Kerosin ablassen (Foto: SWR, SWR -)

Rund 65 Tonnen Treibstoff

Wieder Kerosin über Pfälzerwald abgelassen

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Zwei Passagier-Flugzeuge haben über dem Pfälzerwald in den vergangenen Tagen wieder Kerosin abgelassen. Seit Jahren gibt es einen Streit darüber, ob diese Kerosinablässe Auswirkungen auf Mensch und Natur haben.

15 Tonnen Treibstoff - so viel hat ein Flugzeug am vergangenen Samstag über Rheinland-Pfalz abgelassen. Das belegen Daten des Luftfahrt-Bundesamtes. Grund dafür waren technische Probleme. Diese traten bei der Maschine offenbar kurz nach dem Start in Frankfurt auf.

Weitere 50 Tonnen Kerosin vergangene Woche über Pfälzerwald abgelassen

Die Daten des Luftfahrtbundesamtes zeigen auch, dass ein Flugzeug wegen eines medizinischen Notfalls Anfang vergangener Woche 50 Tonnen Kerosin über dem Süden von Rheinland-Pfalz abgelassen hat. Über die beiden Vorfälle hatte „Die Rheinpfalz“ zuerst berichtet.

Laut Gutachten: Kerosinregen habe keine kritischen Umweltauswirkungen

Das Umweltbundesamt hatte vor mehr als zwei Jahren ein Gutachten zum Kerosinablass von Flugzeugen vorgelegt. Demnach haben die Kerosinrückstände keine kritischen Umweltauswirkungen, heißt es in der Analyse. Es habe keine kritischen Belastungen mit Feinstaub, mit Kohlenwasserstoffen oder Benzpyren gegeben. Allerdings empfiehlt der Bericht zur Vorsorge, dass die Ablassgebiete für Kerosin möglichst abgewechselt werden sollten.

Kritik von der Initiative Pro Pfälzerwald aus Pirmasens

Eine Sprecherin der Initiative Pro Pfälzerwald aus Pirmasens kritisierte das Gutachten. Die Daten seien damals mit einem veralteten Messverfahren durchgeführt worden. Es sei gar nicht möglich gewesen, alle potenziellen Gefahrstoffe im Kerosin zu erfassen. Daher sei es nicht nachzuvollziehen, wieso der Flugzeugtreibstoff als ungefährlich eingestuft wird. Kritik an dem Gutachten kam auch von Kommunalpolitikern: Der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Landstuhl, Peter Degenhardt (CDU), sagte, er bleibe besorgt, solange es keine Erkenntnisse aufgrund realer Messergebnisse gebe. Er befürchte weiter negative Auswirkungen für Mensch und Umwelt.

Land sieht keinen Bedarf an weiteren Messstationen in der Westpfalz

Das Land sieht nach eigenen Angaben keinen Bedarf an weiteren Messstationen, die die Luftqualität zum Beispiel nach Kerosinablässen überprüfen. Zurzeit gibt es drei davon im Land – in Dunzweiler im Kreis Kusel, am Hortenkopf im Pfälzerwald und in Leisel im Hunsrück. Die bisherigen Messwerte seien "unauffällig und typisch für den ländlichen Raum". Weitere Messstationen würden nichts daran ändern, dass Kerosin abgelassen werde.

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