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Viele Kirchen sind zu, es gibt kaum Gottesdienste – da fehlt vielen etwas. Umso schöner, dass Familie Leist in Enkenbach-Alsenborn ihre Garage zur Krippenlandschaft umgebaut hat.

In der Garage kann man in gebührenden Abstand und mit viel frischer Luft die liebevoll gestaltete Szenerie eines Dorfes mit Häusern, Ställen, Schafen, Hirten und natürlich der Heiligen Familie bewundern. Irmgard und Werner Leist haben zwei verschiedene Krippen-Modelle: Eine alpenländische und eine orientalische. Dieses Jahr haben sie die orientalische aufgebaut.    

Die Krippenlandschaft ersterckt sich über mehrere Ebenen (Foto: 9999)
Werner Leist aus Enkenbach-Alsenborn hat Bethlehem als Krippe nachgebaut 9999

So könnte es in Bethlehem ausgesehen haben

Steinmäuerchen umrahmen das Dorf, das sich auf mehreren Ebenen ausbreitet. Kleine Treppen, Gässchen und Wege führen mal nach oben, mal nach unten. Hinter den Fenstern der kleinen Häuschen und Ställe leuchtet ein warmes Licht. Die hellen Lehmhäuser wirken schlicht, traditionell und gemütlich - genauso könnte es auch in Bethlehem ausgesehen haben. Ein Mann in orientalischem Gewand führt ein Kamel durchs Dorf, ein anderes Kamel ruht sich hinter einem der Häuser aus. Die Kamele sind aus Israel, die hat ein Bekannter zur Verfügung gestellt.

Das holzgeschnitzte Kamel hat Familie Leist aus Israel bekommen (Foto: 9999)
Das holzgeschnitzte Kamel stammt aus Israel 9999

Die Inspiration kam beim Besuch einer Krippenausstellung

Irmgard und Werner Leist haben schon vor Jahren angefangen, eine eigene große Krippe zu bauen. Die Idee hatten sie, als sie einmal eine Krippenausstellung im Saarland besuchten, erzählt Werner Leist. „Zuerst hatten wir eine Mühlenkrippe gemacht, die haben wir in Sankt Wendel im Missionshaus gesehen, die habe ich fotografiert. Und als sie dann gebaut war, habe ich zu meiner Frau gesagt, was machen wir jetzt damit? Na, wir stellen sie einfach in die Garage. Und seit der Zeit stellen wir Krippen in die Garage.“

Nach der ersten folgten weitere Krippen  

„Zuerst hatten wir die Krippe mit der Mühle, dann die alpenländische Krippe und dann wollte meine Frau unbedingt eine orientalische, also habe ich mir die Mühe gemacht, alles zusammenzubauen, jetzt haben wir eine orientalische.“ Irmgard Leist wollte so eine, weil sie sie besonders echt findet. „Weil ich denke, das ist nah am Geschehen, in dem Gebiet, wo es wirklich war, in Bethlehem.“

Das Jesuskind wird erst an Heiligabend in die Krippe gelegt (Foto: 9999)
Die Heilige Familie in der orientalischen Krippe der Familie Leist in Enkenbach-Alsenborn 9999

Jede Krippe ist ein Unikat

„Alles in Handarbeit, aus Sperrholz und Styrodur. Das habe ich mir dann ausgeschnitten und zusammengeleimt und mit Spachtelmasse verputzt und ein bisschen angestrichen und dann ist das so geworden“, erzählt Werner Leist. Irmgard Leist freut sich jedes Jahr darauf, die Krippe wieder aufzubauen. Das dauert etwa eine Woche, aber sie hat einen Riesenspaß bei der kleinteiligen Arbeit. „Ich habe als Kind bei der Mutter helfen dürfen, die Krippe aufzubauen und das war das Schönste. Und jetzt, wenn ich am Aufbauen bin, dann wird man kindisch.“

Jeden Tag kommen Besucher

Die Krippengarage steht den ganzen Tag offen und viele kommen, um sie zu bewundern. Vor allem Kinder sind begeistert, und nicht nur wegen der Krippe, sagt Irmgard Leist. „Wenn ich sehe, dass jemand da ist mit Kindern, dann kriegen sie Gummibärchen und dann strahlen sie.“ Wegen Corona wollten Irmgard und Werner Leist dieses Jahr eigentlich keine Krippe aufbauen, aber dann haben sie Gemeindemitglieder, Pfarrer und Kaplan gebeten, es gerade jetzt doch zu tun. „Weil Weihnachten sonst doch ein bisschen trist ist.“ Irmgard und Werner Leist gehen selbst jeden Tag in ihre Garage und freuen sich an ihrer riesigen Krippe. Manchmal hätten sie Lust, noch mehr zu bauen, aber dafür wäre die Garage zu klein, lacht Irmgard Leist: „Größer können wir sie nicht mehr machen, das reicht.“ 

Die Krippe in der Garage der Familie Leist steht in Enkenbach-Alsenborn in der Stiefelstraße 2. Dort ist sie bis zum 6. Januar zu sehen, der Eintritt ist frei.

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