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Corona hat unser Berufs- und Privatleben gravierend verändert. Wie sehr beeinflussen die ständig neuen Infektionszahlen und Regeln die Meinung über die Politik? Meinungen aus Kaiserslautern.

Stephanie und Christian Bebensee betreiben in der Innenstadt von Kaiserslautern ein Café. Kunden dürfen hier schon lange nicht mehr verweilen, sondern Kuchen und Getränke nur zum Mitnehmen bestellen. Mit einem Onlineshop hat das Ehepaar versucht, das Beste aus den coronabedingten Einschränkungen herauszuholen. Trotzdem sind sie langsam am Ende, sagt Stephanie Bebensee: "Wir sind sehr mürbe."

Das Ehepaar Bebensee steht in seinem Kaffeehaus. (Foto: SWR)
Stephanie und Christian Bebensee in ihrer Kaffeerösterei in Kaiserslautern.

Ihr Mann Christian Bebensee ist knapp zwei Wochen vor der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz dennoch zufrieden mit der Leistung der Landesregierung. Die Regeln und Einschränkungen seien bislang "irgendwie nachvollziehbar" gewesen. "Für uns ist es nicht vorstellbar, dass es eine andere Partei wie auch immer besser gemacht hätte. Opposition ist immer leicht."

Einzelhändlerin kritisiert "unkreative Landesregierung" in Pandemie

Anders sieht das Diana Dienes: Sie betreibt ein Kleidergeschäft für Kinder in der Innenstadt von Kaiserslautern. Mit einem Verkaufsservice via Smartphone ist sie im Lockdown mit ihren Kunden in Kontakt geblieben. Es freut sie, dass sie jetzt mit Termin wieder in den Laden kommen dürfen. Diese Lösung hätte sie sich wegen der geringen Infektionszahlen in Rheinland-Pfalz aber schon deutlich früher gewünscht. "Ich bin der Meinung, dass unsere Regierung sehr unkreativ ist und sehr festgefahren in ihren Strategien", kritisiert Diana Dienes. Man hätte es den Menschen in allen Bereichen einfacher machen können.

Eine Frau versperrt mit einem großen Schild den Ladeneingang. (Foto: SWR)
Diana Dienes ist froh, wieder Kunden in ihrem Kindermoden-Geschäft in Kaiserslautern begrüßen zu dürfen.

Keine Perspektive für Künstler in der Pandemie

Prekär sieht die Situation bei vielen Künstlern aus, beispielsweise bei Fotograf Thomas Brenner. Beim ersten Lockdown im März 2020 stornierten seine Kunden plötzlich alle Aufträge für den Rest des Jahres. Auch wenn Museen und Galerien jetzt wieder öffnen können, gibt es für freie Kulturschaffende wie ihn vorerst keine Perspektive.

Thomas Brenner (Foto: SWR, Mareike Gries)
Der Fotograf Thomas Brenner hat die Aktion "Kunst bleibt" gestartet, um auf die Situation der Künstler in der Pandemie aufmerksam zu machen. Mareike Gries

Brenner hat dennoch Verständnis für den Kurs der rheinland-pfälzischen Landesregierung: "Wenn ich das mit Abstand über das ganze Jahr betrachte, denke ich schon, dass die Politik im Großen und Ganzen immer gut darauf reagiert hat, wie die Situation war." Jeder müsse selbst gucken, wie er mit der schwierigen Situation umgehe. "Auch mit der Angst, die man hat, ob die Jobs wiederkommen."

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