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Wegen Corona sind derzeit viele Menschen im Homeoffice. Das klappt nicht immer und überall reibungslos. Lahmes Internet, fehlende Büromöbel und lautstarke Familienmitglieder können die Arbeit deutlich erschweren. In Dahn soll es deshalb künftig moderne Büros auf Zeit geben - und das Beste: Jeder kann sie nutzen.

Die Stadt hat kürzlich ihre Bewerbungsunterlagen für das Projekt "Dorf-Büros, Coworking Spaces" abgeschickt. Die letzten Vorbereitungen wurden im Februar getroffen. "Mit dem Homeoffice-Trend wollen wir unsere Region neu erlebbar machen und verstärken", so der Stadtbürgermeister Holger Zwick (FWG). Es gibt auch schon konkrete Vorstellungen, wie die Büroräume aussehen könnten.

Wie im Silicon Valley

Denkbar sei, dass vier modern ausgestattete Arbeitsplätze in einem großen hellen Raum zur Verfügung stehen. Ein zusätzlicher Konferenzraum könnte Platz für größere Gruppen bieten. Geplant sei außerdem eine Küche, in der es kostenlos Kaffee, Tee und Erfrischungsgetränke gibt. Wie in großen Tech-Firmen in Kalifornien üblich, will die Stadt auch eine kleine Lounge im Gebäude einrichten. "Dort könnten sich Nutzer austauschen und über ihre Projekte fachsimpeln", sagt Holger Zwick. Im und um das Gebäude soll ein kostenloser Internetzugang zur Verfügung stehen.

Altes Rathaus Dahn  (Foto: SWR)
Im alten Rathaus in Dahn könnten schon bald moderne Büroräume eingerichtet werden.

Viele Pendler in der Südwestpfalz

Wie Zwick mitteilt, ist das Dahner Felsenland eine Pendler-Region. Viele Menschen nehmen weite Strecken für ihre Arbeit auf sich und fahren täglich beispielsweise nach Landau, Pirmasens, Kaiserslautern, Ludwigshafen oder Mannheim. Es habe auch schon einige Anfragen von den Berufspendlern und Firmen gegeben, ein solches Büro einzurichten. Vor allem für kreative Menschen und Freiberufler seien die Büroräume ideal.

Holger Zwick, Stadtbürgermeister Dahn (Foto:  Holger Zwick)
Der Dahner Stadtbürgermeister Holger Zwick (FWG) hat die Bewerbung für das Dorfbüro abgeschickt. Holger Zwick

Auswahlverfahren läuft

Die "Dorf-Büros" sind ein Projektwettbewerb der Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz und werden vom Innenministerium unterstützt. Bis Mitte Februar konnten sich Gemeinden für eine Unterstützung bewerben. Auch das südwestpfälzische Eppenbrunn hat eine Bewerbung eingereicht.

Momentan wählt die Entwicklungsagentur die Gewinner der Bewerbungsrunde aus. Die ausgewählten Städte bekommen 100.000 Euro für die Umsetzung des Projekts. Danach verpflichten sich die Kommunen, die Büros für weitere zwei Jahre selbständig weiter zu betreiben. Im April soll bei den ausgewählten Bewerbern eine Ortsbegehung stattfinden. Danach sollen landesweit bis zu drei der eingereichten Projekte umgesetzt werden. Geplant sei, dass die Büroräume ab Anfang Dezember genutzt werden können.

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