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Auch in der Westpfalz müssen die Einzelhändler ab Mittwoch wegen des Lockdowns ihre Geschäfte schließen. Und das in der umsatzstärksten Zeit des Jahres – für einige Geschäfte könnte das der Todesstoß sein, fürchten Einzelhändler aus Kaiserslautern.

Noch ist die Innenstadt von Kaiserslautern am Montagvormittag voll. Von Vorsicht oder Zurückhaltung unter den Passanten ist nicht viel zu spüren. Auch im Haushaltswarengeschäft von Matthias Pallmann in Kaiserslautern stehen die Kunden an der Kasse Schlange. Die letzten Einkäufe, bevor die Geschäfte ab Mittwoch ihre Türen schließen müssen. "Gesundheit geht vor wirtschaftlichen Interessen, aber das werden viele Geschäfte nicht überleben", fürchtet Pallmann.

Viele Branchen wegen Corona in Existenzangst

Er selbst sei noch gut dran, sagt Pallmann. Die Haushaltswaren- und Einrichtungsbranche sei mit einem blauen Auge davongekommen. Denn die Leute hätten es sich zuhause schön gemacht. Aber es gebe viele andere Branchen, für die der Lockdown jetzt zur Existenzfrage werde.

Matthias Pallmann vom Einzelhandelsverband in Kaiserslautern. (Foto: SWR)
Matthias Pallmann vom Einzelhandelsverband in Kaiserslautern.

Modebranche steckt in Krise

Die Modebranche ist beispielsweise von den Corona-Regeln hart getroffen worden. Wer im Homeoffice arbeitet, braucht etwa kein neues Outfit fürs Büro. Bis zu 40 Prozent seien die Umsätze teilweise zurückgegangen. Das sei kaum zu kompensieren, sagt der Kaiserslauterer Modehausbesitzer Andreas Streb. Ab Mittwoch sind seine Geschäftsräume zwar geschlossen, der Betrieb bei ihm gehe aber weiter.

Einzelhändler Andreas Streb aus Kaiserslautern (Foto: SWR)
Andreas Streb betreibt ein Modegeschäft in Kaiserslautern.

"Lockdown im Weihnachtsgeschäft kostet Existenzen"

Er wolle einen Liefer- und einen Bestellservice anbieten. Außerdem sei sein Laden täglich telefonisch erreichbar - etwa für persönliche Beratungen. Wichtig sei es, besonders jetzt vor Weihnachten, noch alle Kundenwünsche erfüllen zu können. Auch Andreas Streb ist sich sicher, dass einige seiner Kollegen den zweiten Lockdown nicht durchhalten können. Denn gerade das Weihnachtsgeschäft sei für viele Unternehmen die wichtigste Zeit im Jahr.

Händler fordern Staatshilfen

Deshalb sei es wichtig, dass die Händler jetzt nicht allein gelassen würden, sagt Matthias Pallmann. Er fordert Hilfe vom Staat für gebeutelte Unternehmen. Das hat auch bereits der pfälzische Einzelhandelsverband mit Sitz in Kaiserslautern gefordert. Pallmann ermahnt, hinter all den Zahlen und Statistiken zu Umsatzeinbußen und Pleiten steckten Menschen, Schicksale, Lebensleistungen und Herzblut.

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