Dirk Schuster, der neue Trainer des 1.FC Kaiserslautern (Foto: IMAGO, Imago)

Fußball | 1. FC Kaiserslautern

Der neue FCK-Trainer Dirk Schuster - ein Malocher-Typ

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Kersten Eichhorn

Der neue Trainer des 1. FC Kaiserslautern heißt Dirk Schuster. Der 54-Jährige kann auf imponierende Trainer-Erfolge zurückblicken und ist im Südwesten kein Unbekannter.

Dirk Schuster? Da fällt einem sofort der Begriff "Malocher" ein. Im positiven Sinne. Schon als Spieler war Dirk Schuster eher der harte Arbeiter als der kreative Ballstreichler. Ein Verteidiger von der alten Schule, hart gegen sich selbst und gegen andere. Kein Spaß, gegen ihn gespielt zu haben.

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Schuster und das "Wunder vom Wildpark" als Spieler

Dabei ist der in Chemnitz geborene einstige DDR- und BRD-Nationalverteidiger im Fußball-Südwesten kein Unbekannter. Im Gegenteil. Unvergessen seine erfolgreichen Jahre als Spieler mit wehendem langen Haarschopf beim Karlsruher SC. Er war mit dabei, als der KSC unter Winnie Schäfer das "Wunder vom Wildpark" schaffte und den FC Valencia im UEFA-Cup vom Platz fegte. 167 Mal stand Schuster zwischen 1991 und 1997 für die Karlsruher auf dem Platz.

Beim KSC Mitspieler von Thomas Hengen

Übrigens: FCK-Geschäftsführer Thomas Hengen war in Schusters letztem KSC-Jahr einer seiner Mitspieler im Karlsruher Team. Man kennt sich also.

Auch als Trainer kennt man Dirk Schuster in Baden-Württemberg bestens: 2006 fing er beim Karlsruher Vorstadt-Klub ASV Durlach mit seiner zweiten Karriere an. Danach ging's zu den Stuttgarter Kickers, mit denen Dirk Schuster 2012 in die 3. Liga aufstieg.

Sensationeller Durchmarsch mit Darmstadt in die Bundesliga

Seinen größten Erfolg feierte der Disziplin-Fanatiker gleich danach allerdings in Hessen. Mit dem SV Darmstadt 98, fast in die Viertklassigkeit abgestiegen, gelang ihm zwischen 2012 und 2015 der sensationelle Durchmarsch in die Bundesliga. Dem späteren Bayern- und Nationalstürmer Sandro Wagner beispielsweise ebnete er damals den Weg zum Bundesliga-Torjäger. Seit damals gilt Dirk Schuster am legendären "Böllenfalltor" als Trainer-Legende.

Weniger erfolgreich war Schusters Zeit 2016 als Trainer des Bundesligisten FC Augsburg. Nach einem halben Jahr, auf Platz 13 stehend, folgte bereits die Freistellung.

Nach seiner zwischenzeitlichen Rückkehr nach Darmstadt - Schuster hatte danach die Mannschaft vor dem drohenden Abstieg aus der zweiten Liga bewahrt - trainierte er von 2019 bis 2021 knapp zwei Jahre lang den FC Erzgebirge Aue in der zweiten Liga. Seine letzte Station vor dem jetzigen Engagement beim 1. FC Kaiserslautern.

Unaufgeregt, uneitel, kompetent

Von vielen Weggefährten wird Schuster als unaufgeregt, uneitel, aber äußerst fußballkompetent beschrieben. Bei ihm zählen Ehrlichkeit und Vertrauen. Ein Fußballlehrer, der eine Mannschaft zu einer kampfstarken Einheit voller Zusammenhalt formen kann. "Meine Kabinen-Ansprache ist so intim wie Sex", soll er laut Medienberichten einmal gesagt haben und hatte damit die Lacher auf seiner Seite. Auf große Namen nimmt Schuster übrigens keine Rücksicht: Wer gut trainiert, der spielt.

Der Fußball-Malocher Dirk Schuster auf dem Betzenberg - das könnte passen.

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Kersten Eichhorn