Fehler beim Gesundheitsministerium

Felsenland-Klinik in Dahn wird doch kein Standort für Booster-Impfungen in der Westpfalz

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Die Felsenland-Klinik in Dahn wird doch nicht in der Westpfalz für Corona-Drittimpfungen zuständig sein. Offenbar liegt ein Fehler vor, teilte das Gesundheitsministerium dem SWR mit.

Wie es zu dem Fehler kommen konnte, sei unklar. Doch daraus folgt: In der Westpfalz gibt es nun doch kein Krankenhaus, das für Drittimpfungen zuständig ist. Der rheinland-pfälzische Gesundheitsminister Clemens Hoch (SPD) hatte am Mittwoch seinen sogenannten Fünf-Punkte-Plan vorgestellt. Die Dahner Felsenland-Klinik war dabei als eines von 18 Krankenhäusern aufgelistet. Die Klinik selbst hatte davon nach eigenen Angaben aber gar nichts gewusst - und erst aus den Medien davon erfahren.

Kritik an Dahn als einzigem Standort für Booster-Impfungen

Zuvor hatten Politiker aus der Südwestpfalz die Entscheidung kritisiert, die Felsenland-Klinik in Dahn als einzigen Standort für Corona-Drittimpfungen zu nutzen. Die Landrätin Susanne Ganster (CDU) und der Pirmasenser Oberbürgermeister Markus Zwick (CDU) zeigten sich verwundert über die Auswahl. Im Dahner Stadtzentrum seien unter anderem die Parkmöglichkeiten deutlich schlechter als am bisherigen Impfzentrum in Pirmasens. Insbesondere zu Stoßzeiten werde das zu Problemen führen. Ganster und Zwick betonten, dass das Impfzentrum in Pirmasens jederzeit wieder schnell öffnen könne.

"Der 5-Punkte-Plan des Gesundheitsministers ist nicht ausreichend."

Auch der Landrat des Kreises Kaiserslautern, Ralf Lessmeister (CDU), hatte die Wahl der Dahner Felsenland-Klinik kritisiert. Sie sei für die Menschen in seinem Landkreis zu weit entfernt. Auch sei es immer schwieriger, bei kalter und schlechter Witterung die Impfungen mithilfe von Impfbussen zu organisieren.

Lessmeister will Impfzentrum in Kaiserslautern wieder in Betrieb nehmen

Lessmeister rechnet in absehbarer Zeit mit Auffrischungsimpfungen für alle Altersklassen. Spätestens dann seien die Hausärzte überfordert. Er unterstütze deshalb die Forderungen des Landtagsabgeordneten Marcus Klein (CDU), das Impfzentrum in Kaiserslautern wieder schnellstmöglich zu nutzen - mindestens, um die nötige Infrastruktur bereitzustellen. Das Impfzentrum befindet sich derzeit im Stand-by-Modus.

Parallel dazu, so Lessmeister, sei der Kreis Kaiserslautern bereits aktiv, um ausreichend Impfangebote machen zu können. Das soll beispielsweise mithilfe des DRK-Kreisverbands passieren. Dieser möchte die ehemaligen Corona-Schnelltestzentren für zusätzliche Corona-Impfungen nutzen.

Donnersberger Landrat Guth setzt auf mobile Impfteams und Hausärzte

Rainer Guth (parteilos), Landrat des Donnersbergkreises, hält eine Wiederöffnung des Impfzentrums für ineffizient. Auf Nachfrage des SWR sagte er, er wolle stattdessen die Menschen dezentral erreichen. Deshalb setze er – genau wie in Hochs 5-Punkte-Plan vorgesehen – auf ausreichend mobile Impfteams und die Impfung durch Hausärzte. Vor allem die Menschen in den Seniorenheimen sollen schnellstmöglich ihre Auffrischungsimpfung erhalten. Um weitere Impfangebote im Landkreis machen zu können, werde Guth außerdem erneut Hilfe vom Deutschen Roten Kreuz in Anspruch nehmen.

Zahl der Impfbusse soll verdoppelt werden

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums sind auch wieder mobile Impfteams unterwegs, um beispielsweise in Alten- und Pflegeheimen bei der Drittimpfung zu unterstützen. Das Land plant außerdem, das Impfbus-Angebot auszubauen. Nachdem die Nachfrage in den vergangenen Tagen beispielsweise in Kaiserslautern und Pirmasens groß war, soll außerdem die Zahl der Impfbusse verdoppelt werden. So sollen bis Jahresende noch etwa 500 Termine angeboten werden.

Pirmasens

Coronaimpfungen Öffnet das Pirmasenser Impfzentrum wieder?

Der Pirmasenser Oberbürgermeister prüft, ob er das Impfzentrum in der Stadt wieder öffnen kann. Hintergrund ist die derzeit große Nachfrage an den Impfbussen.

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SWR