislang nie gekommen, so der Leiter der JVA.

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