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Nur eine Woche, nachdem Pirmasens die Corona-Auflagen wegen sinkender Infektionszahlen gelockert hat, muss die Stadt wieder die Notbremse ziehen. Ein Schritt, den sie zum Teil bedauert.

In Pirmasens hat sich das Infektionsgeschehen massiv beschleunigt. Zwischen Freitag und Sonntag stieg die Sieben-Tage-Inzidenz von 164 auf 201. Am Montag fiel die Inzidenz zwar, aber laut Landesuntersuchungsamt nur leicht auf 198. Die Notbremse trat in der Nacht von Montag auf Dienstag in Kraft.

Zwick: Atypische Infektionslage

Oberbürgermeister Markus Zwick (CDU) moniert, dass das Mainzer Gesundheitsministerium erneut nicht seiner Argumentation gefolgt sei, wonach auf eine Ausgangssperre aufgrund der "atypischen Infektionslage" vor Ort verzichtet werden solle. Unter anderem waren verstärkt Corona-Fälle bei zwei Großfamilien, aber auch in Schulen und Kindergärten aufgetreten. Die Stadt habe hier keine eigenen Entscheidungsspielräume. Zwick spricht deshalb von einem "bedauerlichen, für die Stadt aber unumgänglichen Schritt."

Die Schulen bleiben nach Angaben der Stadt vorerst geöffnet. Das sei das Ergebnis eines Gespräches zwischen Stadtspitze und der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion. In den Schulen gebe es bisher keine Infektionsketten, auch sei die absolute Zahl der positiven Fälle überschaubar. Die regelmäßigen Selbsttests schafften zusätzliche Klarheit über die Infektionslage. Stadt und Schulaufsicht werden das Infektionsgeschehen aber weiter kritisch beobachten und kurzfristig reagieren, sollte es die Lage erfordern. 

Ausgangssperre und geschlossene Außengastronomie

Dagegen muss die Außengastronomie wieder schließen und es tritt eine nächtliche Ausgangssperre zwischen 21 und 5 Uhr in Kraft. Erneut gibt es Einschränkungen in den Bereichen Sport, Bildung, Kultur und Freizeit. Sollte künftig die Sieben-Tage-Inzidenz drei Tage über dem kritischen Wert von 200 liegen, drohe eine weitere Verschärfung der Regeln. Die Aufhebung der entsprechenden Allgemeinverfügung sei erst dann möglich, wenn die Inzidenz in Pirmasens mindestens sieben Tage in Folge unter der 100-er Marke liege.

"Diese erneute Kraftanstrengung zum Schutz aller Pirmasenser fordert viel Geduld und strapaziert unser aller Nerven", erklärt Zwick. Er appelliert dennoch an die Solidarität der Bevölkerung: "Es geht primär um den Schutz jedes und jeder Einzelnen sowie den unserer Familien." Hoffnungsvoll stimmen den Verwaltungschef nach eigenen Angaben drei wesentliche Parameter: "Die Zahl der Impfungen steigt spürbar an, die Liefermengen der Impfdosen nehmen in den kommenden Wochen deutlich zu und die Menschen absolvieren zunehmend mehr Antigen-Schnelltests."

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